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Richter: Ein Bier ist nicht mit einer Zeitung zu verwechseln


Nürnberg (D-AH) - Der Unterschied zwischen geistiger Nahrung in Form einer Zeitung und flüssiger Nahrung in Form eines Bieres ist derart gravierend, dass eine Verwechslungsgefahr ausgeschlossen sein dürfte. Trotzdem wurde die Süddeutsche Zeitung wegen ihrer örtlich erscheinenden Erdinger SZ von dem in der oberbayerischen Kreisstadt angesiedelten Hersteller des markenrechtlich geschützten Bieres namens Erdinger verklagt. Ohne Erfolg allerdings, wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet. Das damit befasste Landgericht München (Az. 1HK O 22662/05) hielt die Umbenennung der Regional-Zeitung nicht für notwendig.

Eine Verwechslungsgefahr mit der Biermarke sei ausgeschlossen, weil der Zeitungstitel ja nicht von der unter Biertrinkern bekannten Weißbier-Bezeichnung geprägt wird. Dies ist offensichtlich nur eine Ortsangabe und lediglich eine rein geografische Einordnung der weithin und überregional bei den Lesern sehr bekannten SZ-Zeitungsmarke.
Aufgrund des erheblichen Branchenabstandes zwischen beiden Produkten sahen die Münchener Richter in dem Erscheinen der Landkreis-Zeitung keine Gefahr einer Verwässerung der Bier-Marke. Auch den Einwand der Brauer, sie würden ja eine eigene Publikation herausgeben, die man mit der Erdinger SZ verwechseln könne, wollten die Richter nicht akzeptieren: Die dreimal jährliche Herausgabe eines Werbeblattes für den eigenen Brauereibetrieb mache diesen nicht gleich zu einem renommierten Zeitungshaus, betonten sie.

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