Aktuelles aus Recht und Justiz

Was bei der Reise zur EM in Frankreich wichtig ist.

Nach den Anschlägen von Paris am 13. November 2015 verhängte der französische Präsident Hollande den Ausnahmezustand.

Nach den Anschlägen von Paris am 13. November 2015 verhängte der französische Präsident Hollande den Ausnahmezustand. Dieser gilt in ganz Frankreich auch während der Europameisterschaft. Das bedeutet zunächst, dass die Bürgerrechte im Land eingeschränkt sind. So dürfen etwa jederzeit Hausdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss durchgeführt und Ausgangssperren verhängt werden. Das hat auch Auswirkungen auf die Europameisterschaft und ihre Fans.

Grenzkontrollen und Sicherheitsschleusen

Der Ausnahmezustand bedeutet auch, dass sich anreisende Fußballfans auf vermehrte Grenzkontrollen einstellen müssen. Obwohl das Land Mitglied im Schengen-Raum ist, ist die Sicherheitsstufe wegen Terrorbedenken erhöht. Das kann durchaus zu einer längeren Wartezeit an der Grenze führen – das sollten Fans mit einplanen. In Paris alleine werden bis zu 13.000 Sicherheitskräfte zugegen sein, um für größtmögliche Sicherheit zu sorgen. In ganz Frankreich sollen mehr als 90.000 Sicherheitskräfte für Ordnung sorgen. Diese können zum Teil schwer bewaffnet sein, Fußballfans sollten sich daher an diesen Anblick gewöhnen – denn er gehört zu dieser EM.

Auch wer nicht ins Stadion sondern auf eine der Fanmeilen möchte, muss mit erheblichen Sicherheitskontrollen rechnen. Von zwei bis vier Schleusen ist hier die Rede, an denen Fans sich abtasten und kontrollieren lassen müssen. Auf 100 Fans kommt in Paris eine Sicherheitskraft. 1000 Sicherheitskräfte allein auf der Fanmeile in Paris. Dabei ist zu beachten, dass neben selbstverständlich Glasflaschen oder Taschenmessern auch Gepäckstücke und auch Rucksäcke nicht mitgebracht werden dürfen.

Kleine Hilfen für den Alltag

Gerade an Touristenzielen sollten Fans auf Taschendiebstahl achten. Die Polizeipräfektur in Paris rät dazu, möglichst wenig Bargeld bei sich zu tragen und stets auf seine Wertsachen zu achten. Besonders wenn jemand versucht, Sie abzulenken.

Rauchen ist in Frankreich in allen öffentlichen Gebäuden verboten. Davon sind auch Bars und Cafés betroffen. Allerdings sollten die Zigarettenstummel vorschriftsmäßig entsorgt werden, da sonst ein Bußgeld in Höhe von 68 Euro droht.

Um im Falle eines Notfalls nicht ahnungslos dazustehen, sollten sich Fans die wichtigsten Nummern notieren. Wichtig für Anrufe mit dem Handy ist die Vorwahl Frankreichs: 0033

  • Feuerwehr: 18
  • Polizei: 17
  • Rettungsdienst: 15
  • Allg. Notruf vom Handy aus: 112
  • Deutschsprachiger ADAC Notruf: 04 72 17 12 22

Auch die Streiks der Müllabfuhr und der Züge beeinträchtigen das öffentliche Leben während der Europameisterschaft. So sollten Fans, die mit dem öffentlichen Nahverkehr zum Stadion fahren wollen, mehr Zeit als üblich einplanen. Zwar ist die Metro aktuell noch nicht betroffen, das könnte sich aber ändern. Denn die Arbeitsmarktreformen der Regierung sind von den Gewerkschaften noch längst nicht akzeptiert.

Verkehrsregeln

Auch im Straßenverkehr gibt es für Reisende einiges zu beachten. Anders als in Deutschland gewöhnt, existiert in Frankreich ein allgemeines Tempolimit. An folgende Geschwindigkeiten sollten sich Fußballfans halten, wenn sie nicht mit einem Bußgeld von bis zu 1.500 Euro belegt werden möchten:

Innerorts50 km/h
Außerorts (gekennzeichnet mit einem D)90 km/h
Schnellstraße (gekennzeichnet mit einem N)90 km/h - bei vierspurigem Ausbau 110 km/h
Autobahn130 km/h - bei Nässe 110 km/h

Anders als in Deutschland muss jeder Insasse im Falle einer Panne beim Aussteigen mit einer Warnweste versorgt sein. Wer das vergisst, muss bis zu 90 Euro bezahlen. Ein Verbandskasten ist aber im Gegensatz zur Deutschen Verkehrsordnung nicht verpflichtend. Auch wer während der Fahrt abgelenkt ist, wird zur Kasse gebeten. Vor allem wer mit dem Handy telefoniert, muss mit etwas Pech tief in die Tasche greifen. Die Strafen gehen hier ab 35 Euro los und können bis zu 1.500 Euro betragen.

Was Alkohol am Steuer angeht, so gilt dieselbe Grenze wie hierzulande. 0,5 Promille sind erlaubt – alles darüber kostet Geld. Und zwar mindestens 135 Euro. Früher war sogar ein Alkoholtester selbst im Fahrzeug mitzuführen. Seit 2013 aber wurde diese Verordnung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Wer also gut vorbereitet auf eventuelle Warteschlangen und den französischen Verkehr zur Europameisterschaft fährt, der dürfte kaum noch negativ zu überraschen sein. Einem friedlichen und euphorischem Fußballfest in Frankreich steht somit also nichts mehr im Wege.

Wavebreakmedia Ltd/thinkstockfotos.de

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