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Kredit und Ratenschutzversicherung sind unabhängig voneinander kündbar

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 24.08.2015

Frage:

Ich, Jahrgang 1952, habe letzten Freitag einen Kredit bei der Bank abgeschlossen. Mir wurde eine Ratenschutzversicherung in Höhe von 2625 Euro "untergeschoben", die im Versicherungsfall gar nicht zahlen würde, weil ich seit ca. 10 Jahren eine volle Erwerbsminderungsrente erhalte.

Das wusste die Beraterin. Sie hat aber in den Vertrag einfach Altersrentnerin eingetragen. Mir war erst zu Hause klar, dass diese Versicherung nutzlos und teuer ist. Ich musste die Unterlagen für die Bank unterschreiben und bekam meine Unterlagen in einem Schnellhefter ausgehändigt. Hätte ich da vor Ort reingeschaut, wäre ich vom Vertrag zurückgetreten. Kann ich bei der RSV von meinem Widerrufsrecht (30 Tage) Gebrauch machen, ohne den Kredit zu gefährden?

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Antwort:

Sie sollten von Ihrem Widerrufsrecht in jedem Fall Gebrauch machen und innerhalb der Frist (möglichst bald !) dem Vertragsschluss mit der Ratenschuldversicherung widersprechen. Hilfsweise sollten Sie zugleich die Kündigung dieser Versicherung aussprechen. Es macht für Sie keinen Sinn diese 2625 € zu zahlen. Bitte übersenden Sie den Widerruf per Einschreiben mit Rückschein und bezeichnen sie ihn ausdrücklich mit „Widerruf des Vertrages vom 21.8.2015“ .

Bei erfolgreichem Widerruf muss die Bank den Betrag von 2625 € von Ihrem Darlehensbetrag abziehen und die von Ihnen zu leistenden Zahlungen der reduzierten Schuldverpflichtung anpassen. Ein Sonderkündigungsrecht der Bank besteht nur dann, wenn Sie Ihren Kreditverpflichtungen nicht ordnungsgemäß nachkommen. Es handelt sich hier um getrennte Rechtsgeschäfte, so dass der Widerruf der Restschuldversicherung nicht automatisch zu einer Kündigung des Kreditvertrages führt.



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