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Lohnfortzahlung bei Krankschreibung über 6 Wochen

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Bärbel Dimopulos
Stand: 01.03.2012

Frage:

Mein Sohn hat seit dem 08.02.12 die Diagnose Leukämie. Da ich erwerbstätig bin, habe ich mich jetzt erst mal krank schreiben lassen. Mein Arbeitgeber wurde von der zuständigen Sozialarbeiterin informiert. Nun meine Fragen: Wie sieht es nach den sechs Wochen mit Bezug von Krankengeld aus? Da ich alleinerziehend bin und noch weitere Kinder habe, bin ich auf mein Gehalt angewiesen. Gibt es in meinem Fall noch andere Möglichkeiten, damit ich mein Netto-Gehalt weiter erhalten könnte?

Dann eine weitere Frage: Ich bin seit Januar erst aus der Elternzeit wieder in meine Erwerbstätigkeit eingestiegen (mein Sohn ist am 28.04.2011 geboren), kann ich oder muss ich eine Kündigung befürchten?
Oder kann ich nach den sechs Wochen mich von einem anderen Arzt mit einer anderen Diagnose wieder sechs Wochen krank schreiben lassen?
Die Akuttherapie meines Babys soll ca 7 Monate dauern.

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Antwort:

Soweit Sie ein Arzt (auch wegen einer anderen Diagnose) krank schreibt, haben Sie gemäß § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für 6 Wochen wegen derselben Krankheit. Bei anschließend weiterer (eigener) Arbeitsunfähigkeit bekommen Sie Krankengeld.

Nach § 45 Abs. 1 Satz 1 SGB V haben Sie auch bis zum 12. Lebensjahr eines Kindes Anspruch auf Krankengeld gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, dass sie ihr erkranktes Kind pflegen.
Die maximale Anzahl der Freistellungstage gemäß § 45 Abs. 2 Satz 1 SGB V sind
je Kind pro Kalenderjahr längstens zehn Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte längstens 20 Arbeitstage. Insgesamt, d. h. für alle Kinder, besteht je Beschäftigten gemäß § 45
Abs. 2 Satz 2 SGB V Anspruch auf Krankengeld und Freistellung pro Kalenderjahr für maximal 25 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte gelten maximal 50 Arbeitstage je Kalenderjahr.
Krankengeld- und Freistellungsanspruch sind gem. § 45 Abs. 4 SGB V für einen Elternteil nicht zahlenmäßig begrenzt, wenn das noch nicht zwölfjährige oder behinderte und auf Hilfe angewiesene Kind so stark erkrankt ist, dass nach ärztlichem Zeugnis nicht mit Heilung und dem Überleben des Kindes zu rechnen ist.

Die §§ 3 und 4 Pflegezeitgesetz gewähren eine unbezahlte Freistellung bis zu 6 Monate, wenn Sie einen nahen Angehörigen wegen Pflegebedürftigkeit versorgen müssen. Nach § 5 Pflegezeitgesetz haben Sie während dieser Zeit Kündigungsschutz.
Auch während der Elternzeit gewährt das Gesetz Kündigungsschutz (§ 18 BEEG), wenn Sie z.B. einvernehmlich mit Ihrem Arbeitgeber Ihre Elternzeit verlängern würden.

Kündigungsschutz haben Sie ansonsten gemäß §§ 1 und 23 KSchG nur, wenn Ihr Arbeitgeber mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt. Dann darf aus krankheitsbedingten Gründen nur gekündigt werden, wenn Sie langzeitkrank sind und Ihr Arzt mitteilt, dass Sie auch weiterhin auf unbestimmte Zeit fehlen werden, er prognostiziert, dass in den nächsten 24 Monaten mit einer Arbeitsfähigkeit nicht gerechnet werden kann (Henssler, Arbeitsrechtskommentar, 4.A.2010; Rn. 147, 150).

Im Ergebnis sollten Sie also versuchen,
1. so lange wie möglich krank geschrieben zu werden, um (100 %) Entgeltfortzahlung und anschließend Krankengeld zu bekommen
2. gemäß § 45 SGB V ein ärztliches Zeugnis (Attest) zu erlangen, wonach Sie zur Pflege Ihres (schwer) erkrankten Kindes der Arbeit fernbleiben müssen, um solange wie möglich Krankengeld zu erlangen.

Sollte Ihr Arbeitgeber nicht mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigen, empfehle ich Ihnen, entweder Pflegezeit zu beantragen oder mit Ihrem Arbeitgeber zu sprechen, um eine für beide Seiten erträgliche Lösung des Problems zu finden(z.B. befristete Freistellung, Arbeitszeitänderung -Freistellung oder -Reduzierung; Heimarbeit, Verlängerung der Elternzeit; auch auf Teilzeit besteht nach dem PflegezeitG unter Umständen ein Anspruch), wobei Sie Kündigungsschutz nur während einer Pflegezeit oder Elternzeit haben. Geld ohne Arbeit gibt es allerdings nur bei Arbeitsunfähigkeit oder über Krankengeldbezug.



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