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Pflichtteil an Erbe verringert sich?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Peter Muth
Stand: 02.05.2013

Frage:

Meine Eltern hatten ein Berliner Testament, nach dem Tod meines Vaters hat meine Mutter alles geerbt, ich (einziger Sohn) wurde als Erbe ausgeschlossen, sollte lt. Testament alles erben nach dem Tod meiner Mutter. Im Nachlassverzeichnis ist u.a ein PKW (war auf meinem Vater zugelassen) mit ca 7000,- € benannt. Nach dem Tod habe ich diesen im Auftrag meiner Mutter verkauft, den Erlös von 8000,- € hat sie mir geschenkt. Zu dieser Zeit war auch noch alles in Ordnung, nur in den letzten 2 Jahren verstehen ich mich mit meiner Mutter nicht mehr. Ich habe beim Amtsgericht das Nachlassverzeichnis angefordert und nun 1/4 von der Summe als Pflichtteil angefordert. Meine Mutter schrieb mir nun einen Brief und sagte, da das Auto in die Erbmasse mit einfloss, verringert sich mein Pflichtteil um diese 7 000,- €. Obwohl sie mir das Geld vor ca. 3 Jahren geschenkt hat und ich erst jetzt den Pflichtteil fordere. Hat Sie damit Recht ?

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Antwort:

Den Begriff „Berliner Testament“, den es streng genommen nicht mehr gibt, meinen Sie vermutlich, dass sich Ihre Eltern gegenseitig zu Alleinerben eingesetzt haben und Sie als einziges Kind Erbe nach dem Tod des Überlebenden werden sollen, ggf. als Vor- und Nacherbschaft, ggf. mit einer Strafklausel für den Fall, dass Sie nach dem Tod des Erstversterbenden den Pflichtteil geltend machen.
Ich nehme weiter an, dass Sie nicht nur der einzige Sohn Ihrer Mutter, sondern überhaupt das einzige Kind Ihrer beider Eltern sind.


Es gilt damit folgendes:

Ihr Pflichtteil errechnet sich aus dem Wert des Nachlasses Ihres Vaters. Er wird nicht um die 7.000,00 € gekürzt. Rein rechtlich betrachtet erhalten Sie sogar die geschenkten 7.000,00 € und noch einmal ¼ des Wertes des Fahrzeugs zum Zeitpunkt des Erbfalls, wobei dieses doppelte Verlangen vielleicht Geschmack- oder Verhandlungssache ist.

Eine Anrechnung findet nicht statt, auf die weiteren Vorschriften der Anrechnung auf andere Abkömmlinge braucht nicht eingegangen zu werden, weil Sie der einzige Sohn sind.

Die Schenkung ist durch Übergabe oder Überweisung des Betrages vollzogen; Gründe für eine Rückgängigmachung sind nicht genannt (und wären auch sehr außerordentlich).


Anmerkung:
nach dem neuen Recht verjährt ein Pflichtteilsanspruch grds. nach 3 Jahren; wenn diese schon um sind, müssen Sie entsprechend vorsichtig mit Ihrer Mutter verhandeln.
Zu Einzelheiten des Beginns und des Endes der Verjährung, ggf. zur Hemmung usw. fragen Sie bei Bedarf gerne noch einmal nach.



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