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Konto geplündert - Sparkasse muss 40.000 Euro ersetzen


Nürnberg (D-AH) - Banken und Sparkassen sind verpflichtet, die Legitimation von Kunden bei Barabhebungen am Schalter genau zu überprüfen. Das hat das Landgericht Bonn entschieden und eine Sparkasse dazu verurteilt, einem Kunden 40.000 Euro zu erstatten, dessen Konto mit einer gestohlenen Sparkassen-Card leergeräumt worden war (Az. 3 O 126/05).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, hatte innerhalb von nur einer Stunde ein Unbekannter das Konto eines Sparkassenkunden um 40.000 Euro erleichtert. Dazu legte er in vier verschiedenen Filialen einer Sparkasse die Bank-Karte sowie den Personalausweis des Kunden vor. Karte und Ausweis hatte der Mann vermutlich aus einem verschlossen Schrank am Arbeitsplatz des Bankkunden gestohlen. Die Auszahlungen quittierte der Empfänger mit gefälschter Unterschrift. Dass diese der Originalunterschrift des Kontoinhabers nicht ähnelte, störte die Mitarbeiter des Kreditinstituts ebenso wenig wie die Tatsache, dass bereits wenige Minuten zuvor größere Beträge in verschiedenen Filialen abgehoben wurden.

Die Sparkasse lehnte eine Gutschrift der 40.000 Euro ab. Schließlich habe der Kunde seine persönlichen Papiere in seinem unverschlossenen Büro aufbewahrt. Und das sei grob fahrlässig. Irrtum, korrigierten die Bonner Richter: Ihr Kunde hat noch nicht einmal leicht fahrlässig gehandelt. Es ist ausreichend, Bank-Karte und Ausweis in einen verschlossenen Schrank zu legen. Es gibt außerdem keine Verpflichtung, beide getrennt voneinander aufzubewahren.

Der Sparkasse werfen die Richter dagegen schwere Fehler vor. So hätten die Mitarbeiter den eklatanten Unterschied zwischen den Unterschriften erkennen müssen. Vor allem aber muss sich den Schalterangestellten wegen der kurzen zeitlichen Abfolge der Abhebungen der Verdacht aufdrängen, dass ein Serientäter am Werk ist.

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