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Internetbetrug durch Abo-Modell

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Silke Fasterling
Stand: 19.04.2012

Frage:

Ich hatte mich vor einiger Zeit auf der seite www.xxx.de angemeldet aber bereits am darauf folgenden Tag meinen Account gelöscht, am folgenden Tag erhielt ich eine Rechnung von der xxx gmbh, ich hätte ein Abo gekauft, was nirgends auf der Seite zu erkennen war. Damals machte ich den Fehler und zahlte den Betrag. Im vergangenen Jahr erhielt ich erneut Post mit einer Zahlungsaufforderung der ich auf keinen Fall noch einmal nachkommen wollte. Ich erkundigte mich im Internet über die Firma und beschloss, das Schreiben zu ignorieren. Heute, ein jahr später, erhielt ich eine Mahnung der Firma yyyyy gmbh und eine Ratenzahlungsvereinbarung für den eingeforderten Betrag.

Was muss ich machen, damit ich endlich Ruhe vor dieser Firma habe?

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Antwort:

Sie sind auf eine sogenannte "Internet-Abzocke" hereingefallen, wo es für den Verbraucher meist unbemerkt und in der Regel ohne die erforderlichen Hinweise auf rechtliche Verbindlichkeit, Widerrufsrechte, etc. zu einem behaupteten Verragsschluß kommt. Die vertragliche Leistung ist üblicherweise entweder kaum von Nutzen oder über andere Anbieter oftmals sogar kostenlos zu erhalten.

Die einzig richtige Reaktion in solchen Fällen ist, keine Zahlung zu leisten und die häufig zahlreichen und massiven Zahlungsaufforderungen durch Rechtsanwaltsbüros oder Inkassofirmen eingehen zu ignorieren. Masche derartiger Firmen ist es, möglichst viel Druck aufzubauen und den "Kunden" zur Zahlung zu bewegen. Auch Sie haben ja einmal Zahlung geleistet, die auch leider infolge des Zeitablaufs nicht mehr zurückgebucht werden kann.

Da hierin ein Anerkenntnis gesehen werden könnte, empfiehlt es ich, vorsorglich den Vertrag insgesamt schriftlich – nicht lediglich per E-Mail – zu widerrufen.

Wenn nur ein Bruchteil der Geschädigten zahlt, hat die Firma ihr Ziel bereits erreicht.
Reagieren müssen Sie erst, wenn Ihnen ein Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides zugestellt wird. Dieser ist leicht an dem gelben Umschlag erkennbar, auf dem der Postzusteller das Zustellungsdatum vermerkt. Hiergegen legen Sie dann binnen 14 Tagen nach Erhalt Widerspruch ein. Bislang ist immer noch kein Fall bekannt, in dem eine solche Forderung gerichtlich geltend gemacht wurde. Die Anbieter sind sich darüber im Klaren, dass dann möglicherweise ein Präzedenzfall geschaffen würde, der sich auf ihre gesamte Tätigkeit auswirkte. Sie können also beruhigt darauf vertrauen, dass außer unangenehmen und zugegeben Nerven belastenden Mahnschreiben keine Weiterungen zu erwarten sind. Parallel empfehle ich, den konkreten Anbieter bei der örtlichen Verbraucherzentrale zu melden. Es werden dort Daten gesammelt, auch um Warnungen für künftige mögliche Opfer derartiger Machenschaften auszusprechen.



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