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Umgangsrecht - Haben Großeltern Recht Enkel regelmäßig zu sehen


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 05.05.2012

Frage:

Ich bin vor 6 Monaten Verwittwet und mit meinem 7-jährigen Sohn von München wo ich früher wohnte weggezogen. Meine Ex-Schwiegereltern die sich nie großartig selbständig um mein Sohn gekummert haben und mich nicht sehen möchten da sie meinen, dass ich (was nichts mit der Wahrheit zu tun hat) irgendwie an dem Tod meines Ex-Exehemannes schuld bin, wollen unbedingt das Kind regelmäßig sehen. Er war einmal bei denen (ohne mich), seitdem spricht er andauernd über seinen Vater als wenn er am leben wäre. Fragt aber nie über die Großeltern nach. Außerdem ist das totale psychische Überlastung für uns beide. Das Kind entwickelt sich ohne Großeltern ganz gut, in der Schule hat er in den letzten 3-4 Monate alles ohne Fehler gemacht, spielt super Fußball in dem lokalen Verein 2x /Wo und ist in einem katholischen Kinderhort nach der Schule betreut, wo er auch keine Verhaltensauffälligkeiten erfreulicherweise zeigt. Können mich meine Schwiegereltern gesetzlich zwingen den Umgang mit meinem Sohn zu ermöglichen?

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Antwort:

Gemäß § 1685 BGB (Umgang des Kindes mit anderen Bezugspersonen) haben Großeltern und Geschwister ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient. § 1685 BGB beinhaltet in Ergänzung zu § 1626 Abs. 3 Satz 2 BGB (Elterliche Sorge) eine Rechtsgrundlage für die Erhaltung der persönlichen Beziehungen anderer Bezugspersonen zu dem Kind. Geschwister und Großeltern, vgl. OLG Frankfurt FamRZ 2003, 250, haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Kindeswohl dient. Einer sozial-familiären Beziehung iSd Abs. 2 bedarf es nicht. Das Familiengericht hat von Amts wegen zu ermitteln (§ 26 FamFG), ob der Umgang dem Kindeswohl dient, so dass dafür Geschwister bzw Großeltern keine Beweislast trifft, vgl. Johannsen/Henrich/Jaeger Rn 3. Nach § 1626 Abs. 3 Satz 2 BGB wird bei einer bestehenden, dem Kind förderlichen Beziehung vermutet, dass der Umgang dem Kindeswohl dient, vgl. OLG Köln FamRZ 2008, 2147. Diese Vermutung begründet aber nicht allein schon das Verwandtschaftsverhältnis, vgl. OLG Brandenburg FamRZ 2010, 1991. Ohne die Vermutung ist positiv festzustellen, dass sich der Umgang positiv auf die Kindesentwicklung auswirken könnte. Dies ist nicht der Fall, wenn z.B. die Großeltern den grds. bestehenden Erziehungsvorrang der Eltern missachten, vgl. OLG Brandenburg FamRZ 2008, 2303; OLG Hamm FamRZ 2010, 309 oder zwischen den Großeltern und Eltern bzw. einem Elternteil so massive Spannungen und Zerwürfnisse bestehen, dass das Kind in einen Loyalitätskonflikt gerät, vgl. OLG Brandenburg FamRZ 2010, 1991. Ob die von Ihnen geschilderten Vorkommnisse ausreichen, um einen Umgang vollends auszuschließen, halte ich für zweifelhaft. Es müssten wohl häufigere und stärkere Zerwürfnisse hinzutreten, um eine Einschränkung des Umgangs zu erreichen. Hierzu dürfte die Zeit seit dem Tod Ihres Mannes noch zu kurz sein. Allerdings ist Ihnen zu empfehlen, den Großeltern nach Möglichkeit keinen alleinigen Umgang anzubieten. Denn solange Sie bei einem Umgang zugegen sind, dürften negative Einwirkungen der Großeltern auf Ihren Sohn nahezu ausgeschlossen sein. Auch nach der Rechtsprechung ist hinsichtlich der Häufigkeit Zurückhaltung geboten, vgl. Brandenburg FamRZ 2008, 2303: ein Umgangskontakt im Monat; MüKo/Finger Rn 16: Umgang alle drei Monate. Sie können demnach den Umgang zwar einschränken, jedoch auf Grund des eigenen Anspruchs der Großeltern, der auch einklagbar ist, nicht vollends ausschließen.



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