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Kindesunterhalt - Mietmehrbetrag rechtens?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Karlheinz Dorsch
Stand: 29.08.2016

Frage:

Meine Tochter ist kürzlich volljährig geworden und wird im Oktober nach Heidelberg umziehen und dort studieren. Sie hat bereits ein (m.E. recht teures) Zimmer in einer WG gefunden. Die Warmmiete beträgt 525 EUR. Vom Vertragsschluss wurde ich erst nachträglich informiert.

Ich bin bislang davon ausgegangen, dass grundsätzlich der Regelsatz von aktuell 735 EUR abzüglich des Kindergeldes und zuzüglich etwaiger Studiengebühren anteilig von den Eltern zu zahlen ist. Also habe ich die Mutter um Angabe ihres bereinigten Nettoeinkommens gebeten. Sie spricht nun in ihrer Antwort an mich von "drei Ansätzen, den Unterhalt zu ermitteln". Das ist mir neu, denn ich habe auch beim wiederholten Suchen im Internet immer nur den üblichen, o.g. Satz gefunden.
Ich brauche hier eine Rechtsauskunft von neutraler, kundiger Seite, auf welchen Unterhaltsbetrag meine Tochter in diesem konkreten Fall Anspruch hat und wie der relativ hohe Mietaufwand in diesem Zusammenhang hier zu sehen ist.
Meine Tochter wohnt aktuell im Gerichtsbereich des OLG Schleswig.

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Antwort:

der Unterhaltsbedarf für eine Volljährige (Studentin) mit eigenem Hausstand nicht bei den Eltern beträgt tatsächlich nach Tabelle 735,00 EUR. Darin ist eine Warmmiete von 300,00 EUR enthalten. Die Differenz von 235,00 EUR käme also noch hinzu, das Kindergeld ist in voller Höhe wieder abzuziehen. Der sich danach ergebende Kindesunterhalt wäre aufzuteilen im Verhältnis der jeweils bereinigten Nettoeinkünfte beider Elternteile zueinander.

Ob allerdings tatsächlich der volle Mietmehrbetrag Ansatz findet, müsste bei Bestreiten (von Ihnen) das Familiengericht entscheiden. Es kommt auf die Angemessenheit an.

Zuständig ist übrigens nicht das Familiengericht des Wohnsitzes Ihrer Tochter, zuständig ist das Familiengericht Ihres Wohnsitzes.



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