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Scheidung - Online günstiger?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Turowski
Stand: 15.10.2011

Frage:

Es geht um eine Scheidung.

Ich bin mit meinem Mann 22 Jahre verheiratet; davon 1 ½ Jahre getrennt lebend. Er wohnt in der Schweiz, ich wohne in Deutschland. Wir haben zwei Töchter (15 Jahre – wohnt bei mir, 22 Jahre Studentin, wohnt allein). Wir haben alles – bis auf den Versorgungsausgleich - notariell geregelt.
Wir wollen darauf – wenn möglich – verzichten. Mein Mann war seit ca. 20 Jahren selbständig und hat kaum in die Rentenkasse eingezahlt. Ich müsste an ihn – sehr grob überschlagen – Rentenpunkte in Höhe von über 200 € abgeben.
1. Was raten Sie. Haben wir eine Chance, dass der Richter auf den Verzicht eingeht, wenn wir im Rahmen der Scheidung den Verzicht erklären oder sollen wir den Notarvertrag hinsichtlich Versorgungsausgleichsverzicht ergänzen und diesen ein Jahr ruhen lassen und uns dann scheiden lassen? Besteht die Gefahr, dass der ganze Notarvertrag ungültig wird – ich hab so etwas gelesen?
2. Können wir eine online-Scheidung durchführen? Ist das tatsächlich kostengünstiger?

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Antwort:

Laut Ihrer Sachverhaltsschilderung streben Sie eine einvernehmliche unstreitige Scheidung an. Das Trennungsjahr ist auch abgelaufen. Zeitlich gesehen, könnte bereits jetzt der Scheidungsantrag beim zuständigen Scheidungsgericht ( Amtsgericht Ihres letzten gemeinsamen Wohnsitzes ) gestellt werden.
Offensichtlich haben Sie alle Folgesachen bereits in einer notariellen Scheidungsfolgevereinbarung geregelt. Meist wird zur Absicherung beider Partner darin wechselseitig auf alle Ansprüche verzichtet. Das Sie darin bisher den Verzicht auf Ausgleich von Versorgungsanwartschaften nicht aufgenommen haben, ist unproblematisch. Das können Sie notariell jederzeit nachholen. Ihre bisher geschaffene Regelung wird dadurch nicht unwirksam. Wenn Ihr Ehemann auch diesem Nachtrag noch zustimmt und unterzeichnet, ist auch dieser wirksam.
Bei Gericht muss dann die notarielle Scheidungsfolgevereinbarung und der Nachtrag zum Versorgungsausgleich eingereicht werden.
In der Regel führen die Gerichte in Sachsen dann gar keinen Versorgungsausgleich mehr durch. Ob dies auch bei dem für Sie zuständigen Amtsgericht der Fall sein wird, falls es sich um ein anderes Bundesland handelt, bleibt abzuwarten.
Sollte dieser trotzallem durchgeführt werden, dient dies erstmal nur dazu die auf beiden Seiten erworbenen Anwartschaften zu errechnen. Da Sie im Falle des Ausgleiches Teile Ihrer Anwartschaften abtreten müssten, muss in der mündlichen Verhandlung durch Ihren Mann vor Gericht erklärt werden, dass er auf diese Übertragung der Anwartschaften verzichtet. Dann kann nach Belehrung auch der vorsitzende Richter zustimmen.

Im Scheidungsverfahren herrscht Rechtsanwaltszwang. In Ihrem Fall kann bei einvernehmlicher Scheidung ein Rechtsanwalt eingespart werden, da dann ein Rechtsanwalt genügt. Ein Online-Scheidungsverfahren bedeutet nur, dass Sie mit Ihrem Rechtsanwalt alles zur Vorbereitung des Scheidungsverfahrens per Telefon und Internet abwickeln und keine Termine vor Ort machen, um die Kosten des Verfahrens zu minimieren. Online können Sie leider noch nicht geschieden werden, das können und vorallem dürfen nur die Amtsgerichte in einer mündlichen Verhandlung. In der Regel dauert diese bei einvernehmlichen Scheidungen aber maximal 30 Minuten.



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