Urlaubsanspruch bei Teilzeit: So viel Urlaub steht Ihnen zu

Soforthilfe bei Fragen zum Urlaubsanspruch:

0900-1 875 010 702*

*1,99€/Min inkl. USt. aus dem Festnetz. Höhere Kosten aus dem Mobilfunk.
*1,99€/Min inkl. USt. aus dem Festnetz. Höhere Kosten aus dem Mobilfunk.

Wer in Teilzeit arbeitet und Urlaub beantragen möchte hat im Grunde denselben Urlaubsanspruch wie ein Vollzeitangestellter. Denn der Urlaubsanspruch basiert nicht auf den geleisteten Arbeitsstunden, sondern auf den Arbeitstagen. Lesen Sie hier alles, was Sie rund um den Urlaub bei Teilzeit wissen müssen. Zunächst einmal ist es für die Berechnung Ihres Urlaubsanspruches unwichtig, ob Sie 15 oder 20 Stunden pro Woche arbeiten. Ausschlaggebend ist lediglich die Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage.

Grundsätzlich gilt: Teilzeitangestellte haben denselben Urlaubsanspruch wie Vollzeitbeschäftigte

Beim oben angegebenen Urlaubsanspruch handelt es sich um den Mindestanspruch. Selbstverständlich kann ein Arbeitgeber seinen Angestellten mehr freie Tage gewähren, was in der Regel im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung festgehalten ist. Grundsätzlich gilt dabei, dass er Teilzeitkräfte in keiner Weise diskriminieren darf. Das bedeutet: Gewährt ein Arbeitgeber seinen Vollzeitbeschäftigten 30 Urlaubstage pro Jahr, darf er bei den Teilzeitangestellten nicht den gesetzlichen Mindesturlaub veranschlagen.

Ein Beispiel: Die Vollzeitarbeitskräfte einer Firma erhalten 30 Tage Urlaub pro Jahr, was sechs Wochen entspricht. Teilzeitangestellter A arbeitet an fünf Tagen die Woche und hat entsprechend auch einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen. Seine Kollegin, Teilzeitangestellte B, arbeitet an drei Tagen pro Woche. Da auch ihr insgesamt sechs Wochen Urlaub zustehen, erstreckt sich ihr Jahresurlaub auf 18 Tage.

Grundsätzlich können Sie Ihren Urlaubsanspruch bei Teilzeit wie folgt berechnen:

(Urlaubstage pro Jahr) / (Wochenarbeitstage) x (tatsächliche Arbeitstage pro Woche) = Urlaubsanspruch Teilzeit*

*Hierbei handelt es sich um die Anzahl der Urlaubstage, die einem regulären Vollzeitbeschäftigten in Ihrem Betrieb zustehen.

Arbeiten Sie also an drei Tagen pro Woche in einem Betrieb, in dem Vollzeitbeschäftigten bei einer 5-Tage-Woche 28 Urlaubstage gewährt werden, lautet die Rechnung: 28 / 5 x 3 = 16,8 Urlaubstage.

Natürlich müssen Sie Ihre Urlaubstage nur für jene Wochentage opfern, an denen Sie während einer üblichen Arbeitswoche präsent wären. Die restlichen Tage der Woche würden Sie ja ohnehin nicht zur Arbeit erscheinen.

So berechnen Sie Ihren Teilzeit-Urlaubsanspruch bei unregelmäßigen Arbeitszeiten

Der individuelle Urlaubsanspruch ist vergleichsweise einfach zu ermitteln, wenn man von Arbeitnehmern ausgeht, die jede Woche dieselbe Anzahl an Tagen zur Arbeit erscheinen. Schwieriger wird es hingegen bei unregelmäßigen Arbeitszeiten.

Wollen Sie Ihren Urlaubsanspruch bei einer ungleichmäßigen Verteilung der Arbeitszeit selbst ermitteln, können Sie nicht die Wochenarbeitszeit als Grundlage nutzen, sondern müssen einen längeren, repräsentativeren Zeitraum zugrunde legen – im Zweifelsfall sogar die komplette Jahresarbeitszeit. Sie können dafür die oben angegebene Formel leicht abwandeln:

(Urlaubstage pro Jahr) / (Jahresarbeitstage)

x (Pflichtarbeitstage pro Jahr)

= Urlaubsanspruch Teilzeit

Arbeiten Sie also manchmal drei Tage in der Woche, manchmal fünf Tage und manchmal sogar nur einen Tag, setzen Sie in der Rechnung einfach die Anzahl der Tage pro Jahr ein, an denen Sie zur Arbeit verpflichtet sind.

Gehen wir von einem Durchschnitt von drei Arbeitstagen pro Woche aus, müssen Sie auf das ganze Jahr gesehen an 156 Tagen (3 Tage x 52 Wochen) arbeiten. Wenn Vollzeitarbeitskräfte in einer 5-Tage-Woche (also mit einer Jahrespflichtarbeitszeit von 5 Tagen x 52 Wochen = 260 Tagen) einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen haben, ergibt sich die folgende Rechnung: 30 / 260 x 156 = 18 Urlaubstage.

Aufgrund der hohen Flexibilität bevorzugen viele Arbeitnehmer in Teilzeit unregelmäßige – häufig sogar selbstbestimmte – Arbeitszeiten. Hier kommt es allerdings häufig zu Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber, weshalb nicht selten ein Anwalt zur Klärung des Urlaubsanspruchs hinzugezogen wird.


Fragen zum Urlaubsanspruch? Diese Anwälte beraten Sie gerne

Die über 250 unabhängigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline verfügen im Durchschnitt über 10 Jahre Berufserfahrung und beraten ausschließlich in ihren Fachgebieten. So erhalten Sie stets die beste Beratung zu Ihrem Rechtsproblem.


Probleme könnten beispielsweise dann entstehen, wenn Sie bei einem Arbeitsvertrag, der drei Tage pro Woche vorsieht, in den vergangenen Wochen immer vier Tage pro Woche gearbeitet haben, nun auf zwei Tage reduzieren und dementsprechend für eine freie Woche nur zwei Urlaubstage opfern wollen. Sind nämlich in Ihrem Arbeitsvertrag drei wöchentliche Arbeitstage vereinbart, könnte Ihr Chef schnell ein Veto einlegen.

Die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline beraten Sie in derartigen Fällen unkompliziert per Telefon oder E-Mail und geben Ihnen wichtige Informationen für das Gespräch mit Ihrem Chef an die Hand. Der beratende Anwalt haftet dabei ebenso für seine Auskünfte wie der Anwalt vor Ort. Unter der 0900-1 875 010 702* erreichen Sie täglich von 7 bis 1 Uhr spezialisierte Anwälte - ohne Termin oder Wartezeit.

Telefonische Rechtsberatung: Wie viel Urlaub steht Ihnen zu?

0900-1 875 010 702*

0900-1 875 010 702*

Rechtliche Klarheit in wenigen Minuten: Jetzt anrufen & direkt mit einem Anwalt sprechen!

*1,99€/Min inkl. USt. aus dem Festnetz. Höhere Kosten aus dem Mobilfunk.

Urlaubsanspruch bei einem Wechsel von Vollzeit zu Teilzeit

Will ein Arbeitnehmer von einer Vollzeit- in eine Teilzeitbeschäftigung wechseln, muss der Resturlaub vor der tatsächlichen Reduzierung der Arbeitszeit vollständig genommen werden. Ist dies nicht möglich, kürzen Arbeitgeber häufig den restlichen Urlaubsanspruch und passen ihn an die neue reduzierte Arbeitszeit an.

Der Europäische Gerichtshof entschied jedoch 2013, dass die Kürzung des bereits erworbenen Urlaubsanspruchs eine klare Diskriminierung darstellt (EuGH Beschluss vom 13.6.2013, C-415/12).

Worum ging es in dem Fall genau? Nach der Elternzeit blieb einer Angestellten ein Resturlaub von 29 Tagen. Da sie allerdings von Voll- auf Teilzeit reduzierte, reduzierte der Arbeitgeber den Urlaub entsprechend auf 17 Tage. Der EuGH erklärte dies für unzulässig: Bereits erworbener Urlaubsanspruch darf nicht anteilig gekürzt werden.

Für Arbeitnehmer, die künftig weniger arbeiten wollen, bedeutet dies also, dass der entsprechende Resturlaub zuvor genommen werden muss. Ist dies nicht möglich, steht Ihnen trotz der reduzierten Arbeitszeit Ihr voller Urlaubsanspruch zu. Haben Sie also aus Ihrer Vollzeitbeschäftigung noch fünf Urlaubstage übrig (also eine Urlaubswoche), bleiben Ihnen mehr als zwei volle Urlaubswochen, wenn Sie auf Teilzeit mit zwei Arbeitstagen pro Woche reduzieren.

Gut zu wissen: Im Jahr 2015 entschied der EuGH übrigens, dass die Regel auch im umgekehrten Fall greift. Wollen Sie von Teilzeit auf Vollzeit wechseln, wird Ihr Urlaubsanspruch nicht auf die neue Tätigkeit umgerechnet und somit nicht entsprechend erhöht (EuGH Urteil vom 11.11.2015, C 219/14). Ausschlaggebend für die Entscheidung war vor allem die Fortzahlung des Arbeitsentgelts: Immerhin müsste der Arbeitgeber bei einem plötzlich vervielfachten Urlaub auch mehr Urlaubsentgelt zahlen.

Urlaubsanspruch bei Teilzeit: Beratung durch einen Anwalt

Nicht immer scheint die Berechnung des Urlaubsanspruchs einfach und nicht immer gewährt der Arbeitgeber auch wirklich so viel Urlaub, wie Ihnen gesetzlich zusteht. In solchen Fällen halten Sie Rücksprache mit einem spezialisierten Anwalt. Dieser gibt Ihnen rechtssichere Auskunft und Tipps für Ihr weiteres Vorgehen - damit Sie nicht auf Ihre Rechte verzichten müssen. Über die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline erreichen Sie täglich von 7 bis 1 Uhr selbstständige Anwälte - ohne Warteschleife und ohne Terminabsprache.