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Post-Computer soll fast eine Viertel Million Euro geschluckt haben


Nürnberg (D-AH) - Da geht die Post so richtig ab: Sage und schreibe 230.000 Euro muss in Baden-Württemberg nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart (Az. 4 U 182/0) die Betreiberin einer Postagentur an die Deutsche Post AG zurückzahlen. Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, soll dabei nach Aussage der als Handelsvertreterin in zwei Gemeinden des Kreises Esslingen tätigen Frau das Computer-Programm des Postunternehmens an dem gewaltigen Kassenmanko Schuld gewesen sein. Die mir aufgezwungene Software hat fehlerhaft gearbeitet, war manipuliert und von Viren befallen, monierte die Betroffene vor Gericht.

Dafür fehlt aber jeder Beweis, hielten ihr die Stuttgarter Richter entgegen. Für die juristische Beurteilung komme es nicht auf die - möglicherweise zu Recht - gerügten Fehler des Computerprogramms an. Entscheidend sei vielmehr, dass die Frau die fraglichen Buchungen eigenhändig vorgenommen habe. Die verwendete Spezial-Software war nämlich so angelegt, dass die Betreiberin der Postagentur sämtliche Eingaben wirklich selbst vornehmen musste - wozu sie übrigens vertraglich verpflichtet war.

Und vor allem hatte die Frau sich verpflichtet, betriebliche Aufzeichnungen nach den Grundsätzen einer kaufmännischen Buchführung anzufertigen und aufzubewahren. Das hat die Frau aber nicht getan - und musste so dem Gericht die alles entscheidenden konkreten Sachbeweise schuldig bleiben, dass wirklich der Computer und nicht sie selbst sich hier einen gewaltigen Schluck über den Durst genehmigt hat.

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