Insolvenzverwalter

Autor:  Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG.

Insolvenzverwalter - Infos und Rechtsberatung

Der Insolvenzverwalter ist weder Vertreter von Schuldner oder Gläubigern noch Organ einer rechtsfähigen Insolvenzmasse, sondern er ist Inhaber eines privaten Amtes, kraft dessen er die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über die Masse im eigenen Namen ausübt. Daraus folgt, dass massebezogene Prozesse nach Verfahrenseröffnung gegen den Verwalter als Beklagten zu führen sind. Die Pflichten des Insolvenzverwalters richten sich ausschließlich nach den Vorschriften der Insolvenzordnung. Er wird vom Gericht bestellt.

Sogleich nach Verfahrenseröffnung hat der Insolvenzverwalter die zur Insolvenzmasse gehörigen Gegenstände, soweit sie einen Vermögenswert besitzen, in Besitz und in Verwaltung zu nehmen (§ 148 InsO); der Eröffnungsbeschluss ist Herausgabetitel.

Aus § 148 Abs. 1 InsO folgt die Pflicht des Insolvenzverwalters, im Rahmen seiner Amtspflichten alle zur Sicherung der Masse erforderlichen Maßnahmen zu treffen, insbesondere die vorgefundenen Vermögensgegenstände ausreichend zu versichern. Besteht die Insolvenzverwaltung in einer reinen Vermögensabwicklung, darf der Verwalter Masseverbindlichkeiten grundsätzlich nur zwecks Sicherung und Verwertung der Masse begründen. Führt der Verwalter dagegen ein massebefangenes Unternehmen fort, sind seine Pflichten denen eines Unternehmers angenähert. Die Unternehmensfortführung im eröffneten Insolvenzverfahren ist nur zulässig auf Grundlage eines sachverständig erstellten Fortführungskonzepts und bedarf für die Zeit nach Abhaltung des Berichtstermins der Zustimmung der Gläubigerversammlung (§ 157 InsO). Mindestvoraussetzung für die Unternehmensfortführung in der Insolvenz ist, dass hierbei anfallende Masseverbindlichkeiten gedeckt sind (s. § 61 InsO).

Nach § 66 InsO hat der Insolvenzverwalter bei Beendigung seines Amtes der Gläubigerversammlung Rechnung zu legen.
Die Vergütung des Insolvenzverwalters bemisst sich nach der Insolvenzrechtlichen Vergütungsverordnung vom 19. 8. 1998 (InsVV).

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