Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Urlaubsentgelt nicht richtig berechnet - rechtlich korrekte Regelung?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Riedel
Stand: 01.06.2012

Frage:

Ich arbeite auf Minijob-Basis in einer großen Versandapotheke,
mit Arbeitsvertrag und gesetzlichem Urlaubsanspruch (20 Tage pro Jahr)
Ich habe keine festen Arbeitszeiten, ich darf im Monat zwischen
20 – 50 Stunden arbeiten.
Ich muss nie Urlaub anmelden.
Mein Urlaubsentgelt wird anhand der tatsächlichen Arbeitsstunden ermittelt.
Alle drei Monate wird mir mein Urlaubsentgelt gezahlt. Das finde ich auch alles in Ordnung!

Nur die Höhe des Urlaubsentgelts stimmt meiner Meinung nach nicht.
Als Beispiel meine tatsächlichen Arbeitsstunden:
November : 39,38
Dezember: 49,93
Januar : 49,95
139,26

Ich habe dafür 10,75 Urlaubsentgelt bekommen. Das ist 1/13.
Ich hätte aber gerne 1/12 bekommen, weil ein Quartal aus 13 Wochen besteht, minus 1 Woche Urlaub, ergibt 12 Wochen tatsächlich gearbeitet.
All das habe dem Personalbüro so auch mitgeteilt.


Das Personalbüro beruft sich auf ihre Berechnungsformel:
Grundlage der Berechnung:
Vollzeitkraft mit 173 Std/ Monat bei 5 Tage/Woche
Urlaubsanspruch 1,67 Tage im Monat


139,26 Std. : 173 Std. = 0,80 % von 1,67
0,80 x 1,67 Tage = 1,34 Urlaubstage
1,34 x 8Std. = 10,75 Urlaubstunden

Diese Formel habe ich per Post am 24.12.2011 erhalten.
Am 25.12. 2011 habe ich dem Personalbüro per E-Mail mitgeteilt,
das ich der Meinung bin, um einen korrekten Vergleich zu erzielen, die tatsächliche Arbeitszeit der Vollzeitkraft ermittelt werden muss.

Ich vermute diese Formel, wird für alle Mitarbeiter (ca. 400) mit Stundenlohn angewandt.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-12
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Das Urlaubsentgelt bemisst sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, den der Areitnehmer in den letzten 13 Wochen vor Beginn des Urlaubs erhalten hat mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes (§ 11 Bundesurlaubsgesetz). Insoweit ist die Berücksichtigung von 13 Wochen wie von Ihrem Arbeitgeber vorgenommen grundsätzlich richtig, soweit es die Höhe der Vergütung betrifft. Dies hat seinen Ursprung darin, dass die Monate nicht gleich lang sind, sondern im Durchschnitt 4,33 Wochen.

Die Frage ist meines Erachtens anders zu stellen; es ist zu prüfen, ob der Arbeitgeber den Ihnen zustehenden Urlaub, also die Zahl der Urlaubstage zutreffend ermittelt hat. Nach Ihren Schilderungen haben Sie keine feste Zahl von Urlaubstagen in der Woche, es lässt sich also nicht sagen, dass Sie etwa verbindlich an 2 Tagen in der Woche arbeiten. Wäre dies der Fall, wäre die Ermittlung relativ einfach. In diesem Fall würde gelten, wenn die Vollzeitkräfte in einer 6-Tage-Woche arbeiten bei 30 Tagen Urlaub im Jahr würden Sie, wenn Sie in der Regel an 2 Tagen in der Woche arbeiten, ergäbe dies 10 Tage Urlaub im Jahr. Da sie aber nur 2 Tage benötigen, um eine ganze Woche Urlaub zu haben, hätten Sie wie alle anderen dennoch mit den 10 Tagen Urlaub Ihre 6 Wochen Freistellung erreicht.

Komplizierter ist es in Ihrem Fall. Sie haben unregelmäßige Arbeitszeiten. Hier gilt Folgendes:

Ist die Arbeitszeit in der Woche unregelmäßig verteilt, also ist die Arbeitszeit, ist die Berechnung auf das Jahr zu beziehen. Das Bundesarbeitsgericht geht in diesem Fall von einer Arbeitsverpflichtung an 260 Tagen in der 5-Tage-Woche (52 × 5) und von 312 Werktagen in der 6-Tage-Woche aus, sofern ein TV keine andere Regelung enthält. Gesetzliche Feiertage lässt es unberücksichtigt (BAG 5. 11. 02 – 9 AZR 470/01, NZA 03, 1167).

Das bedeutet, wenn die Arbeitszeit nicht in jeder Woche gleich ist, wie in obigem Beispiel 2 Tage/Woche, ist bei Ermittlung des Urlaubsanspruch die Jahresarbeitszeit zugrunde zu legen, um die Zahl der Urlaubstage zu ermitteln. Ist die Zahl der Urlaubstage ermittelt, muss an diesen Tagen/für diese Tage die durchschnittliche Vergütung der letzten 13 Wochen gezahlt werden.

Wenn also die Arbeitszeit nicht in jeder Woche gleich, sondern ganzjährig unregelmäßig verteilt ist (mal ein Tag/Woche, mal auch zwei oder drei Tage) ist für die Urlaubsberechnung die Jahresarbeitszeit zugrunde zu legen. Bei einer 6-Tage-Woche (52 x 6) bestehen 312 Werk-/Arbeitstage, bei einer 5-Tage-Woche (52 x 5) bestehen 260 Arbeitstage. Sie müssen entsprechend der Wochenarbeitszeit der Vollzeitkräfte rechnen; ich gehe davon aus, dass es eine 5-Tage-Woche ist, da bei 1,67 für Vollzeitkräfte 20 Tage Jahresurlaub rauskommen, der gesetzliche Mindesturlaub. Die Formel lautet:
Urlaubsdauer/Jahreswerktage x Arbeitstage der Teilzeitkraft
20 (Urlaubstage Vollzeitkräfte) / 260 (Arbeitstage Vollzeitkräfte) X Arbeitstage (Teilzeitkraft=Sie)

Beispiel:

20 / 260 x 104 = 8 Urlaubstage im Jahr.

Aus Ihren Angaben kann der Urlaubsanspruch = Urlaubsdauer im Jahr so nicht ermittelt werden. Es ist die Jahresarbeitszeit notwendig. Dann kann die Zahl der Urlaubstage entsprechende der obigen Darstellung ermittelt werden. Diese Tage sind mit der durchschnittlichen Vergütung der letzten 13 Wochen zu vergüten. Ob Sie Urlaub hatten in diesen Zeit ist nicht relevant bzw. darf nicht relevant sein, sprich zu einem Unterschied führen.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Freistellung

Buddhistische Weiterbildung auf Kosten des Arbeitgebers? | Stand: 09.07.2016

FRAGE: Ich habe einen Mitarbeiter, der wieder Urlaub für seine Weiterbildung (er ist Buddhist und Zen Meister) will. Wir haben ihm letztes Jahr drei Monate (zur einmaligen Ausnahme) genehmigt. Jetzt komm...

ANTWORT: In Beantwortung Ihrer Frage ist zunächst die Feststellung wichtig, dass Sie natürlich nicht verpflichtet sind, den Aufenthalt Ihres Mitarbeiters in dem japanischen Kloster zu finanzieren. E ...weiter lesen

Arbeitgeber zur Freistellung für Sporttest bei Feuerwehr verpflichtet? | Stand: 12.09.2011

FRAGE: Ich arbeite zurzeit in einem ungekündigten, unbefristeten Arbeitsverhältnis. Nun bin ich zum Sporttest bei einer Berufsfeuerwehr eingeladen, da ich mich dort beworben habe.Leider ist der Tes...

ANTWORT: In § 629 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ist geregelt, dass Ihr Arbeitgeber Sie zur Stellungssuche freistellen muss, wenn das Arbeitsverhältnis gekündigt ist. Dies gilt also nicht, wen ...weiter lesen

Elternzeit - Frist für die Kündigung durch Arbeitgeber ? | Stand: 04.04.2011

FRAGE: Ich habe einen Antrag auf Elternzeit fristgerecht beim Arbeitgeber gestellt. Dem Antrag wurde auch zugestimmt. Zitat: Hiermit bestätigen wir ihren Antrag fristgerecht: Bitte füllen Sie de...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant, Unter Maßgabe Ihrer Mitteilungen beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:Die Regelungen zur Elternzeit ergeben sich aus den §§ 15 ff. des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz ...weiter lesen

Möglichkeit der Nebentätigkeit bei Beurlaubung | Stand: 20.01.2011

FRAGE: Fachbereich Beamtenrecht: Ich bin beurlaubt aus familienpolitischen Gründen gemäß § 71 LBG (NRW), da mein Dienstherr in G sitzt, wir aber aus privaten Gründen zum Zeitpunkt meine...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandatin,ich kann gut nachvollziehen, dass Ihr Dienstherr sich bei seiner Entscheidung schwer tut, da der Gesetzgeber den von Ihnen angesprochenen Fall bei der Neufassung des Landesbeamtengesetze ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Arbeitsrecht
Interessante Beiträge zu Freistellung

Hausverbot nach Kündigung muss ausdrücklich ausgesprochen werden
| Stand: 31.08.2015

Endet ein Arbeitsverhältnis, sei es durch fristlose oder ordentliche Kündigung, erfolgt durch den Arbeitgeber häufig eine unwiderrufliche oder widerrufliche Freistellung des Arbeitnehmers. Der Arbeitgeber möchte ...weiter lesen

Selbstbeurlaubung wegen Pilgerfahrt
| Stand: 07.11.2013

Auch einem in Deutschland wohnenden und arbeitenden Muslim steht das Recht zu, eine Pilgerfahrt nach Mekka zu unternehmen. Den dafür notwendigen Urlaub hat ihm sein Arbeitgeber zu gewähren – gegebenenfalls ...weiter lesen

Hartz-IV-Rebellin bleibt suspendiert
| Stand: 02.08.2013

Eine Arbeitsvermittlerin des Jobcenters Hamburgs wurde von ihrer Arbeit suspendiert, da sie sich öffentlich kritisch über ihren Arbeitgeber äußerte. Das Jobcenter begründete die Freistellung der ...weiter lesen

Kein Sonderurlaub für Yoga-Seminar
| Stand: 10.07.2013

Ein Feuerwehrmann aus Berlin kann für den Besuch eines Yoga-Seminars keinen Sonderurlaub beanspruchen. So hat das Verwaltungsgericht Berlin im Eilverfahren entschieden, da weder ein dienstlicher Nutzen noch sonst ein ...weiter lesen

Rechtliche Fragen beim Wechsel des Arbeitgebers
| Stand: 21.09.2012

Einige der bei dem Wechsel des Arbeitgebers immer auftretende Fragen sind folgende: 1. Eigenkündigung Wenn der Arbeitnehmer selbst kündigt, dann trägt er auch das volle Risiko im Fall, dass es mit dem neuen ...weiter lesen

Bußgelder bezahlt nicht der Chef
Nürnberg (D-AH) - Ein angestellter Lkw-Fahrer ist arbeitsrechtlich nicht verpflichtet, seine Fracht unter allen Umständen rechtzeitig an den Zielort zu bringen - selbst wenn ihm sein Firmenchef im Falle des Misserfolgs mit ...weiter lesen

Arbeitsunfall eines Leistungssportlers
Nürnberg (D-AH) - Verletzt sich ein fest unter Vertrag stehender Berufssportler beim Training, kommt dafür in der Regel die gesetzliche Unfallversicherung des Vereins auf. Das gilt ebenso für alle Schüler im Rahmen des Schulsports. In ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-12
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.614 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 17.01.2017
Immer wenn ich anrufe werde ich sehr schnell und Kompetent beraten.Vielen Dank dafür

   | Stand: 16.01.2017
Vielen Dank für die sehr gute Beratung

   | Stand: 13.01.2017
Ein sehr freundlicher, kompetenter Anwalt, der in wenigen Minuten einen komplizierten Sachverhalt lösen konnte.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-12
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Arbeitsrecht | Allgemeine Rechtsfragen | Arbeitsrecht | Familienrecht | Änderungskündigung | Anordnung | Arbeitgeber | Arbeitnehmer | Arbeitsverhältnis | Berufsgenossenschaft | Bezüge | Freistellungsanspruch | Freistellungsantrag | Freistellungskosten | Überstunden | Vergütung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns täglich mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-12
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen