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Erbanspruch durchsetzen


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Turowski
Stand: 02.09.2011

Frage:

Im vergangenen Jahr ist meine Mutter verstorben. Meine Eltern hatten 1982 ein gemeinsames Testament (handschriftlich) verfasst, indem sie meine beiden Kinder zu gemeinsamen Erben bestimmten. Ich bin das einzige Kind meiner Eltern. Mein Vater ist bereits 1998 verstorben.

Meine Kinder haben beide auch im Namen ihrer Kinder das Erbe ausgeschlagen. Jetzt soll ein Stück Wald, das meiner Mutter und deren Schwester zu gleichen Teilen gehört, verkauft werden.

Meine Fragen. Steht mir jetzt das Erbe zu? Wie komme ich an das Erbe?

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Antwort:

Ihren Ausführungen zufolge haben Ihre Eltern zu Lebzeiten ein gemeinschaftliches
Testament (sog. Berliner Testament) verfasst. Leider sind die Begünstigten entweder Tod oder haben das Erbe ausgeschlagen, weshalb das Testament Ihren Ausführungen zufolge, keine Wirksamkeit mehr entfalten kann, weil es keine Erben mehr schafft.
Damit tritt, weil es noch weitere Erben gibt, die gesetzliche Erbfolge ein. Sie erben damit als einziger Abkömmling erster Ordnung zu 100 %.

Bitte beachten Sie, dass Sie ab Kenntnis vom Erbfall 6 Wochen Zeit haben, das Erbe auszuschlagen. Erfolgt dies nicht, gilt die Erbschaft als angenommen.

Zu beachten ist aber, das jede Erbschaft berechtigt und verpflichtet, d. h. das damit natürlich nicht nur alle Aktiva (Guthaben), sondern auch alle Passiva (Verbindlichkeiten) übernommen werden. Gerade wenn weitere Begünstigte ausgeschlagen haben, sollten Sie dafür den Grund genau erfragen, bevor Sie handeln!

Sollte das Erbe aber überschuldet sein, müssten Sie die Annahme der Erbschaft, nach Kenntnis davon, umgehend beim zuständigen Nachlassgericht wegen Irrtums anfechten.

Sollten sie das Erbe antreten, bilden Sie mit Ihrer Tante eine Erbengemeinschaft bezüglich des Waldgrundstückes zu je 1/2!

Um das Erbe anzutreten, müssen Sie sich beim zuständigen Nachlassgericht einen Erbschein ausstellen lassen, was mit Kosten verbunden ist. Ein Erbschein ist in Deutschland eine amtliche Urkunde, die für den Rechtsverkehr feststellt, wer Erbe ist und auch mit welcher Erbquote. Für Banken und Grundbuchämter ist dieser zwingend vorzulegen.
Durch Vorlage des Erbscheines beim Grundbuchamt wird das Grundbuch zum betreffenden Grundstück auf Sie umgeschrieben und Sie haben damit den Nachweis des Eigentums am Grundstück geschaffen.
Dies wiederum berechtigt Sie nun auch zum Verkauf des Grundstückes, obwohl das in Ihrem Fall als Erbengemeinschaft immer die Zustimmung Ihrer Tante bedarf!

Was Ihren Angaben zufolge, aber unproblematisch sein dürfte, da das Waldgrundstück ja bereits zum Verkauf steht. Teilen Sie Ihrer Tante mit, das Sie einen Erbschein beantragen werden und legen Sie ihr diesen umgehend vor. Auch sollten Sie um die Verkaufsbedingungen dringend mit Ihrer Tante Rücksprache halten, dass Sie gegebenenfalls auf die Konditionen noch Einfluss nehmen können.



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