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Vermieter erhöht Miete - Balkon wird jetzt mit 2 qm dazu gezählt


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Turowski
Stand: 14.11.2011

Frage:

Mein Mietvertrag enthält keine Angabe zur Wohnungsgröße. In den letzten beiden Mieterhöhungsbegehren von 1991 und 1998 wurden 72qm zugrunde gelegt. Seit über 20 Jahren und zuletzt 2009 wurden in der Betriebskostenabrechung 72 qm angesetzt.
In einem neuen Mieterhöhungsbegehren verlangt der Vermieter einen qm-Preis gemäß Mietspiegel für nunmehr für 74 qm mit dem Hinweis, dass der Balkon mit 2 qm einbezogen wurde.
Muss ich das akzeptieren?

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Antwort:

Sehr ungewöhnlich ist es, dass Ihr Mietvertrag keine Angaben zur Wohnungsgröße enthält. Gerade dann, ist es aber möglich die Wohnung neu zu vermessen und dann bei einer Mieterhöhung grundsätzlich auch eine geänderter Wohnungsquadratmeterzahl zugrunde zu legen. Ob dies Ihr Vermieter getan hat oder ob er die zusätzlichen zwei Quadratmeter aus anderen Gründen aufgeschlagen hat, entzieht sich derzeit meiner Kenntnis. Diese zusätzlich zu berechnen geht aber nicht ohne nachvollziehbaren Grund, da Sie sonst erneut die Wohnung selbst neu vermessen lassen könnten und damit bei abweichendem Ergebnis einen Aufrechnungsanspruch hätten. Ihr Vermieter hätte Ihnen das Messergebnis mitteilen müssen.

Es entsteht jedenfalls für Sie kein Gewohnheitsrecht dahingehend, dass Sie schon immer nur Miete für 72 qm gezahlt haben, wenn dies offensichtlich zu wenig war. Sie können sich darauf nicht in der Zukunft berufen.

Erfragen Sie Ihren Vermieter, wie es zu Abweichungen zur bisherigen veranschlagten Wohnungsgröße kommt. Sollten Sie daran berechtigte Zweifel haben, lassen Sie die Wohnung in Anwesenheit des Vermieters durch einen Sachverständigen vermessen. Die Kosten dafür werden in der Regel geteilt und das Messergebnis verbindlich für die Zukunft zugrunde gelegt. Ansonsten wird es wohl im gerichtlichen Verfahren enden.



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