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Wohnungsmiteigentümerin ignoriert Bitte für Einsichtnahme der Unterlagen

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Silke Fasterling
Stand: 16.01.2012

Frage:

Meine Schwester kuemmert sich seit mehreren Jahren um meine Mietwohnung. Meine kontinuierliche Bitten und Aufforderungen mir Einsicht in alte und neue Nebenkosten- und Kautionsunterlagen zu geben, vorzulegen, zu kopieren, zukommen zu lassen, ignoriert sie.
Was kann ich hier tun?

In ihrer Wohnung erlaubt sie nun Katzenhaltung. Die Katzen laufen ab und zu frei im Treppenhaus. Nicht nur meine Mieter sondern auch ich befuerchten das das zu Unfaellen beim kommen und gehen besonders beim tragen von Taschen oder Muell fuehren kann.
Was kann ich hier tun?

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Antwort:

Die Immobilie befindet sich im Eigentum einer Gemeinschaft, die aus Ihnen und Ihrer Schwester besteht.
Die Rechte und Pflichten von Gemeinschaften sind in den §§ 741 ff BGB geregelt.
Nach § 744 BGB steht die Verwaltung des gemeinschaftlichen Gegenstandes allen Teilhabern gemeinschaftlich zu. Dies bedeutet, Sie beide sind Vertragspartner der Mieter, Sie beide haben sich über Erhaltungsmaßnahmen, Hausordnung usw. zu einigen.
Hierzu gehört auch die Haustierhaltung. Ein generelles Verbot ist nach aktueller Rechtssprechung nicht mehr durchsetzbar, jedoch kann bei Störung oder Belästigung die Haltung untersagt oder eingeschränkt werden.
Insofern geht es an den rechtlichen Gegebenheiten vorbei, wenn Sie von Ihrer und der Wohnung Ihrer Schwester sprechen. Daher rührte meine Frage nach Wohnungseigentum.


Nun kann zwar einer der Teilhaber von den übrigen beauftragt werden, wie es in Ihrem Fall zwar nicht durch Vollmachtserteilung sondern offenbar durch räumliche Nähe der Schwester faktisch geschehen ist. Gleichwohl ist sie Ihnen in jedem Fall zur Offenlegung der Verwaltung verpflichtet, muss also u.a. Abrechnung erteilen über Mieteinnahmen, Kautionskonten, Ausgaben wie Grundsteuer, Schornsteinfeger, Versicherung, etc.. Dies ist äußerst relevant, da Sie im Außenverhältnis als Eigentümerin haften und zwar unabhängig von einer Kenntnis über die jeweiligen Umstände.

Von den Mieteinnahmen für beide Wohnungen steht Ihnen beiden, wenn nichts anderes verabredet ist, jeweils ein dem Miteigentumsanteil entsprechender Anteil, also hier je 50% zu. Allein dafür ist eine den Mindestanforderungen genügende Jahresabrechnung unbedingt erforderlich.
Instandhaltungsmaßnahmen wie Renovierung oder auch die von Ihnen verauslagten Putzarbeiten sind grundsätzlich von beiden Teilhabern zu beschließen und je zur Hälfte zu tragen.
Nach allem, was Sie vortragen, weigert sich Ihre Schwester schlichtweg, Ihnen entsprechende Auskünfte zu erteilen. Hier werden Sie möglicherweise letztlich nur mit anwaltlicher oder gerichtlicher Hilfe Ihre Rechte durchsetzen können.



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