Morddrohung: Welche rechtlichen Möglichkeiten haben Sie jetzt?

Autor:  Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG.

Den Tatbestand der "Morddrohung" kennt das deutsche Strafrecht nicht. Es ist vielmehr die laienhafte Bezeichnung einer Bedrohung nach § 241 StGB (Strafgesetzbuch), die eine bestimmte Zielrichtung hat. Wenn also jemand zur Polizei geht und um Schutz bittet, weil er eine Morddrohung bekommen hat, so wird die Ermittlungsbehörde lediglich wegen Bedrohung ermitteln. Auch ist fraglich, ob eine vermeintliche Morddrohung nicht vielfach eine bloße Einschüchterung ist oder auch nur aus einer Emotion, einem Affekt, heraus gesagt oder in sonstiger Art und Weise geäußert wurde.

Wie ist eine Bedrohung eine Morddrohung?

Eine Bedrohung ist das Inaussichtstellen eines zukünftigen Übels, dessen Realisierung der Täter beeinflussen kann, oder bei der der Täter vorgibt, dieses verwirklichen zu können (BGHSt 16, 386). Es reicht aus, wenn der Bedrohte die Drohung als ernsthaft aufnehmen soll; es kommt nicht darauf an, ob der Täter sie ausführen will oder kann. Dagegen genügt die Mitteilung einer bloßen Möglichkeit noch nicht (OLG Koblenz NJW 2006, 3015). Auch im sozialen Kreis der Beteiligten übliche und dort als Großspurigkeiten verstandene Äußerungen, die nicht als objektiv ernst zu nehmende Verbrechensandrohung verstanden werden können, reichen nicht aus (Fischer, Strafgesetzbuch § 241 Rz. 3a). In einem bloßen "Ich bring Dich um!" kann streng genommen noch keine Morddrohung bestehen, weil die Konkretisierung für die besondere mordmerkmalsspezifische Begehungsweise fehlt. Für eine "echte" Morddrohung müsste der Täter dem Adressaten der Bedrohung beispielsweise in Aussicht stellen, auf besonders grausame Art getötet zu werden.

Morddrohung: Beratung durch einen Anwalt

Weitere Fragen hierzu beantworten Ihnen die Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline: Schildern Sie einfach Ihren Fall am Telefon oder per E-Mail, um Ihre rechtlichen Möglichkeiten aufgezeigt zu bekommen sowie Handlungsempfehlungen für Ihr weiteres Vorgehen zu erhalten.


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