Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Buddhistische Weiterbildung auf Kosten des Arbeitgebers?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 09.07.2016

Frage:

Ich habe einen Mitarbeiter, der wieder Urlaub für seine Weiterbildung (er ist Buddhist und Zen Meister) will. Wir haben ihm letztes Jahr drei Monate (zur einmaligen Ausnahme) genehmigt. Jetzt kommt er gestern, er ist ab Mitte September wieder für drei Monate in Japan in einem Tempel. Er geht, ob es uns passt oder nicht, wenn nicht kündigt er. Er ist seit 20 Jahren in unserem Betrieb tätig. Nun zu uns. Wir sind ein Malerbetrieb mit nur noch zwei Mitarbeitern. Wir haben einen Arbeitsvertrag mit ihm, der sich nach dem Rahmentarifvertrag für gewerbliche Arbeitnehmer in der RTV-Fassung von 2012 richtet.
Kündigung von seiner Seite aus mit 12 Werktagen. Kündigung durch uns mit 5 Monaten zum Monatsende. Wir glauben nicht, dass er selbst kündigt, da er ja sonst beim Arbeitsamt für 12 Wochen gesperrt wäre und aller Wahrscheinlichkeit auch keine Genehmigung für den Aufenthalt für drei Monate nach Japan bekäme. Müssen wir, wenn wir ihn vorschriftsmäßig kündigen 5 Monate bezahlen, obwohl er weg ist? Oder können wir ihn fristlos kündigen, wenn er ab Mitte September 3 Monate Urlaub nimmt und dass ohne Genehmigung ? Außerdem will er Ende Juli bis Anfang August weiteren Urlaub für 2 Wochen. Dies hat er zwar schon rechtzeitig angekündigt, aber da wussten wir auch noch nichts von seinen neuen Plänen. Urlaub hat er noch ca. 26 Urlaubstage. Urlaubsgeld wird direkt mit der Urlaubskasse des Maler und Lackierhandwerkes abgerechnet. Wie sollen wir uns verhalten ?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-12
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer   |Hier klicken

Antwort:

In Beantwortung Ihrer Frage ist zunächst die Feststellung wichtig, dass Sie natürlich nicht verpflichtet sind, den Aufenthalt Ihres Mitarbeiters in dem japanischen Kloster zu finanzieren. Es gibt 2 Möglichkeiten zu verfahren, die davon abhängen, ob Sie mit dem Mitarbeiter zukünftig weiterzusammenarbeiten wollen. Ich empfehle das folgende Vorgehen:

Sie lehnen den Urlaubsantrag Ihres Mitarbeiters hinsichtlich des dreimonatigen Urlaubs schriftlich (!!) ab. Stattdessen bieten Sie ihm wahlweise die unbezahlte Freistellung von der Arbeit, während des dreimonatigen Zeitraumes, oder den Abschluss eines Auflösungsvertrages per Mitte September an und setzen ihm für die Entscheidung eine Frist von 3 Wochen.
Kündigen Sie in dem Schreiben weiter an, dass Sie das Arbeitsverhältnis fristlos beenden werden, wenn er trotz Versagung des Urlaubs Mitte September unentschuldigt nicht zur Arbeit erscheint.

Die Variante Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses ohne Leistungsbezug stellt die für den Mitarbeiter günstigste Variante dar, da er nach Ablauf der 3 Monate auf seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann. Angesichts der langen Betriebszugehörigkeit halte ich das Angebot für fair; verpflichtet sind Sie dazu insbesondere nach dem langen Urlaub im Vorjahr allerdings nicht. Wollen Sie dieses Entgegenkommen nicht noch einmal, verzichten Sie einfach auf diesen Passus und lassen es bei den anderen 2 Alternativen.

Die Auflösung des Arbeitsvertrages gibt Ihrem Mitarbeiter die Möglichkeit das Arbeitsverhältnis ohne Kündigung zu beenden. Der Auflösungsvertrag führt allerdings zu einer 3monatigen Sperre beim Arbeitslosengeld. Abfindungszahlungen sollten kein Thema sein, da die Auflösung des Arbeitsvertrages allein im Interesse des Mitarbeiters liegt. Es ist allenfalls eine Überlegung wert, ob mit einer überschaubaren Zahlung die Angelegenheit endgültig zu erledigen ist.

Äußert sich Ihr Mitarbeiter nicht und erscheint einfach ab Mitte September nicht mehr zur Arbeit, können Sie das Arbeitsverhältnis fristlos kündigen. Wichtig ist dabei, dass die Kündigung Ihrem Mitarbeiter wirksam zugestellt wird – am besten durch Einwurf in den Hausbriefkasten durch einen zuverlässigen Dritten, der den Zeitpunkt des Einwurfes auf dem Briefumschlag vermerken sollte. Vorsicht mit Einschreiben – diese werden bei einem Aufenthalt in Japan nicht abgeholt! Auch die fristlose Kündigung führt zu der 3monatigen Sperre.

Die Voraussetzungen für eine fristlose Kündigung liegen vor, wenn der Mitarbeiter trotz Urlaubsablehnung und vorheriger Androhung der Kündigung nicht zur Arbeit erscheint. Der eigentliche Urlaubsanspruch des Mitarbeiters bleibt von alledem unberührt. Den Urlaub im Juli/August werden Sie kaum ablehnen können. Soweit bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses im September noch Resturlaubsanspruch für 2016 besteht und dieser nicht in der Restarbeitszeit abgefeiert werden kann, ist er auszuzahlen incl. eventuellem Urlaubsgeld; abzurechnen mit der Urlaubskasse.




Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Arbeitsrecht

Voraussetzungen für eine außerordentliche Kündigung | Stand: 14.02.2017

FRAGE: Fristlose oder ordentliche Kündigung eines Mitarbeiters wegen unentschuldigten Fehlens? Die 1. Abmahnung zu diesem Fehlverhalten hat der Mitarbeiter bereits am 29.12.2016 erhalten. Er ist seit 14.11...

ANTWORT: Da weder im Arbeitsvertrag noch in einem Tarifvertrag die Möglichkeit der ordentlichen Kündigung vereinbart, ist das Arbeitsverhältnis leider nicht ordentlich kündbar (§ 15 Abs ...weiter lesen

Arbeitsrecht: Kündigung oder Aufhebungsvertrag? | Stand: 02.02.2017

FRAGE: Ich möchte mein jetziges Arbeitsverhältnis kündigen. Mein Arbeitgeber hat einen Aufhebungsvertrag aufgesetzt, in welchem steht: "Eventuelle Ansprüche auf Schadensersatz werden mit diese...

ANTWORT: Mit dieser Klausel möchte Ihr Arbeitgeber verhindern, dass Sie im Anschluss an den Aufhebungsvertrag Schadensersatzansprüche gegen ihn anmelden oder einklagen, welcher Art auch immer. Folgende ...weiter lesen

Was ist bei einer Kündigung zu beachten? | Stand: 14.02.2017

FRAGE: Ich bin seit 01.04.2011 bei meinem aktuellen Arbeitgeber beschäftigt. Der Arbeitsvertrag war zunächst auf ein Jahr befristet, wurde dann um ein Jahr verlängert und ist nach dem zweiten Jahr...

ANTWORT: Ihre Kündigung muss Ihrem Arbeitgeber spätestens am 31. Mai 2017 zugehen, damit das Arbeitsverhältnis am 30. Juni 2017 endet. Wenn Sie früher kündigen wollen, kann Ihr Arbeitgebe ...weiter lesen

Zeitarbeit: Höhergruppierung der Entgeltgruppe | Stand: 19.01.2017

FRAGE: Nach meiner zehnjährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr arbeite ich seit April 2016 über eine Zeitarbeitsagentur bei einem Kundenunternehmen und wurde in die Entgeltgruppe 2 eingestuft, was fü...

ANTWORT: Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ist das tarifliche Merkmal der „mehrjährigen Tätigkeit“ erfüllt, wenn der Stelleninhaber mindestens zwei Jahre in der entsprechende ...weiter lesen

Neue Arbeitsstelle - Vertragsrechtliche konsequenzen bei Nichtantritt | Stand: 04.04.2016

FRAGE: Habe ein Jobangebot und dieses im Detail besprochen. Nach ein paar Tagen dacht ich das es passen würde und habe dies per Email mitgeteilt zur Erstellung des Arbeitsvertrages. Der Arbeitsvertrag is...

ANTWORT: Sie fragen, ob nach den von Ihnen vorgetragenen Stand der Dinge, ein Arbeitsvertrag vorliegen würde, der Sie zur Zahlung einer Vertragsstrafe verpflichtet, wenn Sie das Arbeitsverhältnis nich ...weiter lesen

Arbeitsrecht - Muss ein Minijobber für Sachschaden in der Arbeit selbst haften? | Stand: 27.12.2015

FRAGE: Ich bin Maschinenbau-Student im 2. Semester und habe mein Studium durch ein 450 €-Job in einem Autohaus finanziert, in dem ich Fahrzeuge fotografiert habe.Am 18. Dezember war ich wieder dort anwesen...

ANTWORT: Muss ich den Schaden selbst tragen?Sie müssen den Schaden voraussichtlich in Höhe von EUR 1.350,00 selbst tragen.Ihre Tätigkeit ist betrieblich veranlasst. Betrieblich veranlasst ist jed ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Arbeitsrecht
Interessante Beiträge zu Arbeitsrecht

Was Du als Azubi über Deine Rechte wissen musst
| Stand: 10.03.2017

Inhaltsverzeichnis Einleitung 1. Smartphone/Handy-Nutzung am Arbeitsplatz     1.1 Darf ich mein Handy während der Arbeit privat nutzen?     1.2 Darf ich mein Diensthandy privat ...weiter lesen

Verbraucher Ratgeber zu Ihren rechtlichen Fragen - anwaltlich geprüft!
| Stand: 09.03.2017

In vielen alltäglichen Bereichen kommen immer wieder die gleichen Fragen auf. Sie sind damit nicht alleine, wenn Sie sich fragen ob Ihr Chef Ihren Arbeitsvertrag einfach kündigen darf, ob Sie Ihr Knöllchen ...weiter lesen

Rechte, die Ihnen als Arbeitnehmer zum Thema Urlaubsanspruch zustehen
| Stand: 06.03.2017

Inhaltsverzeichnis 1. Welche Rechte Arbeitnehmer zum Thema Urlaubsanspruch haben 2. Urlaubsantrag darf unter Umständen abgelehnt werden 3. Übertragen von Urlaub auf das nächste Jahr möglich 4. Urlaub ...weiter lesen

Die Kündigung im Arbeitsrecht: Was ist erlaubt?
| Stand: 28.02.2017

Inhaltsverzeichnis Einleitung 1. Was besagt eigentlich der Kündigungsschutz genau? 2. Welche Formen der arbeitgeberseitigen Kündigung gibt es?     2.1. Wann darf mir mein Arbeitgeber eine ...weiter lesen

Die Haftung des Arbeitgebers
| Stand: 26.01.2017

Die Haftung des Arbeitgebers ist ähnlich ausgestaltet wie die Haftung des Arbeitnehmers. Wie der Arbeitnehmer haftet der Arbeitgeber nur für Schäden, die er wegen Verstoßes gegen seine rechtlichen Pflichten ...weiter lesen

Was sind arbeitnehmerähnliche Personen?
| Stand: 25.01.2017

Die allermeisten arbeits- und sozialrechtlichen Vorteile werden nur Arbeitnehmern zuteil. Selbständige oder freie Mitarbeiter sind davon in der Regel ausgeschlossen. Bei einigen arbeitsrechtlichen Gesetzen gibt es aber ...weiter lesen

Versetzung des Arbeitnehmers während eines Kündigungsschutzprozesses
| Stand: 25.01.2017

Die deutsche Arbeitsgerichtsbarkeit bietet Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Möglichkeit, Fragen aus dem betrieblichen Alltag gerichtlich entscheiden zu lassen. Hiervon machen die Beteiligten auch rege Gebrauch, sodass ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-12
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.852 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 29.03.2017
Danke! Wenn man ein rechtliches Problem hat möchte man gerne sofort seine Chncen und Risiken kennen. Ich kenne keine anderen Anwalt bei dem das schneller geht eine erste Einschätzung zu bekommen! Danke Dass es Euch gibt!

   | Stand: 28.03.2017
RA Andreas Wegener ist ein kompetenter und freundlicher Anwalt - sehr empfehlenswert! Die Anwaltshotline ist ein guter Service, den ich schon häufig und gerne genutzt habe, um schnell und unkompliziert kompetente Antworten auf kinifflige Fragen zu bekommen.

   | Stand: 28.03.2017
ich finde diese Einrichtung sehr sehr hilfreich - gerade wenn man nicht so recht weiß, wohin man sich wenden kann Vielen Dank nochmals

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-12
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Arbeitsrecht | Zivil- und Wehrdienstrecht | Tarifrecht | Insolvenzrecht | Abmahnung | Anwalt Arbeitsrecht | Arbeitgeber | Arbeitnehmer | Arbeitnehmer Kündigung | Arbeitsplatz | Arbeitsschutz | Arbeitsvertrag | Ärztliches Attest | Kündigung | Mutterschutz | Sozialversicherung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-12
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen