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Verrechnung von Kindergeld und Kindesunterhalt

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Tilmann Kempf
Stand: 21.06.2015

Frage:

Mein Sohn zahlt den Unterhalt für seinen jetzt 10jährigen, bei der Mutter lebenden, Sohn regelmäßig von dessen Geburt an. Jetzt kam die Frage auf, ob er nach § 1612b nicht die Hälfte des Kindergeldes, das an die Mutter ausbezahlt wird, einbehalten und von der Unterhaltssumme abziehen kann?

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Antwort:

Allgemein gilt zunächst für die Berechnung des Unterhaltspflicht Ihres Sohnes:Die Unterhaltspflicht richtet sich nach sog. Düsseldorfer Tabelle.

Die Düsseldorfer Tabelle gibt Auskunft über die Höhe des Unterhalts, der nach einer Trennung für Kinder gezahlt werden muss, wenn diese nicht im eigenen Haushalt leben.
Die Düsseldorfer Tabelle wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2015 aktualisiert. Darin sind höhere Selbstbehalte festgelegt. Der Kindesunterhalt wurde damit allerdings nicht erhöht.
Der Unterhaltsbedarf ergibt sich aus der Tabelle unter Berücksichtigung des Nettoeinkommens und des Alters der Kinder.
Der Unterhaltsbedarf ist nicht identisch mit dem Zahlbetrag. Die Höhe der Zahlung ergibt sich nach Abzug der Hälfte des monatlichen Kindergelds.
Der Selbstbehalt für einen erwerbstätigen Unterhaltszahler beläuft sich seit dem 1. Januar 2015 auf 1.080 Euro. Für einen nicht erwerbstätigen Unterhaltsverpflichteten liegt der notwendige Selbstbehalt seit Januar 2015 bei 880 Euro im Monat
Fazit: Wenn bisher nur nach dem sog. Unterhaltsbedarf gezahlt worden ist, müsste von diesem der tatsächliche Zahlbetrag um die Hälfte des Kindergeldes gekürzt werden.
Diese Frage müsste aber tatsächlich zunächst geklärt werden.Wenn es versäumt wurde, diesen Betrag abzuziehen wäre hier sogar eventuell eine Rückforderung von Unterhalt denkbar.



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