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Teures Überholmanöver in der Baustelle


Nürnberg (D-AH) - Vor dem Überholen breiter Lastwagen in engen Autobahnbaustellen warnt die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline . Kommt es zum Zusammenstoß, trägt der Überholende immer einen Teil des Schadens selbst. Und das selbst dann, wenn der Lkw-Fahrer einen Fahrfehler begangen hat, entschied das Landgericht Osnabrück (Az. 5 O 1098/06).

Augen zu und durch: Getreu diesem Motto hatte im konkreten Fall ein Autofahrer in einer Baustelle auf der A 1 versucht, einen langsam fahrenden Militär-Lastwagen zu überholen. Bei einem 2,95 Meter breiten Lkw und einer nur drei Meter breiten rechten Spur kein leichtes Unterfangen. Während des Überholens streiften sich denn auch die beiden Fahrzeuge. Dabei wurde der Pkw erheblich beschädigt. Ob der Lastwagenfahrer - wie vom Autofahrer behauptet - mit seinem Fahrzeug einen Schlenker nach links machte, ließ sich nicht aufklären. Von der gegnerischen Versicherung forderte der Fahrer dennoch, den gesamten Schaden in Höhe von 4.100 Euro zu übernehmen. Doch die Versicherung zahlte nur zwei Drittel der geforderten Summe. Mehr gestand auch das Landgericht Osnabrück dem Pkw-Fahrer nicht zu.

Zwar sahen auch die Richter die Versicherung in der Pflicht, denn unabhängig vom Verschulden des Fahrers hafte der Halter des Sattelschleppers bereits wegen der so genannten Betriebsgefahr. Letztlich beruhte der Unfall aber auch auf einem Verschulden des Autofahrers, der sich an einer besonders engen Stelle an dem Laster vorbeizwängen wollte. Selbst bei einem Fahrfehler des Lastwagenfahrers wäre der Schadensersatzanspruch deshalb gekürzt worden, betonte das Gericht.

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