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Private Wohnräume als Arbeitsplatz nutzen

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 07.07.2011

Frage:

Teilweise als Büro (Schreibtisch und Aktenschrank) genutztes Wohn-/Schlafzimmer wird vom FA nicht als häusliches Arbeitszimmer anerkannt.

Die Unterzeichnerin ist Architektin, arbeitet überwiegend am PC, führt Verhandlungsgespräche (Bauherren-, Baustellengespräche u.ä.) jedoch nicht im privaten Raum durch, sondern beim Kunden bzw. auf der Baustelle.

Darüber hinaus arbeitet sie als Dolmetscherin für die Polizei und im Tele-Marketing. Auch hier finden die Vor- und Nachbereitungen am PC und im Kopf der Unterzeichnerin statt, die eigentlichen Gespräche jedoch wieder außer Haus.

Der Einspruch gegen die Nichtanerkennung des häuslichen Arbeitszimmers wurde vom FA abgelehnt und soll nun zurück genommen werden.

Bestehen dennoch Aussicht auf Anerkennung? Dies nun auch unter Berücksichtiguing des Urteils vom Finanzgericht Köln (Az: 10 K 4126/09).

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

die bisherige Rechtslage im Einkommensteuerrecht war eindeutig: Eine Aufwendung war entweder steuerlich oder privat veranlasst. Jede private Mitnutzung führte dazu, dass die Aufwendung steuerrechtlich nicht mehr anerkannt wurde.

Von diesem Grundsatz ist der Bundesfinanzhof vor kurzem für beruflich bedingte Reisen abgewichen. Werden Geschäftsreisen mit einem privaten Anteil verbunden, entfiel in der Vergangenheit die Möglichkeit Aufwendungen für die Reise steuermindernd anzusetzen. Nach der neuen Rechtsprechung ist zukünftig eine Aufteilung in beruflich bedingte und private Reisekosten zulässig mit der Möglichkeit den beruflich bedingten Anteil steuerlich geltend zu machen.

Diese geänderte Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes hat das FG Köln in seine Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer übernommen und will auch hier zukünftig zwischen dem beruflichen Teil und dem privaten Anteil der Nutzung unterscheiden mit der Konsequenz, dass der beruflich bedingte Anteil steuerlich zu berücksichtigen ist.

Da bisher die gemischte Nutzung des Raumes einer Anerkennung als häusliches Arbeitszimmer entgegenstand, kann die Entscheidung des FG Köln von großer Bedeutung für Sie werden. Die Entscheidung ist meines Wissens aber noch nicht rechtskräftig, da das Gericht die Revision zum BFH zugelassen hat.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie Ihren Einspruch noch nicht zurücknehmen und stattdessen das Finanzamt bitten, unter Bezugnahme auf die Entscheidung des FG Köln die Entscheidung über ihren Einspruch auszusetzen, bis der Bundesfinanzhof in dieser Frage entschieden hat.

Kommt das Finanzamt diesem Wunsch nicht nach und entscheidet Ihren Einspruch nach der bisherigen Rechtslage, sollte eine Klage vor dem Finanzgericht erwogen werden.

Ich unterstelle bei dieser Auskunft, dass die sonstigen Voraussetzungen für die Anerkennung eines Arbeitszimmers auf Grund Ihrer beruflichen Tätigkeit gegeben sind.



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