Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Doppelbuchung auf Konto zurückgebucht


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 13.09.2012

Frage:

Doppelgutschrift der Bank über 2000€:

Ich habe mir 2000€ auf mein Konto der Sparkasse überweisen lassen. Dieser wurde mir am 24.08 auf meinem Konto gut geschrieben. Und was ich nicht mitbekommen habe am 28.08 nochmal. Ich bin dann vom 05.09 bis 12.09 im Urlaub gewesen. Am 13.09 habe ich dann 2000€ ausgegeben bzw. leider bei Onlinewetten verzockt (nachweise sind vorhanden) weil ich ja vor dem Urlaub gesehen hatte, dass ich genug Geld auf dem Konto habe aber nichts von einer Doppelbuchung wusste. Habe nur schnell Online den aktuellen Stand angeschaut. Kontoauszüge habe ich ja auch keine geholt und angeschaut. Als ich jetzt gerade auf mein Konto geschaut habe bin ich erschrocken, weil mir ein Storno von 2000€ gemacht wurde.

Meine frage ist jetzt ob ich in diesem Fall das Geld zurückholen kann da ich ja das Geld ausgegeben habe, bevor ich von einer Doppelbuchung und der Stornierung wusste, und wenn ja wie.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-30
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Da Sie keinen Anspruch auf das versehentlich doppelt an Sie gezahlte bzw. gutgeschriebene Geld haben, sind Sie nach dem Gesetz ungerechtfertigt bereichert, sodass die Bank einen Anspruch auf Herausgabe gem. § 812 Abs. 1 BGB hat. Fraglich ist, ob Sie diesem Herausgabeanspruch die Einrede der Entreicherung gem. § 818 Abs. 3 BGB entgegenhalten können. Nach § 818 Abs. 3 BGB ist die Verpflichtung zur Herausgabe oder zum Ersatz des Wertes ausgeschlossen, soweit der Empfänger nicht mehr bereichert ist. Der Einwand der Entreicherung ist eine rechtsvernichtende Einwendung zum Schutz des gutgläubig Bereicherten, der die Sache/Geld im Vertrauen auf das Bestehen des Rechtsgrundes verbraucht hat. In den meisten Fällen erlangt der Bereicherte die Verfügungsmacht über einen Geldbetrag, der in sein sonstiges Geldvermögen einfließt (Bankkonto). Der Bereicherte kann sich nur dann auf den Wegfall der Bereicherung berufen, wenn der Wert des Geldbetrages in keiner Form mehr in seinem Vermögen vorhanden ist. Hat er sich mit dem Geld hingegen noch vorhandene Vermögensvorteile verschafft oder Aufwendungen erspart, die er notwendigerweise auch sonst getätigt hätte (z.B. Miete gezahlt), so ist er nicht entreichert. Entreicherung liegt also nur vor, wenn der Bereicherte den Betrag für solche Dinge ausgegeben hat, die er sich normalerweise nicht leistet (Luxusausgaben), und der dadurch erlangte Vorteil nicht mehr in seinem Vermögen vorhanden ist (z.B. ohne den Betrag ansonsten nicht durchgeführter Urlaub). Dies gilt grundsätzlich auch dann, wenn die Bereicherung in der Befreiung von Schulden liegt. Der Empfänger hat fortdauernd einen besseren Vermögensstatus ohne die Schulden, vgl. BGH NJW 2003, 3271. Da es sich bei § 818 Abs. 3 BGB um eine rechtsvernichtende Einwendung handelt, trifft den Empfänger auch insoweit die Darlegungs- und Beweislast: Er muss nicht nur darlegen und beweisen, dass das Erlangte in seinem Vermögen nicht mehr vorhanden ist, sondern ebenso das Verbleiben einer anderweitigen Bereicherung zur Überzeugung des Gerichts ausschließen. Wer etwa behauptet, das Erlangte zur Erzielung anderweitiger Vorteile eingesetzt zu haben, muss, um § 818 Abs. 3 BGB mit Erfolg geltend zu machen, darlegen und beweisen, dass ihm dies misslungen ist, vgl. BGH NJW-RR 1989, 1298.

Bezogen auf Ihren Fall bedeutet dies, dass Sie einerseits darlegen und beweisen müssen, dass der Betrag nicht mehr vorhanden ist und andererseits, dass Sie bei Ihrem Glücksspiel erfolglos waren. Darüber hinaus ist zu fragen, wie der Empfänger sich verhalten hätte, wenn der rechtsgrundlos erlangte Vorteil ihm nicht zugeflossen wäre, d.h. ob Sie auch dann an dem Glücksspiel teilgenommen hätten, wenn Ihnen der Betrag nicht zugeflossen wäre. Hätten Sie nämlich sowieso an dem Glücksspiel teilgenommen, so haben Sie die anderweitige Geldbeschaffung erspart, wären also insoweit noch bereichert. Umgekehrt natürlich nicht. Also: Wer rechtsgrundlos empfangenes Geld beim Glücksspiel verliert, kann sich dann nicht auf § 818 Abs. 3 BGB berufen, wenn er ohnehin am Glücksspiel teilgenommen hätte, d.h. selbst dann, wenn ihm das rechtsgrundlos empfangene Geld nicht zugeflossen wäre. Denn in diesem Fall hat der Empfänger durch das rechtsgrundlos empfangene Geld Aufwendungen erspart, die er anderenfalls aus eigenen Mitteln bestritten hätte. Allerdings dürfte Ihnen kaum nachzuweisen sein, dass Sie ohnehin, also auch ohne das rechtsgrundlos empfangene Geld, am Glückspiel teilgenommen hätten. Sie sollten deshalb genau aufpassen, wie Sie argumentieren. Denn wenn Sie, wie in Ihrer Fragestellung, behaupten, das Geld bereits vor Kenntnis der Doppelbuchung ausgegeben zu haben steht fest, dass Sie das Glücksspiel bzw. die Wetten auch ohne die erfolgte Bereicherung betrieben hätten (s.o.). Dies wäre ein klassisches Eigentor! Sie können die Bank mithin mit richtiger Argumentation unter Fristsetzung auffordern, Ihnen den Betrag wieder gutzuschreiben. Nach fruchtlosem Fristablauf sollten Sie mit anwaltlicher Hilfe den Betrag sodann gerichtlich beitreiben.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Stornierung

Stornierungskosten auch ohne expliziten Hinweis darauf | Stand: 23.12.2014

FRAGE: Muss ein Gast der ein Hotelzimmer gebucht hat auf eventuelle Stornierungskostenhingewiesen werden? Die Pension hat keine AGB und Buchung erfolgte telefonisch und über die Homepage der Pension. Buchungsbestätigun...

ANTWORT: Durch das Telefonat wurde verbindlich ein Beherbergungsvertrag abgeschlossen, der zudem durch mail bestätigt wurde.Vernünftige Zweifel am Abschluss eines rechtswirksamen Vertrages bestehen nicht ...weiter lesen

Nach einer Änderung des Kaufvertrages darf der Käufer zurücktreten | Stand: 21.07.2014

FRAGE: Am 05.03.2014 habe ich bei einer Importfirma, ein Auto bestellt. Ich habe heute eine Änderungsanzeige dieser Firma erhalten, in der mir mitgeteilt wurde, dass sich der Fahrzeugpreis von 21.845.-au...

ANTWORT: Die Ihnen vorgeschlagenen Änderungen müssen Sie keineswegs anerkennen. Sie sollten das auch grundsätzlich niemals tun. Ein Anerkenntnis, besonders als abstraktes Schuldanerkenntnis im Sinn ...weiter lesen

Verfall der Anzahlung bei einem Zwischenhändler bei Stornierung | Stand: 10.06.2014

FRAGE: Aus dem Bereich Handelsrecht: Ich habe bei einer deutschen Firma, einem Zwischenhändler, verbindlich eine Ware bestellt, diese auch mit 10% des Warenwertes angezahlt. Durch bestimmte Umständ...

ANTWORT: Einen automatischen Verfall Ihrer Anzahlung nach einer Stornierung sieht die Rechtsordnung nicht vor. Sie hätten, als Kaufmann, zwar grundsätzlich kein Recht auf eine Stornierung des verbindliche ...weiter lesen

Stornierung einer Reise und anfallende Kosten | Stand: 14.07.2014

FRAGE: Ich habe am 06.07.14 kurzfristig über XY ein Charlet gemietet. Am 09.07.14 wurde die Buchung von XY storniert weil noch keine Zahlung vorlag. Der Gesamtreisepreis betrug 615 Euro. Man berechnet un...

ANTWORT: Bei internationalen Sachverhalten ist immer eine wichtige Vorfrage die Frage nach dem auf den Sachverhalt überhaupt anwendbaren materiellen Rechts. Diese Rechtsordnung, die die Regeln vorgibt, wir ...weiter lesen

Vertrag mit Reiseveranstalter nach Fehler anfechten | Stand: 10.08.2012

FRAGE: Ich habe am 29.07.2012 über das Internetportal O. unter der Rubrik "Eigenanreise" ein Hotel in Norwegen gebucht für meine Frau und mich, 1 Woche DZ mit Halbpension, vom 26.03.2013 - 02.04.201...

ANTWORT: Frage 1.: Ein vorhandener Fehler wäre bei der Buchung von einem Laien nicht zu erkennen gewesen. Vermutlich hat es sich um einen internen Rechenfehler im System gehandelt, der dann alle Hotelangebot ...weiter lesen

Kündigung nicht akzeptiert - unberechtigte Abbuchungen | Stand: 22.07.2012

FRAGE: Letzendlich geht es darum einen Brief von einem Anwaltsbüro zu verfassen der dem Anbieter bzw. seinen Anwalt "in dei Schranken weist"Es geht um die Fa. E. und Ihr dubioses Anwaltsbüro T. Di...

ANTWORT: E. ist kein unbeschriebenes Blatt, das haben Sie bereits dem Internet entnommen. Derartige Unternehmen arbeiten viel nach Statistik. Vielen ist der Aufwand wegen der geringen Beträge zu hoch und häufi ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Reiserecht
Interessante Beiträge zu Stornierung

Juristische Tipps beim Verkaufen
| Stand: 05.11.2013

Wie kann man als Verkäufer das Risiko von rechtlichen Schritten der Käufer nach einem Verkauf herabsetzen? 1. Widerrufsbelehrung Sorgen Sie dafür, dass die Belehrung über das Widerrufsrecht nach § ...weiter lesen

Nach einer Reisewarnung ist Eile für den Rückflug angesagt
| Stand: 21.08.2013

Frage: Müssen die Veranstalter von Ägyptenreisen die Urlauber vor Ort jetzt nach einer Warnung des Auswärtigen Amtes ausfliegen? Wie viel Zeit haben sie dafür? Kann z. B. eine abgeschlossene Reisekrankenversicherung ...weiter lesen

Stornierung einer Ferienwohnung
Nürnberg (D-AH) - Hat ein Urlauber eine Ferienwohnung gemietet und dafür die vereinbarte Anzahlung geleistet, kann er diesen Vorausbetrag nicht mehr zurückverlangen, wenn er aus eigenen Gründen vom Mietvertrag vorzeitig zurücktritt. ...weiter lesen

Lkw-Maut per Internet
Nürnberg (D-AH) - Wer bei der ordnungsgemäßen Nutzung mautpflichtiger Straßen ausschließlich auf die Freischaltung per heimischer Daten-Autobahn vertraut, könnte unter Umständen auf Sand gebaut haben: Anmelden per Internet ...weiter lesen

Unwirksame Versicherung bei Reiseabbruch
Nürnberg (D-AH) - Wer bei einer längeren Flugreise vorübergehend erkrankt und so einen gebuchten Zwischentrip ausfallen lassen muss, hat trotz gültiger Reiseabbruch-Versicherung keinen Anspruch auf R& ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-30
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.950 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 25.07.2017
Frau RA Winkler hat meine Frage beantwortet. Ob mir die Antworten gefallen ist natürlich eine andere Sache, aber ich habe auch keinen Anwalt gesucht, der mir nach dem Mund redet, sondern sagt, was Sache ist. Und das ist geschehen. Das Telefonat wurde auch nicht in die Länge gezogen, so wie es leider oft der Fall ist.

   | Stand: 22.07.2017
Prima, weiter so!

   | Stand: 21.07.2017
sehr freundlicher Rechtsanwalt, der mir durch klare Formulierungen eine große Klarheit gegeben hat und auch durch meine Bitte, mir diese nochmal zu wiederholen nicht genervt reagiert hat. Vielen Dank!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-30
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Reiserecht | Familienrecht | Reiserecht | Zivilrecht | Auslandsreise | Ferienwohnrecht | Hotelstornierung | Pauschalreise | Reisemangel | Reiserücktritt | Reiserücktrittsgründe | Reiserücktrittsrecht | Reisestornierung | Reisevertrag | Reisevollmacht | Reisezeit | Stornofristen | Stornokosten | Hotelbuchung | Fluggesellschaft

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-30
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen