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Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Silke Fasterling
Stand: 11.11.2011

Frage:

Ich habe via Internet die Seite outlets.de aufgerufen und mich dort registrieren lassen. Nach einigen Minuten sah ich, daß es sich um eine kostenpflichtige Seite handelt und habe sofort eine Kündigung per E-Mail geschickt.

Diese Kündigung wurde total ignoriert.

Ich bekam dann eine Rechnung über rund 100€, die ich nicht bezahlt habe. Nachdem man mir mit Inkasso drohte, habe ich dann doch bezahlt, da ich Angst hatte. Ich sah dann im Fernsehen, daß es sich um eine Firma handelt, die Bauernfänger sind. Als in diesem Jahr wiederum eine Rechnung über 100€ eintraf, habe ich sie bislang ignoriert. Jetzt hat sich ein Inkassounternehmen bei mir gemeldet, die eine Forderung von 157,79€ geltend machen.

Ich bin sehr verunsichert, ob ich bezahlen soll.

Ich habe Dienste von outlets.de nie in Anspruch genommen. Habe daher auch keine Ahnung, ob die überhaupt welche anbieten. Die E-Mail, die meine Kündigung beweisen könnte, ist leider nicht mehr in meinem PC gespeichert, da ich ein neues Programm habe.

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Antwort:

Sie sind auf eine sogenannte "Internet-Abzocke" hereingefallen, wo es für den Verbraucher meist unbemerkt und in der Regel ohne die erforderlichen Hinweise auf rechtliche Verbindlichkeit, Widerrufsrechte, etc. zu einem behaupteten Vertragsschluss kommt. Die abonnierte vertragliche Leistung ist entweder kaum von Nutzen oder über andere Anbieter kostenlos zu erhalten. Typisch ist auch, dass es sich häufig um Briefkastenfirmen handelt, in denen sich niemand der eingehenden Post wie bspw. Ihrer Kündigung bzw. Ihres Widerrufs annimmt.
Die einzig richtige Reaktion in solchen Fällen ist, keinerlei Zahlungen zu leisten und für den Fall, dass die Anbieter an die Bankverbindung gelangt sind und Abbuchungen vornehmen, diese Beträge über die Bank zu stornieren. Die weiteren Zahlungsaufforderungen durch Rechtsanwälte oder Inkassobüros sollten Sie schlicht ignorieren. Masche derartiger Firmen ist es, möglichst viel Druck aufzubauen und den "Kunden" zur Zahlung zu bewegen. Wenn nur ein Bruchteil der Opfer derartiger Praktiken zahlt, hat die Firma ihr Ziel bereits erreicht. Reagieren müssen Sie erst, wenn Sie einen Antrag auf Erlass eines gerichtlichen Mahnbescheides zugestellt bekommen. Dieser ist leicht an dem gelben Umschlag zu erkennen, auf dem der Zusteller das Zustelldatum vermerkt. Hiergegen legen Sie dann binnen 14 Tagen Widerspruch ein. Dass dieser Fall eintritt, ist sehr unwahrscheinlich, bislang ist eine solche gerichtliche Geltendmachung nicht bekannt. Die Anbieter sind sich darüber im Klaren, dass dann möglicherweise durch Klagabweisung ein Präzedenzfall geschaffen wird, der sich auf ihre gesamte Tätigkeit auswirken würde. Sie können also beruhigt darauf vertrauen, neben zugegeben nervenbelastenden und unangenehmen Mahnschreiben sind keine Weiterungen zu erwarten.
Streng genommen können Sie die bisher geleistete Zahlung zurückfordern. Ich gehe jedoch davon aus, dass ohne eine gerichtliche Geltendmachung Ihre Schreiben ohne Reaktion bleiben.

Parallel empfehle ich, den konkreten Anbieter bei der örtlichen Verbraucherzentrale zu melden. Es werden dort Daten gesammelt, auch um Warnungen für künftige mögliche Opfer derartiger Machenschaften auszusprechen.



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