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Berliner Testament von Erblasser

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Harald Urban
Stand: 14.01.2014

Frage:

Die Erblasser, ein kinderloses Ehepaar, keine Gütertrennung, deren Eltern leben nicht, erstellten ein notarielles Testament mit folgendem Wortlaut:

" Hiermit setzen wir uns gegenseitig zum alleinigen, unmittelbaren und unbeschränkten Erben ein."

Die nächsten Erben laut gesetzlicher Erbfolge sind 5 Neffen.

Meine Frage:
Kann nach dem Tod des ersten Erblassers der zweite ein weiteres Testament erstellen und somit die Verteilung des Vermögens beliebig regeln.

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Antwort:

Die Erblasser haben ein sog. Berliner Testament errichtet. Ich setze jetzt voraus, dass die Formalien eingehalten sind. Mit dem sog. Ehegattentestament setzen sich die Eheleute wechselseitig als Erben ein.

Es ist möglich und auch verbreitet, dass die Ehegatten auch die weitere Erbfolge festlegen und bestimmen, wer nach dem Letztversterbenden Erbe sein soll. Dabei gibt es den befreiten Vorerben und den gebundenen Vorerben. Der gebundene Vorerbe kann nicht willkürlich über das Erbe oder Erbschaftsgegenstände der verfügen, der befreite Vorerbe unterliegt keinen Beschränkungen.

Von einer solchen Einsetzung eines Nacherben schreiben Sie nichts. Insofern ist der letztversterbende Ehegatte völlig frei über das Erbvermögen zu verfügen, also auch darüber mit einem in sein Belieben gestelltes Testament über den Nachlass zu verfügen.



Rechtsbeiträge über Erbrecht / Erb- und Steuerrecht
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