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Fragen zur Einzel-GmbH

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Andreas Fischer
Stand: 07.01.2013

Frage:

Ich habe eine Einzel-GmbH mit dem Status "in Gründung".
Die notarielle Beurkundung ist erfolgt, der Eintrag ins Handelsregister steht noch aus. Hier meine Fragen:

1. ist es möglich, die GmbH ab Beginn ruhen zu lassen ? Wenn ja, wie ist hier die Vorgehensweise ?
2. Ist die Stammeinlage bei einer ruhenden GmbH in voller Höhe in der GmbH zu belassen ?
3. Ist es möglich eine Einzelfirma zu gründen und zu betreiben, die später in die ruhende GmbH übergeht und diese dann zu aktivieren ? Wenn ja, wie ist hier die Vorgehensweise ?

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Antwort:

1. ist es möglich, die GmbH ab Beginn ruhen zu lassen ? Wenn ja, wie ist hier die Vorgehensweise ?

Antwort: Sie dürfen Ihre GmbH ab Beginn ruhen lassen.

Vor Eintragung der GmbH im Handelsregister existiert rechtlich lediglich eine sogenannte Vorgründungs-Gesellschaft. Sie haben hier noch keine Haftungsbeschränkung erreicht, vgl. dazu auch § 11 GmbHG *1). Das brauchen Sie auch nicht, wenn Sie nicht aktiv am Geschäftsverkehr teilnehmen. Aber ein einziger Geschäftsbrief der GmbH i.G. kann dann eine persönliche Haftung möglicherweise hervorrufen.

Der Geschäftsführer hat nach dem Gesetz Pflichten zur Anmeldung der Gesellschaft u.a. im Handelsregister und beim zuständigen Finanzamt. Beim Ruhen der Gesellschaft reichen allerdings häufig lediglich informative Erklärungen aus.

Manche Gesellschaftsanwaltskanzleien gründen GmbH’s auf Vorrat und verkaufen die dann nach Bedarf. Dagegen gibt es rechtlich keinerlei Bedenken. Sinn macht das für Sie allerdings wenig, ich würde die GmbH erst gründen, wenn Sie sie auch wirklich benötigen.

2. Ist die Stammeinlage bei einer ruhenden GmbH in voller Höhe in der GmbH zu belassen ?

Die Hälfte des eingebrachten Stammkapitals können Sie entnehmen, wobei in dieser Höhe auch persönlich gehaftet wird.

Wenn Sie allerdings mehr als die Hälfte des Stammkapitals entnehmen, ohne weiteres Vermögen, das dagegen steht, ist die Gesellschaft möglicherweise automatisch überschuldet.

Auf der Bilanz muß das Eigenkapital dann links ausgewiesen werden und auf die Überschuldung ist deutlich hinzuweisen.

In diesem Fall muß der Geschäftsführer unverzüglich die Gesellschafterversammlung gemäß § 49 Abs. 3 GmbHG einberufen und eine Verlustanzeige machen.

Bei Überschuldung ist der Geschäftsführer verpflichtet, ohne Zögern, jedoch spätestens drei Wochen nach Eintritt der Überschuldung Insolvenz anzumelden.

Ich darf auch vermerken, daß Sie bei der UG (der „kleinen“ GmbH) lediglich eine ursprüngliche Einlage von mindestens 1 Euro benötigen (daher auch „Ein Euro GmbH“). Am Haftungskapital ändert sich dadurch aber nichts.

3. Ist es möglich eine Einzelfirma zu gründen und zu betreiben, die später in die ruhende GmbH übergeht und diese dann zu aktivieren ? Wenn ja, wie ist hier die Vorgehensweise ?

Antwort: Es reicht hier aus, die oben unter 1. bereits aufgewiesene Vorgehensweise zu wählen.

Als Einzelkaufmann müssen Sie lediglich Ihr Gewerbe bei der Kommune und beim Finanzamt anmelden, ein Gespräch mit der IHK, und Sie können normalerweise loslegen.

Die Gesellschaftsstruktur können Sie dann bei Bedarf, z.B. wenn sich einiges Volumen und/ oder Haftungspotential ergeben hat, übernehmen.

Ich möchte noch darauf hinweisen, daß bei der Gesellschaftsform der GmbH & Co. KG beispielsweise die Struktur als Personengesellschaft erhalten bleiben kann und Sie dennoch eine Haftungsbeschränkung erreichen.

Ein Formwechsel in eine andere Gesellschaftsform ist nach dem Umwandlungsgesetz so gut wie immer möglich. Sie müssen dabei lediglich darauf achten, dabei nicht in verschiedene Steuerfallen zu tappen, wie etwa die bei der ungewollten Aufdeckung von stillen Reserven.

http://dejure.org/gesetze/UmwG/1.html


*) Unter meiner Antwort befinden sich:

Fußnoten, Zitate von einschlägigen Gesetzestexten, Urteilen, weiterführende Literatur, Links im Internet etc.

§ 11 GmbHG Rechtszustand vor der Eintragung

(1) Vor der Eintragung in das Handelsregister des Sitzes der Gesellschaft besteht die Gesellschaft mit beschränkter Haftung als solche nicht.
(2) Ist vor der Eintragung im Namen der Gesellschaft gehandelt worden, so haften die Handelnden persönlich und solidarisch.



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