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Kann ein Vaterschaftstest gerichtlich durchgesetzt werden?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Turowski
Stand: 29.01.2012

Frage:

Ich bin seit 7 Jahren verheiratet und hatte während einer Ehekrise eine 4-monatige Beziehung im Sommer . In dieser Zeit ist eine ungeplante Schwangerschaft entstanden mit unklarer Vaterschaft,da mein Ehemann und ich sehr um unsere Ehe gerungen haben.

Ich habe meine außereheliche Beziehung beendet im August - seitdem besteht kein persönlicher Kontakt mehr,Außer Telefonate in denen der Nicht-Ehemann droht die Vaterschaft meines Ehemannes anzufechten ,wenn ich nicht zu einem freiwilligen Vaterschaftstest bereit wäre.

Meine Ehe ist stabil,mein Mann und ich freuen uns auf das Baby - es ist für uns beide nicht relevant, ob das Kind biologisch von meinem Mann stammt. Der Nicht-Ehemann verweist auf ein Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofes 2010, droht mit Vaterschaftsanfechtung, in der man mich zwingen wird einem Vaterschaftstest zuzustimmen. Da dieser Mensch, der nicht mein Ehemann ist, sehr übergriffig, grenzüberschreitend reagiert, möchte ich mich und meine Familie schützen. In zwei Wochen kommt das Baby zur Welt. Wie ist meine Rechtslage?

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Antwort:

Ihrer Schilderung zur Folge ist derzeit nicht geklärt, wer der biologische Vater des noch ungeborenen Kindes ist. Laut den familienrechtlichen Vorschriften werden Sie und Ihr Mann aufgrund der bestehenden Ehe als Eltern angesehen, ohne das eine Vaterschaftsanerkennung notwendig wird.
Offensichtlich ist es dem Mann, mit dem Sie eine Affäre hatten, sehr wichtig festgestellt zu wissen, wer tatsächlich der biologische Vater des Kindes ist.
Sollten Sie somit freiwillig nicht in einen DNA-Test einwilligen, bleibt diesem nichts anderes übrig, als gerichtlich die Vaterschaft Ihres Ehemannes anzufechten und über das Gericht durch einen Vaterschaftstest feststellen zu lassen, wer der Vater ist. Die DNA-Probe des Kindes müssen Sie dann zwingend abgeben, d.h. zum anberaumten Gutachtertermin zwingend erscheinen.
Ob jedoch der Nicht-Mann tatsächlich gerichtliche Schritte einleiten würde, wenn Sie sich außergerichtlich nicht zu einem Vaterschaftstest einverstanden erklären, bleibt immer offen.
Rechtlich jedoch hat er diese Möglichkeit und wird diese Ihrer Beschreibung nach auch ergreifen. Beachten Sie aber bitte Folgendes : Sollte er der Vater sein, haben Sie die Kosten des Verfahrens zu tragen. Dieses Kostenrisiko und auch den zusätzliche Nervenkrieg sollten Sie sich ersparen.
Stimmen Sie einem außergerichtlichen Vaterschaftstest zu. Übergriffe auf Ihre Familie werden Sie eher auf diesem Wege verhindern.



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