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Umgangsrecht der Großeltern gegenüber Enkel


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 31.03.2012

Frage:

Unser Sohn ist inhaftiert und hat eine uneheliche Tochter. Zu der Mutter unserer Enkeltochter hatten wir bisher guten Kontakt und die Kleine konnten wir jede Woche zu uns holen.

Jetzt hat sie einen Freund und wie es aussieht, versucht der neue Freund meinen Sohn, der ja nicht viele Möglichkeiten hat, seine Tochter zu sehen, auszustechen und die Richtung zu bestimmen.

Welche Rechte haben wir als Großeltern, unsere Enkelin nach wie vor zu sehen und sie zu uns zu holen?

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Antwort:

Um sinnvoll Einfluss ausüben zu können, sollten Sie Ihre Umgangsrechte, die insbesondere § 1685 BGB gewährt, voll ausschöpfen. Die Regelung wurde durch das Kindschaftsrechtsreformgesetz eingeführt und im Jahre 2004 nochmals erheblich erweitert. Sie geht über das bisherige Recht hinaus, das nur ein Umgangsrecht zugunsten von Elternteilen kannte. Nunmehr ist das Recht als eigenes Recht der Großeltern ausgestaltet mit der Folge, dass es bei Weigerung der Kindeseltern, oder bei getrennt lebenden Kindeseltern eines Elternteils, sogar einklagbar ist. Das Umgangsrecht setzt voraus, dass der Umgang dem Wohl des Kindes dient, d.h. dieses positiv beeinflusst. Das ist idR anzunehmen, wenn das Kind mit dem Umgangsberechtigten so lange zusammengelebt hat, dass dieser zu einer festen Bezugsperson geworden ist, weil dann jede Trennung von ihm das seelische Gleichgewicht des Kindes erheblich negativ beeinflussen würde. Regelmäßig dient dem Kindeswohl etwa der weitere Umgang mit seinen Großeltern, wenn es zu diesen bislang Kontakt hatte und sie nicht versuchen, das Erziehungsrecht des personensorgeberechtigten Elternteils zu unterminieren (OLG Hamm FamRZ 03, 953; OLG Brandenburg FamRZ 10, 1991). Schwerwiegende Streitigkeiten oder Missstimmungen zwischen den Eltern und den Großeltern, welche das Kind in Loyalitätskonflikte stürzen würden, können es in Ausnahmefällen erfordern, den Umgang mit den Großeltern auszuschließen (OLG Hamm FamRZ 05, 2012). Anzuraten ist in jedem Fall vor Einschaltung des Familiengerichts eine einvernehmliche Regelung mit der Kindesmutter. Es empfiehlt sich dabei, feste Zeiten zu vereinbaren, damit eine Diskussion nicht Woche für Woche erneut entfacht. Bei festen Zeiten, die auch für die Kinder von Vorteil sind, kann sich schnell eine Gewohnheit bilden, von der dann nur ausnahmsweise abgewichen werden kann. Ferner wird das Besuchsrecht der Großeltern auch für die Kinder ein fester Bestandteil ihres Wochenplans. Kinder sind für regelmäßige feste Zeiten zumeist sehr empfänglich. Sofern sich dabei Probleme ergeben, sollte zudem das Jugendamt als Vermittler eingeschaltet werden. Dies ist schon deshalb von Vorteil, weil das Gericht im Falle eines Rechtsstreits vor einer Entscheidung stets einen Bericht bzw. eine Stellungnahme des Jugendamtes anfordert.



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