Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Teilzeitwunsch kann nur aus betrieblichen Gründen verweigert werden

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 06.05.2015

Frage:

Ich arbeite seit 25 Jahren in einem Betrieb im Einzelhandel/Möbel mit ca. 1000 Mitarbeitern.

Nun endet meine Elternzeit am 25.06.2015. In der Zwischenzeit habe ich jetzt ca. ein Jahr im gleichen Betrieb - in der gleichen Abteilung - auf 450,- Euro-Basis gearbeitet. (das waren ca. 9 Wochenstunden) Nun möchte ich gerne in TEILZEIT mit 15 Wochenstunden arbeiten. Dies habe ich auch schon mit dem Personalchef soweit geklärt, er muß das jetzt aber noch mit unserem Geschäftsführer/Inhaber abklären.

Nun meine Frage:
ich würde evtl. gerne bis September weiter auf 450,- Euro-Basis arbeiten und dann erst in Teilzeit gehen. Ist dies möglich, oder kann mein Chef hier sagen, entweder jetzt zum Juni oder gar nicht in Teilzeit? Zumal ich ja schon gesagt habe, das ich nach der Elternzeit gerne mehr arbeiten würde?

Und was kann ich tun, falls der Betrieb die Teilzeit ganz ablehnt? Obwohl bei uns einige Teilzeitkräfte arbeiten und in meiner Abteilung das vom Arbeitsablauf auch kein Problem wäre.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-12
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer   |Hier klicken

Antwort:

§ 8 Verringerung der Arbeitszeit
(1) Ein Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat, kann verlangen, dass seine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit verringert wird.
(2) Der Arbeitnehmer muss die Verringerung seiner Arbeitszeit und den Umfang der Verringerung spätestens drei Monate vor deren Beginn geltend machen. Er soll dabei die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben.
(3) Der Arbeitgeber hat mit dem Arbeitnehmer die gewünschte Verringerung der Arbeitszeit mit dem Ziel zu erörtern, zu einer Vereinbarung zu gelangen. Er hat mit dem Arbeitnehmer Einvernehmen über die von ihm festzulegende Verteilung der Arbeitszeit zu erzielen.
(4) Der Arbeitgeber hat der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen und ihre Verteilung entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers festzulegen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen. Ein betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht. Die Ablehnungsgründe können durch Tarifvertrag festgelegt werden. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrages können nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Anwendung der tariflichen Regelungen über die Ablehnungsgründe vereinbaren.
(5) Die Entscheidung über die Verringerung der Arbeitszeit und ihre Verteilung hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Verringerung schriftlich mitzuteilen. Haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht nach Absatz 3 Satz 1 über die Verringerung der Arbeitszeit geeinigt und hat der Arbeitgeber die Arbeitszeitverringerung nicht spätestens einen Monat vor deren gewünschtem Beginn schriftlich abgelehnt, verringert sich die Arbeitszeit in dem vom Arbeitnehmer gewünschten Umfang. Haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Verteilung der Arbeitszeit kein Einvernehmen nach Absatz 3 Satz 2 erzielt und hat der Arbeitgeber nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Arbeitszeitverringerung die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit schriftlich abgelehnt, gilt die Verteilung der Arbeitszeit entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers als festgelegt. Der Arbeitgeber kann die nach Satz 3 oder Absatz 3 Satz 2 festgelegte Verteilung der Arbeitszeit wieder ändern, wenn das betriebliche Interesse daran das Interesse des Arbeitnehmers an der Beibehaltung erheblich überwiegt und der Arbeitgeber die Änderung spätestens einen Monat vorher angekündigt hat.
(6) Der Arbeitnehmer kann eine erneute Verringerung der Arbeitszeit frühestens nach Ablauf von zwei Jahren verlangen, nachdem der Arbeitgeber einer Verringerung zugestimmt oder sie berechtigt abgelehnt hat.
(7) Für den Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit gilt die Voraussetzung, dass der Arbeitgeber, unabhängig von der Anzahl der Personen in Berufsbildung, in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt.


Damit ergibt sich für Sie Folgendes:

Grundsätzlich haben Sie einen Anspruch auf eine Teilzeitstelle. Es liegt auch in ihrer Hand, welchen Umfang die Teilzeitstelle haben soll, wobei auch eine geringfügige Beschäftigung (450 €) eine zulässige Teilzeitbeschäftigung ist.

Der Arbeitgeber kann dem Teilzeitwunsch nur dann widersprechen, wenn betriebliche Gründe der Teilzeitbeschäftigung entgegenstehen. Hier wird es in einem so großen Einzelhandelsbetrieb, der auf den flexiblen Einsatz der Mitarbeiter angewiesen ist, kaum möglich sein, stichhaltige betriebliche Gründe gegen eine Teilzeitbeschäftigung vorzutragen.

Ob sich der Arbeitgeber auf Ihren Wunsch – erst 9 dann 15 Wochenstunden - einlassen muss, ist eine andere Frage. Grundsätzlich besteht auch hier Ihr Wahlrecht; allerdings kann ein wiederholter Wechsel der Beschäftigungsdauer natürlich zu Planungsproblemen beim Arbeitgeber führen. Hier bleibt es also abzuwarten, wie der Arbeitgeber auf diesen Wunsch reagiert. Die Frage ist aber sicher zulässig, ob der Einsatz so wie von Ihnen geplant durchgeführt werden kann.

Sollte der Arbeitgeber wider Erwarten der gewünschten Teilzeitbeschäftigung nicht zustimmen und auch die Erörterung Ihres Wunsches nicht zu einem für Sie akzeptablen Ergebnis führen, besteht die Möglichkeit, den Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht auf Zustimmung zur Teilzeitbeschäftigung zu verklagen. Er muss dann schon überzeugende Gründe vortragen, warum gerade in Ihrem Fall die gewünschte Teilzeitbeschäftigung nicht möglich sein soll.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Angestelltenvertrag

Anmeldung eines Minijobs bei der Minijob-Zentrale trotz sehr geringer Stundenzahl | Stand: 28.08.2015

FRAGE: Ich bin selbständig/freiberuflich tätig und brauche nun eine Aushilfe zur Ausführung von gewissen Bürotätigkeiten, wie z.B. Ablage, Sortieren usw. Vorgesehen sind ca. 5 Stunde...

ANTWORT: Jeder Minijob muss der Minijob-Zentrale gemeldet werden.Eine Anmeldung im Haushaltsscheckverfahren ist nur möglich für Arbeitskräfte, die im privaten Haushalt eingesetzt werden. Alle andere ...weiter lesen

Auswirkung der Führung der Mitarbeiterkapazität mit 0,25 | Stand: 12.07.2015

FRAGE: Sehr geehrte Rechtsanwälte,bitte senden Sie mir ein unverbindliches Preisangebot zur Beantwortung folgende(r) Rechtsfrage(n): Ich habe einen Schwerbehinderten-Status von 100%, aufgrund meiner Dialyse...

ANTWORT: Es kann je nach der konkreten privaten Situation, sein, daß Sie vom Arbeitgeber hier möglicherweise gegen Ihren Willen auf Abstellgleis geschoben werden sollen, was Sie nicht hinnehmen müssen ...weiter lesen

Arbeitsvertrag: Kündigungsfrist zum Monatsende | Stand: 27.08.2012

FRAGE: Ich habe eine vierwöchige Kündigungsfrist um Monatsende. D. h. konkret, morgen könnte ich zum 30.9. kündigen. Jetzt möchte ich aber morgen zum 31.12. kündigen. Muss der A...

ANTWORT: Wenn ihr Arbeitsvertrag eine vierwöchige Kündigungsfrist zum Monatsende vorsieht, muss die schriftliche Kündigung dem Arbeitgeber bis zum 31.08.2012 zugegangen sein, damit, das Arbeitsverhältni ...weiter lesen

Wer übernimmt die Kosten für eine Schwangerschaftsbescheinigung? | Stand: 20.06.2012

FRAGE: Ich habe eine kleine Landpraxis für Ergotherapie. Meine Mitarbeiterin ist schwanger geworden und ich habe eine Schwangerschaftsbescheinigung von ihr verlangt. Wer muss die Bescheinigung bezahlen...

ANTWORT: Wenn Sie als Arbeitgeber den Nachweis der Schwangerschaft durch Vorlage eines ärztlichen Attests verlangen, so sind Sie zur Kostentragung verpflichtet. Dies ergibt sich aus § 5 Abs. 3 MuSch ...weiter lesen

Kann gewährter Urlaub einfach wieder gestrichen werden ? | Stand: 27.06.2011

FRAGE: ich arbeite seit 25 Jahren als Festangestellte an einer Tankstelle. Vor 6 Wochen sind bei der Entnahme von Bodenproben Dieselleitungen angebohrt worden so das der Tankbetrieb für 6 Wochen eingestell...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin, Wenn der Arbeitgeber Sie nach Hause schickt und nicht möchte dass Sie arbeiten kommen, gerät er in Annahmeverzug.Geregelt ist das in § 615 BGB: "§ 615 Vergütun ...weiter lesen

Dauer des Vertragsverhältnisses | Stand: 05.04.2011

FRAGE: Für beide Vertragspartner gilt eine Kündigungsfrist von 6 Monaten jeweils zum Ende eines Quartals.Ohne daß es einer Kündigung bedarf endet das Arbeitsverhältnis mit Ablauf de...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Frage: Was heiß dieser Satz genau, wann ist die vertragliche Befristung zu Ende?Jeder Arbeitsvertrag, auch der Ihrige, unterliegt einer besonderen Art der Befristung, die nich ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Arbeitsrecht
Interessante Beiträge zu Angestelltenvertrag

Was Sie über Arbeitszeugnisse wissen sollten
| Stand: 27.07.2015

Beinahe jeder Arbeitnehmer hat in seinem Arbeitsleben schon einmal ein Arbeitszeugnis erhalten. Es hat sich eine Zeugnissprache gebildet, die sich dem Laien kaum erschließt. Es gilt daher, Arbeitszeugnisse kritisch ...weiter lesen

Anspruch des Arbeitsnehmers auf Arbeitszeugnis
| Stand: 02.04.2015

Häufig streiten sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber nach Ende eines Arbeitsverhältnisses vor den Arbeitsgerichten über die Erteilung und Formulierung von Arbeitszeugnissen. Zwar hat der Arbeitnehmer nach § ...weiter lesen

Anspruch auf freiwillig gewährtes Weihnachtsgeld
| Stand: 26.11.2013

Wird dem Arbeitnehmer laut seinem Arbeitsvertrag ein Weihnachtsgeld „gewährt“, so ergibt sich aus dieser Formulierung ein Anspruch. Dieser wird auch dann nicht gemindert, wenn die Zahlung als „freiwillige ...weiter lesen

Kein Streikaufruf über E-Mail-Konto der Firma
| Stand: 06.11.2013

Über die firmeneigene E-Mail-Adresse darf ein Arbeitnehmer nicht zum Streik aufrufen. Der Arbeitgeber hat in so einem Fall das Recht von ihm zu verlangen, dies zu unterlassen. Das hat nun das Bundesarbeitsgericht entschieden ...weiter lesen

Arbeitsrecht: Kündigungsschreiben unter Anwesenden im Original übergeben
| Stand: 17.09.2013

Immer wieder wird vor den Arbeitsgerichten die Frage diskutiert, ob die Kündigung entsprechend dem Schriftformerfordernis des Bürgerlichen Gesetzbuches dem Empfänger zugegangen ist und welche Anforderungen ...weiter lesen

Vorgesetzter lässt Arbeitszeitnachweise fälschen
| Stand: 03.09.2013

Ein leitender Angestellter, der seine Mitarbeiter vorzeitig Feierabend machen lässt, ohne dazu berechtigt zu sein, riskiert das notwendige Vertrauen der Unternehmensführung. Der Bruch mit dem Arbeitgeber ist irreparabel, ...weiter lesen

Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis - kein Automatismus
| Stand: 07.08.2013

Wer ein qualifiziertes Arbeitszeugnis von seinem ehemaligen Arbeitgeber haben möchte, muss das diesem klar und unmissverständlich zu verstehen geben. Weigert sich dieser prinzipiell, dem nachzukommen, oder verzögert ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-12
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.840 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 28.03.2017
ich finde diese Einrichtung sehr sehr hilfreich - gerade wenn man nicht so recht weiß, wohin man sich wenden kann Vielen Dank nochmals

   | Stand: 27.03.2017
Ich bin sehr zufrieden mit den Antworten . Ich kann diese hotline nur weiterempfählen.

   | Stand: 24.03.2017
Guten Tag, ich hatte mit RAin Kogan ein telefonat. Sie hat mir bestens weiter geholfen. Solche Informationen sind Gold wert...

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-12
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Arbeitsrecht | Allgemeine Rechtsfragen | Arbeitsrecht | Familienrecht | Anstellungsvertrag | Arbeitgeber | Arbeitnehmer | Arbeitsregelung | Arbeitsverhältnis | Arbeitsvertrag | Arbeitsvertragsrecht | Berufsausübung | Beschäftigungsverhältnis | Dienstplan | Dienstverhältnis | Einstellungsvertrag | Einzelarbeitsvertrag | Inhalt Arbeitsvertrag | kein Arbeitsvertrag | Vertragsgestaltung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-12
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen