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Unterhaltszahlung für Ehemann - wie hoch?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Silke Helmling
Stand: 10.02.2012

Frage:

Mein Mann möchte als Rentner, er ist 66, jetzt nach 33 Ehejahren die räumliche Trennung. Wir warten beide auf unsere Wohnungen im März.
Ich bin Berufstätig Brutto 2114€ netto 1411€. Er bekommt 780 € Rente. Wir haben keine Ersparnisse.
Er wollte keine Forderungen stellen.
Eine Scheidung haben wir nicht in Erwägung gezogen. Ich persönlich denke da mal in die Zukunft der Witwenrente.

----was könnte mich erwarten wenn er Forderungen stellt?
----wie lange müsste ich zahlen, in etwa wie viel?
---- Frage Trennung oder Scheidung besser.

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Antwort:

Eine Trennung nach so langer Ehe ist immer schwierig und mit finanziellen
Einbußen verbunden.

Da Ihr Mann eine Rente von nur € 780,- monatlich bezieht, von der er mit
einer eigenen Wohnung vermutlich kaum leben kann, kann er nach der räumlichen
Trennung Zahlung von Unterhalt von Ihnen verlangen.

Die Unterhaltspflicht besteht in jedem Fall während des Trennungsjahres.
Sie schrieben zwar, dass er keine Forderungen stellen will. Da Sie als getrennt
lebende Ehefrau unterhaltspflichtig sind, würde er vermutlich keine öffentlichen
Leistungen erhalten können. Daher gehe ich davon aus, dass er den Trennungs-
unterhalt in jedem Fall geltend machen wird.

Wie viel Unterhalt Sie zahlen müssten, muss genau berechnet werden, Ganz grob gesagt wird von Ihrem Einkommen eine 5%-ige Pauschale für berufsbedingte Aufwendungen in Abzug gebracht, ferner ein pauschaler 10%-iger Berufstätigenbonus. Das dann verbleibende Mehreinkommen im Vergleich zu seiner Rente wird hälftig geteilt.

In Ihrem Fall dürfte sich der zu zahlende Unterhalt auf eine Grössenordnung von ca. € 213,- monatlich belaufen.
Aber auch bestimmte Belastungen wären zu berücksichtigen, zB wenn Sie Schulden ab-
bezahlen müssen, die während der Ehe aufgenommen wurden.
Wie hoch Ihre jeweiligen Mieten sind, spielt dagegen keine Rolle. Diese gehören zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten, die jeder Ehegatte aus seinem Einkommen selbst bestreiten muss.

Das Minimum, das Ihnen in jedem Fall verbleiben muss, liegt bei monatlich
€ 1.050,-.

Auch wenn Sie sich nicht scheiden lassen, wird der Trennungsunterhalt bis zu Ihrem Renteneintritt gezahlt werden müssen. Danach muss eine Unterhaltsneuberechnung erfolgen, da Ihr Einkommen dann ja sinken wird.

Da Ihr Mann kein Erwerbseinkommen mehr hat, werden Sie den Unterhalt zeitlich unbegrenzt zahlen müssen. Geprüft werden könnte, ob es Ihrem Mann zuzumuten ist, sein Einkommen durch einen Nebenjob aufzubessern, um weitestgehend ohne Unterhaltszahlungen auszukommen.

Nach der Scheidung ist im Prinzip jeder für seinen Unterhalt selbst verantwortlich. Auch hier gilt jedoch das Gebot nachehelicher Solidarität, so dass nach der Rechtsprechung der Unterhalt noch für eine Übergangszeit nach der Scheidung weiter zu bezahlen ist. Wie lange diese Zeit ist, ist gesetzlich nicht
geregelt.

Lassen Sie sich nach Ablauf des Trennungsjahres scheiden, wird der Versorgungsausgleich durchgeführt,d.h. der Ausgleich der Rentenanwartschaften. Dann muss derjenige, der während der Ehe mehr Anwartschaften erworben hat, die Hälfte hiervon an den anderen abtreten.
Nach Durchführung des Versorgungsausgleiches würde Ihre Unterhaltspflicht allerdings entfallen , wenn Sie und Ihr Mann dann über gleich hohe Versorgungsbezüge verfügen.

Da Sie für den Fall, dass Sie sich nicht scheiden lassen, beim Versterben Ihres Mannes die Witwenrente bekämen, wäre eine Trennung auf Dauer ohne Scheidung für Sie meines Erachtens nach günstiger. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass Sie in diesem Fall für Ihren Mann aufkommen müssten, sollte er ein Pflegefall werden.




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