Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Schadensersatz gegen inzwischen nicht bestehende GmbH geltend machen?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Ralf Steinmeier
Stand: 22.11.2012

Frage:

Totalverlust mit Anteilen an Geschlossenem Immofonds erlitten.
Da vollkommen ungeeignet für Altersvorsorge (u.a.BGH III ZR 249/09 8.7.2010) möchte ich vom Anlagevermittler die Rückabwicklung, doch der beendete seine GmbH inzwischen.

1.Ist er auch jetzt noch schadenersatzpflichtig?
2.Kann ich stattdessen oder zusätzlich auch seinen auftraggebenden Obervertrieb(KG) heranziehen, der noch im Markt agiert?
3.Wer hat die Beweislast für die mangelnde Aufklärung?
4.Wo liegen meine Risiken?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

In Ihrer Anfrage schildern Sie, dass Sie Anteile an einem geschlossenen Immobilienfonds erworben haben und es Ihr Anlageziel war, mit dieser Beteiligung einen Beitrag zu Ihrer ergänzenden Altersvorsorge zu leisten. Ihre damit im Zusammenhang stehenden Fragen möchte ich in der von Ihnen vorgegebenen Reihenfolge wie folgt beantworten:

1. Grundsätzlich wäre Ihr Anspruchsgegner tatsächlich der Anlageberater, der Sie falsch beraten hatte bzw. die Gesellschaft, für die er tätig war. Nachdem Sie schreiben, dass der Berater Geschäftsführer einer Ein-Mann-GmbH war und diese GmbH nunmehr gelöscht wurde, ist es in der Tat schwierig, gegen den Anlageberater Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung geltend zu machen. Sie hätten zunächst nur Ansprüche gegen die GmbH, da diese als juristische Person des privaten Rechts eine eigene Rechtsperson hat. Da die GmbH nicht mehr existiert, können Sie dieser gegenüber keine Schadensersatzansprüche mehr geltend machen. Eine persönliche Haftung des Geschäftsführers käme im vorliegenden Fall nur dann in Betracht, sofern und soweit er einen drittschützenden Straftatbestand erfüllt hätte, wie z.B. Kapitalanlagebetrug. Dann könnte er aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB in Anspruch genommen werden. Dies setzt aber voraus, dass er tatsächlich den objektiven Tatbestand des Kapitalanlagebetrugs erfüllt hat und diesbezüglich auch mit einem entsprechenden Vorsatz gehandelt hatte. Eine Falschberatung selbst stellt kein Kapitalanlagebetrug dar. Insoweit wird in der von Ihnen dargestellten Konstellation der Anlageberater persönlich wohl kaum als Anspruchsgegner in Betracht kommen.

2. Sollte es tatsächlich so sein, dass der Anlageberater für einen übergeordneten Vertrieb tätig war, so wäre sein Beratungsverschulden grundsätzlich diese Vertriebsfirma zuzurechnen. Falls der Anlageberater seine Tätigkeit jedoch nur im Rahmen der nicht mehr existierenden GmbH ausgeübt hatte, so würde nur die GmbH als eigene Rechtsperson Anspruchsgegner sein, was aber wegen Löschung derselben ausscheidet.

3. Die Darlegungs- und Beweislast für eine fehlerhafte Beratung liegt bei Ihnen. Darin besteht leider bei solchen Fällen ein hohes Risiko für den geschädigten Anleger. Sofern ein solcher Nachweis nicht gelingt, wird die Klage abgewiesen.

4. Die Risiken für ein gerichtliches Verfahren wegen fehlerhafter Anlageberatung liegen – wie unter 3. Dargestellt – zum einen darin, dass Sie die Darlegungs- und Beweislast für die Falschberatung tragen und zum anderen gegebenfalls Schadensersatzansprüche unter Umständen verjährt sind. Denn die Verjährung tritt drei Jahre nach Kenntnis beziehungsweise grob fahrlässiger Unkenntnis der sogenannten anspruchsbegründenden Umstände ein (d.h., wenn Ihnen klar war oder Sie jedenfalls hätten erkennen können, dass der Berater Sie falsch beraten hatte); die Frist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem die Beratung stattgefunden hatte bzw. Sie die Anteile an dem Fonds erworben haben. Kenntnisunabhängig verjähren Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung maximal nach zehn Jahren. Da Sie nicht geschildert haben, wann Sie die Fondsanteile erworben haben, kann ich hierzu keine näheren Ausführungen machen.

5. Die Rechtsprechung ist in diesem Rechtsgebiet derart umfangreich, dass es insoweit den Rahmen dieser Antwort sprengen würde, sie vollständig aufzulisten. Grundlegend ist jedoch nach wie vor die so genannte „Bond“-Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahre 1993 (BGH NJW 1993, 2433 - hier hatte der BGH sehr ausführlich und grundsätzlich zu den Voraussetzungen einer Falschberatung ausgeführt) sowie als aktuelle Urteile vor allem das von Ihnen genannten Urteil des 3. Senats des Bundesgerichtshofs vom 08.07.2010 (Az.: III ZR 249/09) und vom 22.07.2010 (Az.: III ZR 203/09). In diesen Urteilen hat der BGH ebenfalls sehr grundsätzlich zu Fragen der Verjährung (insbesondere bei Aushändigung eines Emissionsprospekts) sowie zum Mitverschulden eines Anlegers Stellung genommen.



Rechtsbeiträge über Zivil-/ Zivilprozeßrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Abzahlungsvertrag

Wie bekommt man Geld von insolventen Unternehmen zurück? | Stand: 13.09.2014

FRAGE: Ich habe meinem Freund Geld für eine Firmengründung geliehen. Die mündliche Vereinbarung, die monatlichen Raten zu übernehmen, hält er seit ca. 5 Jahren nur noch sporadisch ei...

ANTWORT: Wenn Sie im Rahmen der Insolvenz mit als Gläubiger angegeben worden sind, wovon ich ausgehe, dann können Sie nur die Forderung beim Insolvenzverwalter entsprechend dem an alle Insolvenzgläubige ...weiter lesen

Internetabzocke - Rechnung für Mitgliedschaft erhalten | Stand: 17.08.2012

FRAGE: Auf der Suche nach einem speziellen Spielzeug für meine Tochter, habe ich mich online bei der Fa. Großhandel-produkte.de registriert. Da alles schnell gehen musste, da die Zeit drängte...

ANTWORT: Ich gehe sicher davon aus, dass Sie auf eine so genannte Internet-Abzocke hereingefallen sind. Typisch hierfür ist, dass für die Kosten des Abonnements keine nennenswerte Gegenleistung erbrach ...weiter lesen

Gewährleistungsrecht für Goldarmband aus der Türkei | Stand: 23.05.2012

FRAGE: Ich kaufte während eines Türkeiaufenthaltes ein Goldarmband (Wert 800,00 €-so die Verkäuferin - Kaufpreis 500,00 €).Zu Hause trug ich es einige Male, wobei ich es dreimal verlor...

ANTWORT: Hätten Sie das Armband in Deutschland erworben, müsste ich Ihnen unumwunden Recht geben. Hier hätten Sie in der Tat zumindest dann einen unumstößlichen Anspruch auf Reparatu ...weiter lesen

Rechtsgutachten in der Politik - Erfolgsaussicht | Stand: 30.04.2012

FRAGE: Ab wann wäre ein Rechtsgutachten in der Politik erfolgsversprechend vor Gericht, diesen Prozess zu gewinnen. Wenn eine aktive Schuld einer Regierungspartei vorliegt, wie z.B. wenn sie ein Gesetz beschließen...

ANTWORT: Ihrem angedachten Vorgehen kann unter keinen Umständen Erfolg beschieden werden. Eine entsprechende Vorgehensweise wäre aus verschiedenen Gründen untunlich.Zunächst kann ein Rechtsgutachte ...weiter lesen

Zuviel gezahlte Kaution zurückfordern | Stand: 23.04.2012

FRAGE: 2008: Aus einer zweier WG zieht einer der zwei Mieter aus und ich ziehe für ihn ein. Ich zahle ihm seinen Teil der Kaution aus, 1000 €, sodass seine Kaution, die beim Vermieter hinterlegt ist...

ANTWORT: Sie haben gegen den Vormieter einen Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung gem. § 812 Abs. 1 Satz 1, 1. Fall BGB. Denn wer durch die Leistung eines anderen auf dessen Kosten etwas ohne rechtliche ...weiter lesen

Mangelhafte Beratung bei Autoverkauf - von Kaufvertrag zurücktreten | Stand: 30.03.2012

FRAGE: Meine Mutter ist eine ehemalige Betriebsangehörige von Daimler, deshalb kann sie am Mitarbeiterangehörigengeschäft teilnehmen. Seit einiger Zeit betrifft das auch ihre Familie.Deshalb hab...

ANTWORT: In Ihrem Fall bringt Sie das Argument einer schlechten oder mangelhaften Beratung nicht weiter. Sie selbst haben sich bewusst darauf eingelassen, ein gebrauchtes Kfz. zu erwerben, ohne die Möglichkei ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.610 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 16.01.2017
Vielen Dank für die sehr gute Beratung

   | Stand: 13.01.2017
Ein sehr freundlicher, kompetenter Anwalt, der in wenigen Minuten einen komplizierten Sachverhalt lösen konnte.

   | Stand: 09.01.2017
Bei dem Gespräch mit dem Anwalt kam auch die Deutsche Anwaltshotline ins Gespräch. Neugierig geworden habe ich nach Beendigung des Telefongespräches gesucht und auch gefunden und meine Meinung kundgetan. Ich wünschte mir in unserer Nähe auch so kompotente Beratung, da ging es mir oft besser. Danke für die Beratung.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Zivilrecht | Verkehrsrecht | Zivilprozessrecht | Zivilrecht | Finanzkauf | Geld | Geld zurück | Geldforderung | Geldgutscheine | Geldleihe | Geldrückgaberecht | Geldschenkung | Geldschulden | Geldverleih | Kredithai | Ratenkaufvertrag | Ratenkredit | Ratenvertrag

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns täglich mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen