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Nebenverdienst neben der Rente

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Leila Memet-Serbest
Stand: 20.03.2011

Frage:

Ich wurde zum 31.12.2010 wegen andauernder Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt und beziehe seit dem 1.1.2011 Versorgungsbezüge.
Habe ich die Möglichkeit etwas dazu zu verdienen? Wo liegt die Grenze für einen Zuverdienst?
Meine 2.Frage betrifft meinen Status als Übungsleiterin.
Ich gebe zurzeit als Übungsleiterin auf Honorarbasis in 2 Vereinen - in denen ich selbst Mitglied bin - Kurse für Entspannungstechniken, welche auf Honorarbasis entlohnt werden. Gilt dies als selbständige Arbeit oder Vereinsarbeit ?

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

da mir ihr Alter nicht bekannt ist, werde ich allgemein antworten um sie dahingehend aufzuklären.

Zu Frage 1)

Grundsätzlich dürfen Rentner, die bereits das 65. Lebensjahr vollendet haben, neben ihrer eigenen Rente unbegrenzt dazu verdienen.

Anders ist es bei jüngeren Rentnern. Sie müssen festgelegte Hinzuverdienstgrenzen beachten, sonst droht Ihnen eine Kürzung oder gegebenenfalls sogar eine vollständige Einstellung der Rentenzahlung.

Bei Bezug einer Rente wegen voller Erwerbsminderung, Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze oder der Knappschaftsausgleichsleistung (KAL) beträgt die allgemeine Hinzuverdienstgrenze für Vollrenten 2011 nach wie vor monatlich 400 Euro brutto. Bei Überschreiten dieser Hinzuverdienstgrenze besteht die Gefahr, dass eine Rente wegen voller Erwerbsminderung oder Altersrente nur noch als Teilrente gezahlt wird.

Vor Überschreitung dieser Grenze sollten sie somit sich vorher an die zuständige Rentenversicherung wenden.

Bitte nur beachten:
Wird das Einkommen im Rahmen einer wöchentlichen Arbeitszeit von 15 Stunden und mehr erzielt, wird vom Rentenversicherungsträger geprüft, ob die festgestellte Erwerbsminderung weiterhin vorliegt.

Zu Frage 2)
Im Vereinsrecht gibt es neuerdings die Möglichkeit für Tätigkeiten ein geringfügiges Honorar von maximal 500 Euro im Jahr zu erhalten, die sog. Ehrenamtpauschale.

Wenn sie dagegen mehr als 500 EUR einnehmen, fällt dies unter eine selbständige Tätigkeit, bei geringem Einkommen unter die Kleinunternehmerregelung. Diese Regelung ist für Unternehmen die weniger im Jahr als 17.500,- EUR geeignet ist. Dies dürfte in ihrem Fall gegeben sein.

Bei einer Tätigkeit wie Ihrer, die zu den sog. Freiberufen gehört benötigen sie grundsätzlich kein Gewerbe, allerdings ist erforderlich dass sie beim Finanzamt eine Steuernummer für diese beantragen.

Der Vorteil eines Kleinunternehmers ist, dass sie Ihr Honorar netto abrechnen können, da sie nach § 19 UStG von der Umsatzsteuer befreit sind.

http://bundesrecht.juris.de/ustg_1980/__19.html


Infos zur Kleinunternehmerregelung:
http://www.kleinunternehmer-regelung.de/

Ich rege daher an, dass Sie sich in diesem Zusammenhang Informationen bei Ihrem Finanzamt einholen. Viele Finanzämter haben auch diesbezüglich Infotage als eine Art Workshop. Diese ist sehr empfehlenswert und in der Regel sind die Angestellten beim Finanzamt eine große Hilfe bei der Aufklärung.



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