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Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 20.02.2012

Frage:

Ich wohne in der Niederlande. Mein Onkel, der in Deutschland wohnhaft ist, verstarb 2012. Mein Onkel hat mir, bevor er starb, einen Fetzen Papier gegeben, wo draufsteht, dass ich sein Haus mitsamt Hausrat erbe und nach seinem Tod verkaufen soll. Außerdem hat er gesagt, dass genug Geld auf dem Konto vorhanden ist für die Beerdigung und die ersten Kosten die dann entstehen. Sein Freund, Herr X, hat mir vor einem halben Jahr eine Abschrift vom Testament gezeigt, was beim Gericht liegen muss, worauf steht, dass ich die alleinige Erbin bin. Herr X war auch während der Krankheit meines Onkels der Vormund. Er hat ihm bis zum Tode begleitet, wofür ich sehr dankbar bin. Ich habe Herr X versprochen, dass er sein altes Auto eintauschen kann und ich den Rest für ein neues Auto drauflege, aber erst wenn das Haus verkauft ist. Eine Woche vor dem Tod meines Onkels, hat Herr X das ganze Geld vom Konto abgehoben, etwa 10 tausend Euro, er sagt es stehe ihm zu und er habe die Erlaubnis meines Onkels. Muss man keine schriftliche Bestätigung haben, wenn man auf einmal so viel Geld von einem fremden Konto abhebt?

Jetzt verlangt er von mir dass ich alle Kosten aus eigener Tasche bezahle. Meine Frage: Wenn eine Person stirbt, verfällt dann nicht die Befugnis und darf er selbst das Haus ausräumen? Jetzt muss ich bei der Bank ein Kredit aufnehmen, um alles zu bezahlen, er verlangt von mir das ich sofort sein Auto kaufe, obwohl das Haus noch nicht verkauft ist. Mein Onkel hat mir gesagt, es ist genug Geld für die Beerdigung da und auf einmal ist das Konto leer. Wie lange dauert es bis ein Testament geöffnet wird? Ich bin Herr X wirklich dankbar für alles was er getan hat und ich werde mein Wort auch halten, aber dies geht mir zu weit. Bitte sagen Sie mir was ich tun soll. 

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Antwort:

Ihre zahlreichen Fragen beantworte ich wie folgt:

1. Sie sollten sich unter Beifügung der Sterbeurkunde unmittelbar schriftlich an das Amtsgericht Herne wenden und dort den Tod Ihres Onkels anzeigen. Zugleich sollten Sie anfragen, ob dort ein Testament von ihm hinterlegt ist und einen Erbschein beantragen.

Sollte dieses der Fall sein, wird das Gericht zunächst Ermittlungen aufnehmen, ob es noch weitere Angehörige Ihres Onkels gibt, die von Amts wegen auch zu benachrichtigen sind. Sie können die Arbeit des Gerichts beschleunigen, wenn Sie Anschriften der Ihnen bekannten weiteren Angehörigen mit übersenden.

Wie lange es dann bis zur Testamentseröffnung dauert, hängt davon ab, wie schnell das Gericht alle weiteren Verwandten ermittelt hat. Das kann durchaus mehrere Wochen dauern. Dann wird das Gericht den Erbschein ausstellen, der Voraussetzung dafür ist, dass Sie das Erbe antreten können.

Vieles weitere hängt dann vom Inhalt des Testaments ab.

2. Möglicherweise stellt auch der Ihnen ausgehändigte Fetzen Papier ein formgültiges Testament dar. Notwendig dazu wäre, dass er handgeschrieben ist und eine Unterschrift enthält. Eine abschließende Beurteilung bleibt einer Einsichtnahme in den „Fetzen Papier“ vorbehalten.

3. Herr X war Betreuer Ihres Onkels. Wenn er gerichtlich bestellt oder durch eine Vollmacht des Onkels bestellt war, konnte er jedes Rechtsgeschäft im Namen Ihres Onkels durchführen. Dazu zählt dann natürlich auch das Abheben von Geld in jeder beliebigen Menge.

Das heißt aber nicht, dass er dieses Geld auch behalten darf. Vielmehr ist er als Betreuer verpflichtet, gegenüber den Erben Rechenschaft hinsichtlich seines Handelns zu legen. Dazu muss er mit Belegen nachweisen, wo das Geld, das er in der letzten Zeit abgehoben hat, verblieben ist. Kann er dieses nicht, muss er es zurückzahlen. Die Behauptung, der Onkel habe ihm das Geld geschenkt, reicht dazu nicht aus, wenn er keine schriftliche Schenkungsurkunde des Onkels vorlegen kann. Sonst könnte sich ja jeder Betreuer nach Belieben bedienen.

Wann diese Vollmacht des Onkels endet, hängt vom konkreten Inhalt der Vollmacht ab. Es kann auch eine Vollmacht über den Tod hinaus geben. Im Regelfall endet die Vollmacht aber mit dem Tode. Dann handeln die Erben.

4. Die Beerdigungskosten sind von den Erben zu zahlen. Dabei ist es ohne Belang, ob das Erbe schon zu Geld gemacht werden konnte oder ausreichend Geld für die Bestattung vorhanden ist. Notfalls muss der Erbe die Bestattung aus seinem Vermögen vorfinanzieren.

Damit werden die Beerdigungskosten letztlich wohl auf Sie zukommen. Gleichwohl würde ich die Kosten nicht bezahlen, wenn der Onkel den Bestatter beauftragt hat. Dann wird sich der Bestatter an seinen Auftraggeber, also an Herrn X wenden. Teilen Sie Herrn X mit, dass Sie Ihre Verpflichtungen aus der Bestattung mit den abgehobenen 10.000 € aufrechnen.

5. Hinsichtlich Ihrer Zusage mit dem Auto würde ich in der Tat abwarten, bis Sie das Erbe tatsächlich angetreten haben. Falls nach dem Ausgleich der Bestattungskosten von den 10.000 € noch Geld übrig ist, können Sie auch insoweit mit Herrn X die Autokosten verrechnen.

6. Was ist zu tun?
Sie sollten den Antrag auf Erteilung des Erbscheines beim Nachlassgericht in Herne stellen. Die Bezahlung des Bestatters sollten Sie möglichst vermeiden und auf Herrn X als Auftraggeber verweisen. Diesen sollten Sie zur Rechenschaft unter Vorlage der notwendigen Unterlagen (Quittungen, Kontoauszüge) für das letzte Jahr seiner Betreuung bitten. Diese “Bitte“ sollten Sie auch dann durchsetzen, wenn er sich weigert. Das wäre ein Indiz dafür, dass er Geld Ihres Onkels unberechtigt zur Seite gebracht hat. Sie haben einen Rechtsanspruch auf Rechenschaftslegung.

Nach Erteilung des Erbscheines kann das Haus veräußert und endgültig mit Herrn X abgerechnet werden.



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