Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Creme verursachte Ausschlag - muss Kosmetikerin Geld zürück zahlen?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz
Stand: 02.12.2011

Frage:

Im Oktober 2011 habe ich bei meiner Kosmetikerin 2 Cremes gekauft, eine Körper-Straffungscreme und eine Gesichtscreme. Nach täglichem Auftragen der Straffungscreme hat die Haut allergisch reagiert und ich bekam einen heftigen Ausschlag am gesamten Körper. Die Kosmetikerin habe ich gleich nach den ersten Tagen informiert, bin sogar zu ihr hingefahren und habe ihr die Haut gezeigt. Gleich danach fuhr ich mit meinem Freund nach Italien für einen Wochenendurlaub und hatte dort die ganze Zeit über mit dem Ausschlag zu kämpfen, der sich noch Wochen hingehalten hat.

Beim nächsten Termin bei der Kosmetikerin habe ich beide Cremes mitgebracht. Die eine gebrauchte Körperstraffungscreme und die noch noch neu verpackte, eingeschweißte Gesichtscreme vom gleichen Hersteller. Einen weiteren Ausschlag im Gesicht wollte ich mit der Rückgabe der Gesichtscreme verhindern. Sie versicherte mir, dass ich mein Geld in Höhe von 300 EUR erhalten werde, sobald die Außendienstmitarbeiterin des Herstellers bei ihr war. Eine Woche vor dem Termin mit der Außendienstmitarbeiterin rief mich die Kosmetikerin an und teilte mir den Termin mit. In diesem Telefongespräch betonte sie wieder, dass sie mir selbstverständlich das Geld auszahlen wird. Am Tag des Termins erhielt ich dann per SMS die Information, dass der Termin mit der Außendienstmitarbeiterin geplatzt sei und sie gerne bereit ist, mir einen Gutschein auszustellen über 300 EUR. Zu einer Rücknahme der Artikel sei sie nicht verpflichtet.

a) Wie ist hier die Rechtslage? Ist sie tatsächlich nicht verpflichtet, die bereits angefangene Straffungscreme zurückzunehmen, die ich auf ihre Empfehlung hin gekauft habe? Sie kannte meine Haut sehr gut und wusste genau, welche Wirkstoffe ich nicht vertrage.

b) Ist sie auch nicht verpflichtet, die noch neu verpackte Gesichtscreme zurückzunehmen, die ich ihr zurückgegeben habe, weil sie vom gleichen Hersteller ist und ich einen weitere Hautreaktion vermeiden wollte?

c) Bin ich verpflichtet, den Gutschein anzunehmen trotz ihrer Aussage, dass mir die Kosmetikerin das Geld zurückgibt?

Die Vermutung, dass sie zu keinem Zeitpunkt vorhatte, das Geld auszuzahlen, verstärkt sich von Tag zu Tag mehr.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz   |Hier klicken

Antwort:

Um die Antwort gleich vorweg zu nehmen, kann ich Ihnen bestätigen, dass Sie dazu berechtigt sind, die Cremes, und zwar die angefangenen als auch die unverpackten, an die Kosmetikerin zurückzugeben und die vollständige Rückerstattung des Kaufpreises zu verlangen. Den Gutschein müssen Sie nicht akzeptieren.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Cremes tatsächlich einen Mangel haben oder diesen Cremes ein zugesicherte Eigenschaft fehlt oder der Kosmetikerin ein Beratungsfehler vorzuwerfen ist.

Rechtsgrundlage hierfür ist § 346 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Den Wortlaut des Gesetzestextes finden Sie über den nachfolgenden Link im Internet:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__346.html

Da das Rücktrittsrecht ein so genanntes Gestaltungsrecht ist, muss es von Ihnen durch Erklärung gegenüber der Kosmetikerin ausgeübt werden.

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__349.html

Sollte die Kosmetikerin bestreiten, dass ein Mangel vorliegt, müsste möglicherweise durch ein Sachverständigengutachten geklärt werden, ob die Cremes mangelhaft sind oder nicht.
Sofern tatsächlich kein Mangel bei den Cremes vorliegen würde, käme es entscheidend darauf an, ob die Kosmetikerin Ihnen die Anwendung der Cremes empfohlen und dabei pflichtwidrig gehandelt hat, da sie wusste, dass Sie bestimmte Wirkstoffe nicht vertragen. Für beide Punkte wären Sie in einem Gerichtsverfahren beweispflichtig. Ob sich ein solcher Beweis erbringen lässt oder nicht, hängt von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls ab und kann hier leider nicht vorhergesehen werden.

Die Folge des ausgeübten Rücktrittsrechts ist, dass das Rechtsgeschäft rückabgewickelt wird. Dies bedeutet, dass Sie den vollständigen Kaufpreis zurückerstattet bekommen. Sie müssen sich daher nicht mit dem angebotenen Gutschein in Höhe von 300 € zufrieden geben.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass Sie grundsätzlich im Rechts sind, wenn man Ihre Sachverhaltsdarstellung als richtig unterstellt. Sollte die Kosmetikerin diesen Sachverhalt jedoch bestreiten, wäre die prozessuale Situation so, dass Sie für das vorliegen einer zugesicherten Eigenschaft, eines Mangels oder eines Beratungsfehlers beweispflichtig wären. Ob sich ein solcher Beweis erbringen lässt oder nicht, kann leider nicht vorhergesagt werden.

Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie den Nachweis hierzu führen können, würde ich Ihnen auf jeden Fall empfehlen, Ihren Anspruch aufgrund des Rücktritts weiter geltend zu machen und notfalls auch gerichtlich durchzusetzen.

Sofern Sie das Risiko einer Beweisführung und einer damit verbundenen Niederlage vor Gericht mit der entsprechenden Kostenfolge umgehen möchten, würde ich Ihnen empfehlen, anstelle der Rückzahlung des Kaufpreises den angebotenen Gutschein zu akzeptieren.



Rechtsbeiträge über Zivil-/ Zivilprozeßrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Abzahlungsvertrag

Wie bekommt man Geld von insolventen Unternehmen zurück? | Stand: 13.09.2014

FRAGE: Ich habe meinem Freund Geld für eine Firmengründung geliehen. Die mündliche Vereinbarung, die monatlichen Raten zu übernehmen, hält er seit ca. 5 Jahren nur noch sporadisch ei...

ANTWORT: Wenn Sie im Rahmen der Insolvenz mit als Gläubiger angegeben worden sind, wovon ich ausgehe, dann können Sie nur die Forderung beim Insolvenzverwalter entsprechend dem an alle Insolvenzgläubige ...weiter lesen

Bausparkasse kündigt Bausparverträge | Stand: 29.09.2012

FRAGE: Im Jahr 1999 habe ich einen Bausparvertrag bei der Bausparkasse S. abgeschlossen, der nach heutigen Verhältnissen eine hohe Guthabenverzinsung ausweist. Das Bausparkonto wurde von mir in den zurückliegende...

ANTWORT: Leider scheinen die derzeitige Rechtsprechung und die herrschende Lehre recht einmütig hinter der Bausparkasse zu stehen. Die Bausparkasse darf nach §§ 488 BGB den überzahlten Bausparvertra ...weiter lesen

Sparkonto von Sohn umschreiben lassen | Stand: 14.05.2012

FRAGE: Wir bezahlen unserem Sohn (17 Jahre ) einen Prämiensparvertrag mit monatlichen Raten, das Geld wurde seit 10 Jahren monatlich von uns überwiesen. Dieser Sparvertrag läuft auf den Namen unsere...

ANTWORT: Da nicht jedem geläufig ist, was ein sog. Insichgeschäft bedeutet, möchte ich diesen Begriff kurz erläutern: § 181 BGB (Insichgeschäft) lautet wie folgt: Ein Vertreter kann ...weiter lesen

Zuviel gezahlte Kaution zurückfordern | Stand: 23.04.2012

FRAGE: 2008: Aus einer zweier WG zieht einer der zwei Mieter aus und ich ziehe für ihn ein. Ich zahle ihm seinen Teil der Kaution aus, 1000 €, sodass seine Kaution, die beim Vermieter hinterlegt ist...

ANTWORT: Sie haben gegen den Vormieter einen Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung gem. § 812 Abs. 1 Satz 1, 1. Fall BGB. Denn wer durch die Leistung eines anderen auf dessen Kosten etwas ohne rechtliche ...weiter lesen

Kaufvertrag unterschrieben - Preis bindend? | Stand: 01.02.2012

FRAGE: Ich habe gestern ( 31.01.2012)einen PKW gekauft. In einem mündlichen Gespräch wurde mir das Auto zum Preis von 6.500,-- Euro angeboten. Im Kaufvertrag ist jetzt ein Preis von 5.490,-- Euro genannt...

ANTWORT: Die Frage, zu welchem Preis das Fahrzeug nunmehr zu überlassen ist, hängt von dem Vertrag ab, den Sie unterschrieben haben.1)Handelt es sich bei dem Formular um einen klassischen Kaufvertra ...weiter lesen

Verlustvortrag wegen Falsch Beratung | Stand: 19.04.2011

FRAGE: Ich wurde von einer Bank bei einer Anlage falsch beraten. Bei der Einkommensteuer habe ich einen entsprechenden Verlustvortrag nach § 22 ESTG erhalten. Jetzt habe ich mich mit dem Vorstand diese...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Zur Sache: Sie haben sich im Zusammenhang mit einer fehlerhaften Anlageberatung mit Ihrer Bank auf eine Entschädigung verständigt. Zuvor hatten Sie nach Ihrer Schilderun ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.852 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 29.03.2017
Danke! Wenn man ein rechtliches Problem hat möchte man gerne sofort seine Chncen und Risiken kennen. Ich kenne keine anderen Anwalt bei dem das schneller geht eine erste Einschätzung zu bekommen! Danke Dass es Euch gibt!

   | Stand: 28.03.2017
RA Andreas Wegener ist ein kompetenter und freundlicher Anwalt - sehr empfehlenswert! Die Anwaltshotline ist ein guter Service, den ich schon häufig und gerne genutzt habe, um schnell und unkompliziert kompetente Antworten auf kinifflige Fragen zu bekommen.

   | Stand: 28.03.2017
ich finde diese Einrichtung sehr sehr hilfreich - gerade wenn man nicht so recht weiß, wohin man sich wenden kann Vielen Dank nochmals

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Zivilrecht | Nachbarrecht | Zivilrecht | Pferderecht | Finanzkauf | Geld | Geld zurück | Geldforderung | Geldgutscheine | Geldleihe | Geldrückgaberecht | Geldschenkung | Geldschulden | Geldverleih | Kredithai | Ratenkaufvertrag | Ratenkredit | Ratenvertrag

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen