Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Reisebüro ist Insolvent geworden - Rücktritt der gebuchten Reise ?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Diana Laib
Stand: 24.04.2011

Frage:

Ich habe eine Reise vom 1. August für 14 Tage nach Ägypten gebucht und bereits eine Anzahlung im April getätigt (Flug geht ab Stuttgart)

Nun ist von dem Reisebüro eine vorläufige Insolvenz beantragt worden. Ein Insolvenverwalter wurde bereits vom Amtsgericht eingesetzt. Das Reisebüro verweist über seine Hotline auf den Versicherer X. Ich habe somit keine Ahnung, ob die Reise trotzdem durchgeführt wird oder nicht. Kann ich in diesem Fall von der Reise zurücktreten und die bereits getätigte Anzahlung zurück verlangen? Sicherungsschein liegt vor.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-17
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

aufgrund der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Bei einer Insolvenz des Reisebüros muss der Reiseveranstalter die Reise durchführen, wenn Sie den Reisepreis schon gezahlt haben. Das Reisebüro ist ermächtigt die Zahlungen entgegenzunehmen und die Zahlung ist Ihrerseits somit erfüllt (selbst wenn die Zahlung nicht an den Reiseveranstalter weitergeleitet wurde) und der Veranstalter kann die Durchführung der Reise nicht ablehnen. Der Sicherungsschein gilt für die Insolvenz eines Reisebüros nicht.
Ich gehe in Ihrem Fall aber eher davon aus, dass die Insolvenz hier den Reiseveranstalter direkt betrifft. Bei einer vorläufigen Insolvenz steht es dem Insolvenzverwalter frei zu entscheiden, ob er die Verträge erfüllt oder den Betrieb einstellt.

§ 103 Wahlrecht des Insolvenzverwalters
(1) Ist ein gegenseitiger Vertrag zur Zeit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens vom Schuldner und vom anderen Teil nicht oder nicht vollständig erfüllt, so kann der Insolvenzverwalter anstelle des Schuldners den Vertrag erfüllen und die Erfüllung vom anderen Teil verlangen.
(2) Lehnt der Verwalter die Erfüllung ab, so kann der andere Teil eine Forderung wegen der Nichterfüllung nur als Insolvenzgläubiger geltend machen. Fordert der andere Teil den Verwalter zur Ausübung seines Wahlrechts auf, so hat der Verwalter unverzüglich zu erklären, ob er die Erfüllung verlangen will. Unterläßt er dies, so kann er auf der Erfüllung nicht bestehen.


Dieses Verfahren kann mehrere Monate in Anspruch nehmen und während dieser Zeit besteht für Sie die Unsicherheit, ob die Reise nun durchgeführt werden kann oder nicht.
Von einem Rücktritt kann ich Ihnen nur abraten. Die Eröffnung der Insolvenz stellt keinen Rücktrittsgrund dar. Es könnten somit Stornogebühren fällig werden und nur der Restpreis käme zur Auszahlung. Desweiteren sind Rückforderungen des Reisepreises bei einem Rücktritt aus der Insolvenzmasse zu befriedigen, und erfahrungsgemäß ist bei der Befriedigung aus der Insolvenzmasse nicht mehr viel zu erwarten.
Wenden Sie sich an die Versicherung, die in dem Sicherungsschein genannt ist. Diese wird den Reisepreis erstatten, soweit die Reise nicht angetreten werden kann aufgrund der Insolvenz. Wie oben schon dargestellt muss nun der Insolvenzveranstalter entscheiden, ob der Vertrag eingehalten wird oder nicht. Schreiben Sie die Versicherung per Einschreiben mit Rückschein an und setzen Sie eine Frist zur Rückzahlung der Anzahlung von ca. drei Wochen (mit Datum). Legen Sie eine Kopie des Zahlungsbeleges anbei. In diesem Fall ist allerdings fraglich ob die Versicherung innerhalb der Frist zahlen wird, da die Reise erst im August angetreten wird und noch nicht klar ist, ob der Versicherungsfall überhaupt vorliegt oder ob die Reise durchgeführt wird. Rein vorsorglich können Sie das Schreiben aber schon einmal aufsetzen.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben. Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Insolvenzverwalter

Vollstreckung nach Wohlverhaltensphase? | Stand: 30.11.2013

FRAGE: Wir haben einen vollstreckbaren Titel aus dem Jahr 2000 gegen einen ehemaligen Mieter. Wir haben daraus im Jahr 2009 die Vollstreckung betrieben.Vom GV wurde seinerzeit mitgeteilt, dass die Vollstreckun...

ANTWORT: Leider habe ich keine erfreulichen Nachrichten für Sie, denn Ihre Mietforderung ist mit Beendigung des Insolvenzverfahrens untergegangen, wie sich aus § 301 Abs. 1 InsO ergibt:„(1) Wir ...weiter lesen

Privatinsolvenz - Fragen zur Existenzsicherung | Stand: 20.10.2011

FRAGE: Ich habe große Sorgen und zwar bin ich seit 2006 in der Privatinsolvenz! Im Mai 2009 habe ich mich mit einer Fachagentur für medizinische Honorarvertretungen selbstständig gemacht. De...

ANTWORT: Zunächst einmal können Sie ruhig einen Arzt aufsuchen. Die private Krankenversicherung kann Ihnen nicht kündigen, wenn die gesundheitlichen Probleme erst nach Vertragsabschluss aufgetrete ...weiter lesen

Privatinsolvenz - Schulden bei Treuhändler | Stand: 01.05.2011

FRAGE: Ich habe bei Finanzamt Kfz-Steuer schulden. Ich und meine Frau sind in Privatinsolvenz seit 01.11.2010.Darf ich meine Steuererklärung 2010 die Guthaben mit Kfz-Steuer begleichen lassen ???Wenn ja...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant, Hinsichtlich Ihres Steuerguthabens beim Finanzamt kann der Insolvenzverwalter Zugriff nehmen und die anstehende Zahlung zur Masse ziehen.Gemäß § 46 AO sind Ansprüch ...weiter lesen

Privatinsolvenz anmelden | Stand: 04.04.2011

FRAGE: Seit einer Praxispleite leben meine Familie und ich seit 1992 vom Pfändungsfreibetrag. Eidestattliche Erklärungen habe ich schon abgegeben,der Gerichtsvollzieher schaut immer mal wieder rein...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Zu Ihrer Frage 1)Nach § 195 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) verjähren Forderungen regelmäßig in drei Jahren. Eine Ausnahme davon statuiert § 19 ...weiter lesen

Privatinsolvenzverfahren - Steuererstattung | Stand: 09.03.2011

FRAGE: Am 18.02.2008 wurde das Privatinsolvenzverfahren gegen mich eröffnet und am 14.02.2011 wurde mir die Restschuldbefreiung angekündigt (§ 291 InsO) sowie das Insolvenzverfahren beendet. Vo...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant, zunächst mal kann ich mir vorstellen, dass es ärgerlich erscheint, wenn man sich noch mit den Treuhänder ärgern muss.Was nun Ihre Frage angeht, gehe ich davo ...weiter lesen

Muss der Insolvenzverwalter eine Sachstandsmitteilung machen? | Stand: 03.12.2009

FRAGE: Ist der Insolvenzverwalter verpflichtet mir Sachstandsauskunft zu geben?Was kann ich unternehmen wenn er es nicht tut?Mein Insolvenzverfahren läuft seit Feb. 2000 und ich bekomme keine Auskunft bezüglic...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,I. Sie fragen zunächst, ob Ihnen der Insolvenzverwalter eine Sachstandsmitteilung machen muss; hierzu folgendes:Ein ausdrückliches, gesetzlich geregeltes Auskunftsrech ...weiter lesen


Rechtsbeiträge
Interessante Beiträge zu Insolvenzverwalter

Der Testamentvollstrecker als Nacherbenvollstrecker
| Stand: 16.03.2015

In § 2222 BGB hat der Gesetzgeber die besondere Aufgabenstellung des Testamentsvollstreckers bei einer sog. Nacherbenvollstreckung geregelt. Hierdurch sollen die Rechte der Nacherben gegenüber dem Vorerben gesichert ...weiter lesen

Hausdurchsuchung bei Mitbewohnern
Nürnberg (D-AH) - Lässt ein Richter die Privat- und Geschäftsräume einer Schuldnerin vom Gerichtsvollzieher durchsuchen, haben auch alle dort gemeldeten Mitbewohner diese gerichtlich angeordnete Durchsuchung über sich ergehen ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-17
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.954 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 25.07.2017
Frau RA Winkler hat meine Frage beantwortet. Ob mir die Antworten gefallen ist natürlich eine andere Sache, aber ich habe auch keinen Anwalt gesucht, der mir nach dem Mund redet, sondern sagt, was Sache ist. Und das ist geschehen. Das Telefonat wurde auch nicht in die Länge gezogen, so wie es leider oft der Fall ist.

   | Stand: 22.07.2017
Prima, weiter so!

   | Stand: 21.07.2017
sehr freundlicher Rechtsanwalt, der mir durch klare Formulierungen eine große Klarheit gegeben hat und auch durch meine Bitte, mir diese nochmal zu wiederholen nicht genervt reagiert hat. Vielen Dank!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-17
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Insolvenzrecht | Gesellschaftsrecht | Handelsrecht | Insolvenzrecht | Abwickler | Amtsgericht Insolvenz | Insolvenz | Insolvenzanwälte | Insolvenzberater | Insolvenzberatung | Insolvenzgericht | Insolvenzhilfe | Insolvenzmasse | Insolvenzordnung | Konkursverwalter | Schuldnerberatung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-17
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen