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Nicht bei Versicherung gemeldeter Sohn hat keinen Versicherungsschutz

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 11.09.2015

Frage:

Als unsere Tochter geboren wurde, haben wir von einer Einzel- auf eine Familienauslandskrankenversicherung gewechselt. Da es sich um eine Familienversicherung handelt, in der alle Familienangehörigen - Ehegatten und alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr - bei gleichbleibendem Tarif mitversichert sind, haben wir den vier Jahre später geborenen Sohn nicht nachgemeldet.
Jetzt machten leider zwei voneinander unabhängige Unfälle unseres Sohnes im Urlaub einen jeweils 1-tägigen Krankenhausaufenthalt notwendig.
Die Versicherung verweigert jedoch die Übernahme der Kosten, weil unser Sohn nicht in Ihren Unterlagen aufscheint. Die allgemeinen Versicherungsbedingungen verlangen zwar die Meldung der Familienangehörigen, aber ist es trotzdem rechtens die Übernahme der Kosten zu verweigern? Es scheint mir nur eine Formalität zu sein, weil sich der Tarif und die Art der Versicherung nicht ändern würde.

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Antwort:

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass die Aussage der Krankenversicherung richtig ist. Ihr Sohn ist bisher dort nicht versichert.

Die Grundlage für das Versicherungsverhältnis sind die Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Auslandsreise-Krankenversicherung. Das ist das „Kleingedruckte“, das Ihnen bei Abschluss der Versicherung übersandt worden ist. Haben Sie die Versicherung über das Internet abgeschlossen, haben Sie durch ein entsprechendes Häckchen bestätigt, dass Sie von diesen Kenntnis genommen haben. Sie sind im Internet hinterlegt und verlinkt. Sie können Sie auf der Seite der Auslandsreisekrankenversicherung auch jetzt jederzeit nachlesen.

In § 3 der AVB sind die versicherten Personen benannt. In Abs. 2 ist ausdrücklich geregelt, dass im Rahmen der Familienversicherung der namentlich genannte Ehegatte und die namentlich genannten Kinder versichert sind. Weiter ist in Abs.3 klargestellt, dass mitversicherte Kinder bei Antragstellung anzuzeigen sind. Daraus folgt zwingend, dass natürlich auch später hinzutretende Kinder namentlich anzuzeigen sind.

Das bedeutet, dass sich die Auslandskrankenversicherung nur auf die namentlich genannten Familienmitglieder beschränkt. Treten weitere Kinder hinzu, sind diese anzuzeigen um sie in den Versicherungsschutz mit einzubeziehen. Erst danach besteht Versicherungsschutz.

Da Sie Ihren Sohn entsprechend den Versicherungsbedingungen nicht angemeldet haben, gehört er auch nicht zu dem Kreis der versicherten Personen.

Sie können sich auch nicht auf die Unwirksamkeit der AVB berufen, da die Regelung, dass nur namentlich genannte Personen versichert sind, nicht überraschend ist, denn es nahe, dass der Versicherer Kenntnis haben muss, wen er eigentlich versichert. Sie sollten für kommende Urlaube daher Ihren Sohn jetzt nachbenennen.



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