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Wie geht man mit Geldforderungen von Internetbetrügern um?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 03.05.2016

Frage:

Auf der Suche nach einem Routenplaner bin ich auf http://www.maps-routenplaner.net gelandet. Dort gibt man die Routendaten ein, klickt dann auf "Route berechnen", worauf sich ein Registrierungsfeld öffnet. Ohne Registrierung wird kein Routenplan erstellt. Nach Eingabe der Registrierungsdaten erscheint eine Meldung, wonach man die erforderlichen Zugangsdaten per E-Mail erhalten soll. was ich dann per Mail erhalten habe, ist eine Rechnung von Media Control GmbH Frankfurt über 500 Euro für die 24-monatige Nutzung des Routenplanerservices. Zudem ist nur eine Zahlungsmöglichkeit über "Amazonwertmarken" vorgesehen, wovon ich bisher nichts gehört habe. Es gab in dem ganzen Vorgang kein Hinweis auf Kosten bzw. die Möglichkeit, die Registrierung zu bestätigen oder eben abzubrechen.
Nachdem ich erst aus allen Wolken gefallen bin, habe ich mir die Homepage nochmal genauer angeschaut und links einen Button "Nutzungsbestimmungen" entdeckt unter dem die Kosten und das fehlende Widerrufsrecht ("Das Widerrufsrecht besteht nicht bei Fernabsatzverträgen zur Erbringung telekommunikationsgestützter Dienste, die auf Veranlassung des Verbrauchers unmittelbar erbracht wurden. (§ 312 d Bürgerliches Gesetzbuch). Das ist insbesondere der Fall, wenn der Kunde den Button "Registrieren" betätigt hat.") benannt sind.

Habe ich trotzdem noch die Möglichkeit des Widerrufs?

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Antwort:

Sie sollten die angeforderten 500 Euro in keinem Fall bezahlen.
Es ist bekannt, dass es sich bei der Webseite www.maps-routenplaner.net um eine Seite handelt auf der mit kriminellen Methoden die Nutzer geprellt werden. Sie finden im Internet dazu verschiedene Warnhinweise.
In Ihrem Fall sollten Sie auf die Mail-Rechnung in der Weise reagieren, dass Sie ebenfalls per E-Mail darauf hinweisen, dass ein Vertrag nicht zustande gekommen ist, da nicht offen und deutlich auf die entstehenden Kosten hingewiesen worden ist und dass Ihnen damit bei Vertragsschluss nicht bekannt war, dass Kosten von 500 Euro anfallen. Bei dieser Kenntnis hätten Sie den Knopf nicht gedrückt. Hilfsweise widersprechen Sie einem Vertragsabschluss.
Bitte versuchen Sie noch eine Kopie der Seiten anzufertigen um die Täuschung belegen zu können. Nach der aktuellen Version ist der Preis von 500 Euro immerhin schon auf der ersten Seite (rechts unten) deutlich genannt.
Gehen Sie zukünftig davon aus, dass die Angabe persönlicher Daten (inkl. Adresse) im Internet regelmäßig mit einer Zahlungsverpflichtung verbunden ist. Sie sollten entsprechend vorsichtig sein. Gehen Sie weiter davon aus, dass seriöse Firmen ihre Rechnungen regelmäßig per Briefpost und nicht nur im Internet versenden. Seien sie daher bei der Zahlung auf Internetrechnungen sehr vorsichtig und zahlen Sie grundsätzlich nur auf deutsche Bankkonten ein.
Gehen Sie davon aus, dass Sie in der Folge von E-Mails und Schreiben belästigt werden. Reagieren Sie darauf zunächst nicht. Dieses ist nur geboten, wenn Sie von einem Inkassobüro angeschrieben werden. Dann sollten Sie schriftlich und per Post der Forderung widersprechen um einen Schufa-Eintrag zu vermeiden. Erhalten Sie – wider Erwarten- Post von einem Anwalt oder einen gerichtlichen Mahnbescheid, sollten Sie selbst anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.



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