Sorgerecht: Die Rechte & Pflichten der Eltern

Autor:  Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG.

§ 1626 BGB: So ist die elterliche Sorge gesetzlich geregelt

Das Sorgerecht ist in § 1626 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt. Hier heißt es in Absatz 1: „Die Eltern haben die Pflicht und das Recht, für das minderjährige Kind zu sorgen (elterliche Sorge). Die elterliche Sorge umfasst die Sorge für die Person des Kindes (Personensorge) und das Vermögen des Kindes (Vermögenssorge).“

Das Sorgerecht beinhaltet also die Erziehung und Beaufsichtigung des Kindes und Entscheidungen über Vermögensangelegenheiten. Darüber hinaus umfasst es das Aufenthaltsbestimmungsrecht und das Umgangsrecht. Das heißt, Sorgeberechtigte dürfen über den Aufenthalt des Kindes (zum Beispiel seinen dauerhaften Wohnsitz) bestimmen und haben Anspruch darauf, den persönlichen Kontakt mit dem eigenen Kind zu pflegen.

Letzterem spricht das Gesetz eine besondere Bedeutung zu. In § 1626 Abs. 3 BGB heißt es klar: „Zum Wohl des Kindes gehört in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen. Gleiches gilt für den Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind Bindungen besitzt, wenn ihre Aufrechterhaltung für seine Entwicklung förderlich ist.“ Der Kontakt mit dem Kind soll also ausdrücklich gefördert werden. Ein Ausschluss vom Umgang ist nur in wenigen Situationen zulässig. Mehr dazu lesen Sie hier: Umgangsvereitelung: Wenn ein Elternteil den Umgang verweigert.

Alleiniges und gemeinsames Sorgerecht

Sind die Eltern bei der Geburt des Kindes verheiratet, teilen sie sich automatisch die elterliche Sorge. Sind sie unverheiratet, hat die Mutter das alleinige Sorgerecht inne. Dann können die Eltern jedoch eine Sorgeerklärung abgeben, um das gemeinsame Sorgerecht zu beantragen.

Seit der Reform des Sorgerechts im Jahr 2013 hat der Vater außerdem die Möglichkeit, auch gegen den Willen der Mutter das Sorgerecht zu beantragen. Die Mutter kann dem Antrag widersprechen, indem sie Gründe gegen ein gemeinsames Sorgerecht vorbringt. Tut sie das nicht, wird dem Antrag des Vaters in der Regel stattgegeben.

Haben Sie die gemeinsame elterliche Sorge inne, bleibt diese auch nach einer Trennung oder Scheidung bestehen. Nur in Ausnahmesituationen kann die Sorge für das Kind auf einen Elternteil allein übertragen werden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zum alleinigen Sorgerecht.

Sorgerecht: Beratung durch einen Anwalt

Das Thema Sorgerecht ist sehr komplex und die rechtlichen Möglichkeiten hängen immer davon ab, wie gut die Eltern kommunizieren, ob es gemeinsame Absprachen und sonstige Einigkeiten gibt und welche Entscheidungen dem Kindeswohl zuträglich sind.

Daher ist bei Fragen wie „Wie oft darf ich mein Kind sehen?“, „Kann ich das alleinige Sorgerecht beantragen?“, „Muss ich Unterhalt zahlen, obwohl ich mein Kind nicht sehen darf?“ oder „Darf ich mein Kind mit ins Ausland nehmen?“ stets der Einzelfall entscheidend.

Die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline aus dem Bereich Familienrecht helfen in einem solchen Fall gerne weiter. Schildern Sie Ihr Anliegen einfach per Telefon oder E-Mail und schon erhalten Sie eine Ersteinschätzung sowie rechtssichere Tipps zum weiteren Vorgehen.

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