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Rechnung nicht erkannt und in Verzug geraten - Nun Inkasso kosten - ist dies Rechtens ?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 06.08.2011

Frage:

Der Stromanbieter FlexStrom AG schickte mir ein Schreiben, das ich nicht als Rechnung (Vorrauskasse) erkannt hatte. Aber der Satz ,dass die Abrechnung nach dem tatsächlichen Verbrauch abgerechnet würde, veranlasste mich aber 2x meine Zählerstände per e-mail, bzw ein 3.Mal über meinen örtlichen Stromanbieter, der einen 3. Zählerstand erhielt, an FlexStrom zu schicken .
Danach erhielt ich gleich eine 2. (!) Mahnung, auf die ich empört reagierte,weil ich keine Abrechnung, geschweige denn eine 1. (!?) Mahnung erhalten hatte.
Daraufhin schreibt mir nun eine Inkasso-Firma , mit einer sehr viel höheren Rechnung und droht mir mit gerichtlichem Verfahren .
Wie soll ich mich verhalten ?
Die Firma FlexStrom hat ihre normale Abrechnung (Vorrausbezahlung über 669,-€ erhalten ) -allerdings durch die Mißverständnisse verspätet - von mir aber auf keinen Fall mit böser Absicht.

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

leider muss ich Ihnen mitteilen, dass sich die Firma Flexstrom korrekt verhalten hat und im Recht befindet.

Dabei gehe ich davon aus, dass das von Ihnen angesprochene Schreiben der Fa. Flexstrom auch einen Zahlungstermin nannte. Das ist an sich so üblich. Wenn Sie bis zu dem genannten Termin nicht gezahlt haben, sind Sie in Verzug geraten (§ § 286 Abs.2 BGB).

Sollte es eine solche Fristsetzung wider Erwarten nicht geben, sind Sie zumindest durch die Mahnung in Verzug geraten; spätestens also nach der Ihnen zugegangenen 2. Mahnung (§ 286 Abs.1 BGB).

Die Konsequenz des damit eingetretenen Verzuges ist, dass der Schuldner dem Gläubiger den durch den Verzug entstandenen Schaden zu ersetzen hat (§§ 280,281 BGB). Hinsichtlich der dann fälligen Mahnkosten treffen im Regelfall die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die sich meist als "Kleingedrucktes" bei den Vertragsunterlagen befinden, entsprechende Regelungen.

Aber auch unabhängig davon gehören die Kosten eines Inkassobüros grundsätzlich zu den Kosten, die der Gläubiger als Verzugsschaden geltend machen kann. Sie müssen also die Kosten des Inkassobüros zahlen, soweit diese angemessen sind.

Zuir Vernmeidung weiterer Kosten kann ich Ihnen daher nur empfehlen, angemessene Inkassokosten und Mahnkosten von FlexStrom zu bezahlen.

Es ist zwar bedauerlich, dass Sie das erste Schreiben nicht richtig verstanden haben. Es ist allerdings bekanntermaßen bei vielen Billigstromanbietern das Geschäftsmodell zu Vertragsbeginn die gesamten Jahreskosten einzufordern. Damit entfällt das Zahlungsrisiko des Kunden und das Unternehmen kann den Vorschuss zinsgünstig einsetzen. Daraus leitet sich der Preisvorteil gegenüber den kommunalen Anbietern ab.



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