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Unterhaltspflicht für Tochter?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 28.12.2011

Frage:

Meine Tochter wird im Januar 2012 18 Jahre alt.
Sie bemüht sich nicht annährend eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Sie lebt bei der Mutter. Ich habe mir 18 Jahre nichts zu schulden kommen lassen und immer meinen Unterhalt gezahlt. Da meine Tochter auch keine Förderung von der Mutter zu erwarten hat, sprich selber Sozialfall und kümmert sich so weit auch nicht um die Tochter, wird nie etwas aus meiner Tochter werden. Meine Tochter besucht jetzt eine Maßnahme die sich "Schips" nennt wo junge leute hinkommen die keinen Ausbildungsberuf haben. Meine Tochter weiß noch nicht mal was sie werden will am liebsten ganzen tag vor dem Computer.
Muss ich weiter Unterhalt zahlen?

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Antwort:

Fragestellung: Volljährigenunterhalt

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres erlischt das elterliche Sorgerecht, d. h. beide Eltern sind ab sofort barunterhaltspflichtig und zwar bis zum Ende eines ersten berufsqualifizierenden Abschlusses, vgl. § 1610 Abs. 2 BGB. Der bislang gewährte Betreuungsunterhalt entfällt. Der Anspruch des Kindes aus § 1610 Abs. 2 BGB und die Pflicht der Eltern sind von einem Gegenseitigkeitsprinzip geprägt. Aus dem Gegenseitigkeitsprinzip folgt, dass sich das Kind nach dem Abgang von der Schule binnen einer angemessenen, an dem Alter, dem Entwicklungsstand und den gesamten Lebensumständen ausgerichteten Orientierungsphase für die Aufnahme einer seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechenden Ausbildung entscheidet und diese Ausbildung zielstrebig angeht. Eine zu lange Verzögerung lässt den Unterhaltsanspruch entfallen. Die Eigenverantwortung tritt dann in den Vordergrund. Das Kind muss seinen Lebensunterhalt selbst mit ungelernten Tätigkeiten oder auf Grund seiner sonstigen Begabungen und Fertigkeiten verdienen, vgl. BGH FamRZ 2001, 757. Nach Ihrer Mitteilung scheint sich Ihre Tochter noch in der sog. Orientierungsphase zu befinden, so dass noch Unterhalt zu gewähren ist. Allerdings muss Ihre Tochter entsprechende Bemühungen (Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz) auf Ihr Verlangen auch nachweisen. Tut sie dies nicht und sind auch sonst keine Anstrengungen um einen Ausbildungsplatz ersichtlich, entfällt der Ausbildungsunterhalt nach § 1610 BGB. Ich empfehle deshalb Ihrer Tochter ein Schreiben mit der Aufforderung zukommen zu lassen, über ihre Aktivitäten und Absichten bezüglich einer Berufsausbildung Auskunft zu erteilen. Gleichzeitig sollten Sie darauf hinweisen, dass Sie die Unterhaltszahlungen einstellen werden, wenn keine zeitnahe Beantwortung und Klärung herbeigeführt wird.



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ich finde diese Einrichtung sehr sehr hilfreich - gerade wenn man nicht so recht weiß, wohin man sich wenden kann Vielen Dank nochmals

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