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Fragen zur Erbverteilung


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Turowski
Stand: 04.12.2011

Frage:

Meine Mutter ist im August verstorben. Ich bin das einzige noch lebende Kind, 2 Brüder sind bereits seit fast 20 Jahren verstorben. Jeder der verstorbenen Brüder hat einen Sohn. Meine Mutter hat ein Testament gemacht. Es datiert vom 22.01.2003. Darin steht, dass ich bevollmächtigt bin, die Beerdigung auszurichten und nach Abzug aller Auslagen, den noch verbleibenden finanziellen Nachlass zu gleichen Teilen aufzuteilen unter 9 Personen, die namentlich im Testament genau benannt sind.

Diese 9 Personen sind: ich, mein Mann, meine 3 Kinder, die beiden Kinder meiner beiden Brüder und meine eine Schwägerin, die nicht mehr geheiratet hat. Den übrigen Nachlass überlässt sie uns, was damit geschehen soll. Es handelt sich dabei nur um die Wohnungseinrichtung (Möbel, Geschirr, Wäsche usw.). Als Zusatz, aber unter gleichem Datum steht noch im Testament, dass, wenn bis zum Ableben meiner Mutter noch Urenkel zur Welt kommen, sollen diese in die kleine Erbgemeinschaft mit einbezogen werden. Damit sind Kinder der im Testament genannten Enkel gemeint.

Dies ist auch geschehen; es kamen noch 2 Urenkel zur Welt. Es muss also unter 11 Leuten geteilt werden. Das Testament war beim Nachlassgericht und ich erhielt einen Erbschein. Das Geld ist noch nicht verteilt. Es hat sich nun herausgestellt, dass einer meiner Brüder einen unehelichen Sohn hat. Ob dieser verheiratet ist und ob er Kinder hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Muss der nun mit berücksichtigt werden oder muss der einen Pflichtteil bekommen. Und wie sieht es aus, wenn er Kinder hat. Ich betone nochmals, 1. meine Mutter hat alle, die erben sollen, namentlich im Testament benannt, plus des oben im Testament genannten Zusatzes, 2. es sind keine Immobilien, Grundstücke oder dergleichen vorhanden, nur ein Sparbuch.

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Antwort:

Laut Ihrer Schilderung hat Ihre Großmutter durch Ihr errichtetes Testament eine Regelung getroffen, die immer der gesetzlichen Regelung vorgeht. Zumindest solange, wie im Testament keine Regelung geschaffen wurde.
Grundsätzlich sind Sie im Testament offensichtlich als Person benannt worden, der die Erbmasse an die entsprechenden Erben, gleich einem Testamentsvollstrecker, verteilen soll.
Es erben derzeit 11 Personen. Diese sind zumindest bekannt. Es erbt auch das Kind Ihres Bruders. Auch wenn es unehelich zur Welt gekommen sein sollte. Dies spielt heute keine Rolle mehr. Er oder Sie ist ein Urenkel und damit laut Testament erbberechtigt. Dieses Kind darf nicht nur auf den Pflichtteil verwiesen werden. Sollten weitere Urenkel existieren, erben auch diese.
Entscheidend ist dabei aber, dass Sie zum Zeitpunkt des Todes der Erblasserin bereits gelebt haben. Sie müssen noch nicht zur Welt gekommen sein.

Zu beachten ist, dass Ihre Großmutter im Testament allein zum finanziellen Nachlass eine Regelung getroffen hat. Im übrigen gilt gesetzliche Erbfolge,gem. §§ 1922 ff. BGB (Bürgerliches Gesetzbuch). Die Erbberechtigten richten sich dort nach Stämmen und Ordnungen.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass wenn niemand der übrigen Erbberechtigten, insbesondere nach gesetzlicher Erbfolge bezüglich des übrigen Vermögens der Erblasserin, am übrigen Nachlass Interesse hat, sollten Sie mit Einverständnis aller diese Gegenstände verkaufen und den Erlös zur Erbmasse ziehen und dann entsprechend der Erbquote verteilen.

Bitte beachten Sie auch, dass vor dem Verteilen der Erbmasse alle Verbindlichkeiten der Erblasserin beglichen sein müssen.



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