Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Autounfall - Schmerzensgeld zu niedrig?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz
Stand: 30.09.2011

Frage:

Ich hatte auf dem Weg zur Arbeit einen Autounfall. Mir ist ein Auto frontal und dann nochmal seitlich in meinen PKW gefahren.
Diagnose: Distorsion der HWS und BWS mit Muskelhartspann, LWS Kntusion.

Nun möchte die Versicherung der Unfallverursacherin mir Schmerzensgeld in Höhe von 1500 Euro anbieten.

Nun meine Frage ist das korrekt?

Ich war insgesamt 3 Monate krankgeschrieben und habe immer noch Probleme.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz   |Hier klicken

Antwort:

Die Bemessung eines angemessenen Schmerzensgeldes aus einem Unfallereignis ist eine rechtlich und vom medizinischen Verständnis her sehr komplexe und komplizierte Angelegenheit, die ich allerdings mit Rücksicht auf den Umfang dieser Rechtsberatung und Ihre konkrete Fragestellung nicht weiter ausführen möchte. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass der Bundesgerichtshof (BGH) in ständiger Rechtsprechung die Kriterien zur Bemessung des Schmerzensgeldes wie folgt definiert hat:
- Schmerzen
- Schwere der Verletzungen
- verletzungsbedingtes Leiden (Alter des Verletzten, wissen um Schwere der Verletzung, Sorge um das Schicksal der Familie und Ausmaß der Wahrnehmung der Beeinträchtigung durch den Verletzten, Verlauf des Heilungsprozesses)
- Dauer des Leidens-Dauerschäden
- Grad des Verschuldens des Schädigers

In der Regel bieten die Haftpflichtversicherungen/Unfallversicherungen in eindeutigen Fällen Vergleiche an, in denen durch eine Einmalzahlung sämtliche Ansprüche aus dem Unfallereignis abgegolten sein sollen. Eine solche Vorgehensweise ist durchaus rechtmäßig, als Unfallopfer müssen Sie sich aber der möglichen Risiken bewusst sein.
Stellt sich nämlich zu einem späteren Zeitpunkt heraus, dass die Verletzungen schwerwiegender waren, als Sie das zum jetzigen Zeitpunkt wussten, besteht in der Regel keine Möglichkeit mehr, nachträglich noch Ansprüche aus dem Unfallereignis geltend zu machen. Sie übernehmen daher regelmäßig mit dem Abschluss einer solchen Vereinbarung das Risiko, dass die Geltendmachung spätere Ansprüche ausgeschlossen ist.

Erfahrungsgemäß ist gerade bei Verletzungen im Bereich der HWS, LWS und BWS die Gefahr gegeben, dass Spätfolgen auftreten. Ob dies auch in Ihrem Fall so ist, sollten Sie vor Abschluss eines abschließenden Vergleiches mit der gegnerischen Versicherung unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Regelmäßig ist in einem solchen Fall keine hundertprozentige Vorhersage für die Zukunft zu treffen. Sie sollten sich aber des möglichen Risikos bewusst sein.

Die Rechtsprechung entschied zu der von Ihnen genannten Diagnose sehr vielfältig, was insbesondere darauf zurückzuführen ist, dass je nach Einzelfall die Kriterien zur Bemessung des Schmerzensgeldes mehr oder weniger erfüllt waren.

So hat beispielsweise das OLG Oldenburg in seinem Urteil vom 1.3.2007 (Az. 8 U 246/06) einer Klägerin, die bei einem Autounfall verletzt wurde, aufgrund einer HWS-Distorsion Schmerzensgeld in Höhe von 300 € zugesprochen, wobei in diesem Fall drei Arztbesuche erforderlich waren und eine Arbeitsunfähigkeit von zwei Wochen bestand.

Das Landgericht Bonn hat in seinem Urteil vom 1.8.2002 (Az. 6 S 408/00) einem Kläger aufgrund einer HWS-Distortion und Brustwirbelsäulenprellung ein Schmerzensgeld in Höhe von 400 € zugesprochen.

Diese Urteile stellen nach meiner Kenntnis aber eher den unteren Bereich der möglichen Schmerzensgeldansprüche dar.

Das Amtsgericht Idar-Oberstein hat in seinem Urteil vom 8.7.2004 (Az. 3 C 155/01) einer Klägerin, die an der Halswirbelsäule bereits vorgeschädigt war, ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.000 € zugesprochen, weil diese durch einen Verkehrsunfall eine Distorsion von HWS und BWS erlitten hatte, die nach einigen Wochen wieder abklangen. Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes wurde in diesem Fall allerdings die stärkeren Schmerzen und der durch die falsche Behandlung verlängerte Heilungsverlauf berücksichtigt.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat in seinem Urteil vom 29.3.2004 (Az. I 1 U 176/03) einer Klägerin ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.000 € zugesprochen, die bei einem Unfall einen Distorsions-Schaden ersten Grades der HWS erlitten hat, welche zu einer lang anhaltenden gesundheitlichen Beeinträchtigung führte. Es waren über 40 krankengymnastische und 30 ärztliche Behandlungen nötig, als Dauerschäden verblieben Kopf-und Nackenschmerzen, Schwindel und gezielte Erscheinungen im rechten Arm und Schlafstörungen.

Das Oberlandesgericht Hamm sprach einer Klägerin in seinem Urteil vom 4.8.1999 (Az. 13 U 107/95) ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.000 € zu, bei der eine gleichzeitige HWS-Distorsion mit höchstens einem Jahr Beschwerden (Unwohlsein, Kopfschmerzen, Schwindel; Minderung der Erwerbsfähigkeit: 20 %) vorlag. Die Klägerin wurde einen Tag stationär behandelt und war zwei Wochen arbeitsunfähig. Eine Woche bestand die Notwendigkeit einer Schanz´schen Krawatte, mehrere Monate regelmäßige krankengymnastische Behandlung.

Wie Sie anhand dieser beispielhaften Urteile erkennen können, gibt es keine verbindlichen Vorschriften, welche Schmerzensgeldzahlungen aufgrund welcher Verletzungen zu zahlen sind. Die Gerichte entscheiden dies im Einzelfall unter Abwägung sämtlicher entscheidender Umstände.

In Ihrem Fall würde ich aufgrund der mir vorliegenden Angaben wird das Angebot der Gegenseite als durchaus fair einschätzen, wobei möglicherweise noch eine Erhöhung auf 2.000 € möglich erscheint. Dies hängt aber von den jeweiligen individuellen Umständen ab. Sollte die medizinische Diagnose allerdings dahin lauten, dass Spätschäden nicht ausgeschlossen werden können und noch nicht geklärt werden kann, ob Ihre derzeitigen Beschwerden vorübergehender Natur sind, ist nach meinem Dafürhalten der angebotene Schmerzensgeldbetrag nicht ausreichend und angemessen.

Wenn Sie einen gerichtlichen Prozess vermeiden möchten, bleibt Ihnen bei der Verhandlung mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung lediglich die Möglichkeit, auf die oben genannten Urteile hinzuweisen und unter Hinzuziehung ihrer medizinischen Unterlagen entsprechend zu argumentieren.

Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam machen, dass die gegnerische Versicherung auch verpflichtet ist, die Kosten Ihrer anwaltlichen Vertretung zu bezahlen. Sie haben daher die Möglichkeit, dass Sie einen Rechtsanwalt zur Vertretung Ihrer Interessen gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherungen beauftragen, wobei die gegnerische Versicherung dann verpflichtet ist, im Falle des Abschlusses eines Vergleiches die Kosten der anwaltlichen Beauftragung zu übernehmen. Sie haben dadurch die Möglichkeit, dass Ihre Rechtsposition ausreichend vertreten wird, ohne dass Ihnen durch die Vertretung zusätzliche Kosten entstehen.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Schmerzensgeldhöhe

Schmerzensgeld nach Autounfall zu niedrig? | Stand: 18.10.2011

FRAGE: Unser 7. Jährige Sohn wurde in den Sommerferien von einem Auto angefahren.Er wurde mit einem Hubschrauber in Klinikum Bremen Mitte geflogen wo er an einem offener Unterschenkelfraktur operiert wurde...

ANTWORT: Verbindliche Regelsätze für Schmerzensgeld gibt es nicht, so dass letztlich jedes Gericht frei ist im Einzelfall angesichts der jeweiligen Umstände die Höhe des Schmerzensgeldes festzulegen.Diese ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Zivil-/ Zivilprozeßrecht

Interessante Beiträge zu Schmerzensgeldhöhe

„Auf Sicht”-Gebot gilt auch auf Autobahnen
Nürnberg (D-AH) - Auch auf Autobahnen muss auf Sicht gefahren werden. Überfährt ein Autofahrer einen auf der Fahrbahn liegenden Gegenstand, kann er sich deshalb meist nicht darauf berufen, dass der Unfall un ...weiter lesen

Nonne erwürgt - Apotheker-Approbation entzogen
Nürnberg (D-AH) - Manchmal ist der Mörder ist nicht der berüchtigte Gärtner, sondern der Apotheker. Doch der verliert dann nicht nur seine Freiheit, sondern auch den Beruf. Wer rechtskräftig wegen Mo ...weiter lesen

Winterstreugut noch nicht entfernt
Nürnberg (D-AH) - Kommt es im Frühjahr zu einem Unfall auf vom Winterstreudienst liegen gebliebenem Rollsplitt, haftet der zuständige Straßenverkehrsbetrieb dafür nicht. Das hat das Landgericht M& ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.950 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 25.07.2017
Frau RA Winkler hat meine Frage beantwortet. Ob mir die Antworten gefallen ist natürlich eine andere Sache, aber ich habe auch keinen Anwalt gesucht, der mir nach dem Mund redet, sondern sagt, was Sache ist. Und das ist geschehen. Das Telefonat wurde auch nicht in die Länge gezogen, so wie es leider oft der Fall ist.

   | Stand: 22.07.2017
Prima, weiter so!

   | Stand: 21.07.2017
sehr freundlicher Rechtsanwalt, der mir durch klare Formulierungen eine große Klarheit gegeben hat und auch durch meine Bitte, mir diese nochmal zu wiederholen nicht genervt reagiert hat. Vielen Dank!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Zivilrecht | Steuerrecht | Zivilprozessrecht | Zivilrecht | Geld | Gesundheit | Mahngebühren | Schaden | Schmerzensgeld | Schmerzensgeldforderung | Schmerzensgeldkatalog | Schmerzensgeldtabellen | unfall schmerzensgeld | Verjährungsfrist | BGB § 253 | Verlustgeschäft

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen