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Reperaturkosten für leichten Unfall nach Rückwärtsfahren

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Silke Fasterling
Stand: 05.10.2011

Frage:

Durch Unachtsamkeit verursachte ich beim Rückwärtsfahren einen Auffahrunfall. Da auf den ersten Blick beide Autos unbeschädigt waren, habe ich mündlich die Schuld eingestanden und mit meiner Unfallgegnerin verabredet, dass sie ihr Auto von einer Werkstatt überprüfen und gegebenenfalls einen Kostenvoranschlag schicken soll. Bei mir im Auto waren drei Zeugen, bei ihr einer. Drei Wochen nach dem Unfall ist gestern ein Voranschlag über 730€ bei mir eingetroffen mit Fotos des Autos. Der Betrag kommt mir übertrieben hoch vor, an meinem Auto erkenne ich keinerlei Schäden. Was raten Sie mir in diesem Fall? Den Kostenvoranschlag mit den Fotos kann ich gerne schicken.

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Antwort:

Ich gebe Ihnen recht, wenn Sie den Schaden zunächst als Bagatellschaden eingeschätzt haben, denn in der Tat ist auf den Fotos nur die Delle im Nummernschild wahrzunehmen. Offenbar ist jedoch auch der dahinter liegende Stoßfänger leicht beschädigt, so dass der Austausch und Lackierung erforderlich werden, wenn man dem Kostenvoranschlag folgt.
Grundsätzlich ist der Verursacher eines Unfalls dem Geschädigten zum Schadensersatz verpflichtet. Von Ihrer - wenn auch kurzen - Unfallschilderung her, ist allerdings ein alleiniges Verschulden Ihrerseits mit Sicherheit nicht gegeben. Zwar haben Sie die Ursache gesetzt, indem Sie rückwärts in den fließenden Verkehr eingefahren sind. Die Unfallgegnerin hat sich jedoch so zu verhalten, dass sie jederzeit bremsen kann,um eine Kollision zu verhindern. Somit hat sie sich zumindest die sogenannte Betriebsgefahr ihres Fahrzeugs zurechnen zu lassen. Im Ergebnis sehe ich daher keine 100%ige Ausgleichspflicht auf Ihrer Seite, Schadenshöhe mal zunächst dahingestellt. Vielmehr wird eine Quote beider Beteiligter gebildet.
Ich empfehle, in jedem Fall Ihre Haftpflichtversicherung zu informieren und dort auch eine kurze Unfallschilderung abzugeben. Die Unfallgegnerin soll dann ihre Ansprüche dorthin anmelden. Teilen Sie ihr hierzu Unternehmen und Versicherungsnummer mit. Wenn Ihre Haftpflicht zahlt, können Sie sich dort Ihre Prämiennachteile infolge der Höherstufung durchrechnen lassen und haben Gelegenheit, den Schadensbetrag auszugleichen und eine Hochstufung so zu vermeiden.

Ihr unmittelbar vor Ort abgegebenes "Schuldanerkenntnis" ist nicht überzubewerten und bezieht sich wohl auch im wesentlichen darauf, dass Sie beim Rückwärtsfahren unachtsam waren. Eine 100%ige Einstandspflicht für den Schaden läßt sich hieraus nicht ableiten.



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