Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Auf Internetabzocker reingefallen - was tun?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 14.08.2012

Frage:

Vor einem Jahr habe ich von der Firma Outlets.de eine Rechnung für einen angeblichen Zugangs-Vertragsabschluss im Internet bekommen, obwohl ich mir sicher bin, einen solchen Vertrag nie abgeschlossen zu haben. Ich habe mich schriftlich per Einschreiben, telefonisch und per Mail vehement dagegen gewehrt mit dem Ergebnis, dass ich den Betrag, eingefordert von der Firma Icontent über die Deutsche Inkasso, in Raten beglichen habe!!

Jetzt komme ich aus dem Urlaub zurück und finde eine Rechnung über 96,- € über das zweite Vertragsjahr in meinem Briefkasten!!! Ich habe letztes Jahr sofort nach dem ersten Ärger den angeblich existierenden Vertrag vorsorglich gekündigt und ich frage mich jetzt, ob das überhaupt je aufhören wird!!!
Was kann ich tun?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

So hart es für Sie klingen mag ist zu vermuten, dass es zumindest so lange weiter geht, wie Sie dem Zahlungsbegehren nachkommen. Sie hätten bereits die ersten Forderungen nicht bezahlen sollen, denn bei der Firma outlet.de, der Sie ins Netz gegangen sind, handelt es sich um eine der vielen Firmen, die überwiegend in der Internet-Abzock-Szene tätig sind und mehr oder weniger mit den gleichen Tricks arbeiten. Es ist stets dieselbe Geschichte: Zumeist wird völlig unbedarft im Internet gesurft oder einfach nur der Telefonhörer abgehoben, weil es geklingelt hat, ohne konkreten Anlass und ohne Willen, etwa einen Vertrag abzuschließen. Die Opfer sind keineswegs nur unbedarfte Kinder, die in aller Regel nicht wissen, welche Bedeutung ein Klick mit der Mouse haben kann oder wer sich hinter einem Telefonanruf verbirgt. Es handelt sich auch keineswegs nur um ältere Mitmenschen, die am Telefon überfahren werden. Die Opfer ziehen sich quer durch sämtliche Bevölkerungsschichten. Insofern muss sich tatsächlich niemand schämen, zu den täglich tausenden von Opfern zu gehören. Zwar bietet der Gesetzgeber in den §§ 312 ff. BGB einen gewissen Schutz für den Verbraucher, indem er ein 14-tägiges Widerrufsrecht festgeschrieben hat. Die entsprechenden Firmen arbeiten jedoch mit geschickt und raffiniert aufgebauten Methoden, die zu unbewussten Vertragsabschlüssen führen und zunächst kaum zu durchschauen sind. Widerrufe oder Kündigungen werden schlichtweg ignoriert. Dazu gehört auch der Anreiz kostenlos, der zu Beginn häufig zu lesen ist. Lädt man dann herunter, hat man die Leistung bereits in Anspruch genommen in der Erwartung, dass es ähnlich Adobe Reader kostenfrei ist. § 312 d Abs. 3 BGB ist insoweit notwendig, da anderenfalls zahlreiche Nutzer eine entgeltliche Leistung, die sie bereits in Anspruch genommen haben, nicht mehr zahlen würden Ein Widerrufsrecht nach Inanspruchnahme der Leistung macht für den Anbieter keinen Sinn und liefe ins Leere. Gemeint ist hier natürlich der seriöse Anbieter. Dass unseriöse Anbieter den Schnellanklicker damit überlisten, kann dem Gesetzgeber kaum vorgeworfen werden. Er geht vom mündigen Bürger aus, der auch das Kleingedruckte liest. Würde das Gesetz derartige Geschäfte im Internet völlig untersagen (denn das wäre die logische Konsequenz), bestünde das Internet nur noch aus Foren.

Die ersten Mahnungen kommen natürlich erst, nachdem die Widerrufsfrist bereits abgelaufen ist. Häufig ist auch ein Widerrufsverzicht eingebaut oder die Leistung wird sofort genutzt, s.o. Gerne wird auch der Wahrheit zuwider bestritten, überhaupt einen Widerruf erhalten zu haben. Zudem wird in der Regel gleich ein Zweijahresabo abgeschlossen. So offensichtlich auch bei Ihnen. Um das System und die Kalkulation dieser Firmen zu verstehen, muss man folgende Überlegung anstellen. Es handelt sich zumeist um Firmen mit wenig Personal und keiner größeren Organisationsstruktur, dafür aber mit großer EDV-Anlage, zahlreichen Telefonen und Druckern. Der beträchtliche Gewinn wird dadurch erzielt, dass auf die Drohbriefe ca. 10 bis 15% der Opfer die Rechnungen zahlen, um ihre Ruhe zu haben oder weiteren Ärger zu vermeiden. Da es sich zumeist um Summen von weniger als 100,00 EURO handelt, betrachten viele es als Lehrgeld. Diese 10 bis 15% der zahlenden Opfer genügen, um ein Vermögen zu verdienen. Leider gehören auch Sie bereits dazu.

Die Struktur ist keinesfalls darauf angelegt, sämtliche Nichtzahler mit einem Klageverfahren zu überziehen. Dies würde sich im Ergebnis nicht rechnen und wäre mit der personalarmen Vertriebsstruktur überhaupt nicht zu bewältigen. Diejenigen Opfer, die nach der ersten Mahnung nicht zahlen, erhalten sodann bereits Post vom Inkassounternehmen, welches weitere Gebühren aufschlägt und die Drohungen verschärft. Hierzu gehört auch die Drohung mit einem Schufa-Eintrag, die jedoch nicht umgesetzt wird. Auch hier lassen sich viele Opfer einschüchtern und glauben, dass das Inkassounternehmen Konten pfänden oder anderweitige Zwangsvollstreckungsmaßnahmen durchführen kann. Dies ist natürlich unzutreffend, da derartiges nur mit einem rechtskräftigen Titel möglich wäre. Genau hier ist der Ansatzpunkt: Der Geschädigte sollte sich von weiteren Inkassoschreiben und Drohbriefen nicht einschüchtern und es durchaus auf ein Klageverfahren ankommen lassen. Dazu kommt es nämlich nicht, weil dann die Kalkulation zusammenbricht. Es wird von Beginn an nur auf diejenigen gebaut, die sich einschüchtern lassen und freiwillig zahlen. Ich rate deshalb von einer Zahlung ab. Sie sollten auf weitere Schreiben der Firma oder von Inkassounternehmen überhaupt nicht (mehr) reagieren. Wichtig für Sie ist in der nächsten Zeit vor allem die regelmäßige Kontrolle Ihrer Kontoauszüge, damit Ihnen für den Fall eines ungenehmigten Einzugs nicht die Rückbuchung durch die Lappen geht. Auch wenn diese fraglichen Anbieter rein rechtlich durchaus im Vorteil sind (formaljuristisch!), sollten Sie eine gerichtliche Konfrontation im Zweifel nicht scheuen. Nach weit mehr als hundert Beratungen in vergleichbaren Fällen ist mir bislang kein einziger Fall zugetragen worden, in welchem es tatsächlich zum Prozess kam. Dies gehört ersichtlich nicht in das Konzept dieser Firmen. Die Rechnung geht eben mit den (un-) freiwilligen Zahlern auf.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Falschangaben

Verträge im Internet | Stand: 07.05.2015

FRAGE: Meine Tochter (20) soll angeblich am 24.08.2014 als Kunde eines Email Anbieters einen Vertrag abgeschlossen haben - Schaltfläche "Kaufen" gedrückt, sie soll eine Bestätigungsmail erhalte...

ANTWORT: 1. Besteht die Möglichkeit, die Forderung doch zahlen zu müssen, ohne jemals postalisch eine Rechnung gesehen zu haben? Die Möglichkeit, die Forderung doch zahlen zu müssen, ohn ...weiter lesen

Vorzeitige Kündigung eines Fitness-Vertrages | Stand: 11.12.2013

FRAGE: Mündliche Kündigung erfolgte 5 Tage nach Kündigungsfrist. Ärztliches Attest erfolgte 5 Monate danach, wobei Attest über Therapiebeginn und folgenden Klinikaufenthalt nachträglic...

ANTWORT: In Beantwortung Ihrer Frage darf ich zunächst darauf hinweisen, dass Kündigungen bestehender Verträge bei vorliegen eines wichtigen Grundes stets möglich sind.Kündigungen könne ...weiter lesen

Gewerbeanmeldung in den USA? | Stand: 09.12.2012

FRAGE: Mein Mann ist bei der Bundeswehr, wir für 3 Jahre in die USA "versetzt" und bleiben somit steuerpflichtig in Deutschland. Ich habe ein Kleingewerbe und nun weiß ich nicht, wie ich mich verhalte...

ANTWORT: Der Betrieb einer Firma in Deutschland ist nicht zwingend daran gebunden, dass der Eigentümer auch selbst seinen Wohnort in Deutschland hat. Wird die Firma weiterbetrieben, muss sie an dem Ort, w ...weiter lesen

Bekannter weigert sich Schulden zu begleichen | Stand: 26.04.2012

FRAGE: Ich habe am 02.06.2010 mit einem (damaligen) Freund einen Darlehensvertrag geschlossen und ihm 4500 Euro gegeben. Er hat hiervon u.a. einen PKW im damaligen Wert von 3700 Euro gekauft. Den KFZ-Brief hab...

ANTWORT: Da Sie den Darlehensvertrag ordnungsgemäß gekündigt haben, ist die Darlehensvaluta gem. §§ 280 Abs. 2, 286, 288 Abs. 1 BGB spätestens seit der Kündigung mit 5 % übe ...weiter lesen

Eheliches Güterecht nach Scheidung regelbar? | Stand: 01.03.2012

FRAGE: Letzte Woche wurde ich geschieden und habe mündlich zugestimmt meinem Mann das Haus zu überschreiben und mit dem jüngsten Kind (12 Jahre) auszuziehen- damit unser zermürbender Ehekrie...

ANTWORT: Die Tatsache, dass Sie geschieden sind, sagt noch nichts darüber aus, wie Fragen des ehelichen Güterrechts zu behandeln sind; hierüber wird als sogenannte "Folgesache" gesondert entschiede ...weiter lesen

Unberechtigte Geld-Abbuchung vom Fitnesstudio? | Stand: 24.01.2012

FRAGE: Im November 2008 habe ich eine Mitgliedsvereinbarung mit einem Fitnessclub geschlossen. Laufzeit: 12 Monate; verlängert sich um 12 Monate. wenn nicht drei Monate vor Vertragsende gekündigt.Hab...

ANTWORT: Einen Straftatbestand könnte das Abbuchen trotz Widerrufs einer Einzugsermächtigung nur dann darstellen, wenn die Abbuchung zu Unrecht erfolgen würde. Dies erscheint in Ihrem Fall jedoc ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Zivil-/ Zivilprozeßrecht
Interessante Beiträge zu Falschangaben

Urteile zum VW-Skandal: Käufer haben Recht bekommen
| Stand: 20.09.2016

Das Landgericht Krefeld hat in seinen beiden aktuellen Entscheidungen (Az. 2O 72/16) und (Az. 2O 83/16) zwei Käufern der von dem sogenannten Abgasskandal betroffenen Pkw Recht gegeben und ihnen den Rücktritt vom ...weiter lesen

Der Verjährungsbeginn
| Stand: 26.06.2015

Unter Verjährung versteht man im Zivilrecht das Recht des Schuldners, die Leistung an den Gläubiger zu verweigern. Die Verjährung verhindert die Durchsetzung eines möglicherweise zu Recht bestehenden Anspruchs. ...weiter lesen

Muss Strom ohne Vertrag mit Energieversorger bezahlt werden?
| Stand: 28.04.2015

Nur, weil man keinen Strombezugsvertrag unterschrieben hat, bedeutet das noch lange nicht, dass Strom nicht bezahlt werden muss. Richtig ist, dass derjenige, der die tatsächliche Verfügungsgewalt über den Stromanschluss ...weiter lesen

Verhandlungsunterstützung: Verträge verstehen mit telefonischer Rechtsberatung
| Stand: 27.01.2014

Ob beim Kauf von Gegenständen oder Immobilien, beim Mieten einer Wohnung, bei der Beauftragung eines Handwerkers oder auch beim Abschluss eines Arbeitsvertrages: Oftmals kommt man bei Rechtsgeschäften in die Situation, ...weiter lesen

Schlechte Hochzeitsfotos
| Stand: 20.08.2013

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, insbesondere natürlich bei Werken der Kunst. Ob allerdings auch Hochzeitsfotos dazu gehören, ist fraglich. Schließlich handelt es sich dabei eher um ...weiter lesen

Kein Schadenersatz bei fehlerhafter Reisebuchung per Telefon
| Stand: 07.08.2013

Entstehen Fehler bei der telefonischen Buchung eines Fluges, kann nicht das Reisebüro dafür verantwortlich gemacht werden. So hat das Amtsgericht München entschieden, als eine Reisende versehentlich Flugtickets ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.829 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 24.03.2017
kompetente Auskunft, alle Fragen wurden geklärt, sehr freundlich

   | Stand: 23.03.2017
Ruhige klare Antworten des RA Böckhaus, so wurde die erste Aufregung genommen. Vielen Dank

   | Stand: 22.03.2017
Beratung war kompetent und genau. Danke!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Zivilrecht | Mietrecht | Strafrecht | Zivilrecht | Angaben | Anschrift | Fahrzeugbesitzer | Fahrzeugeigentümer | Gläubiger | Handyvertrag kündigen | Istkaufmann | Schuldner | Vertrag | Verträge Unterzeichnen | Vertragsangelegenheiten | Vertragspartner

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen