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Erbe ausgeschlagen - Beteiligung an der Beerdigung ?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Turowski
Stand: 16.03.2011

Frage:

Mutter verstarb am 26.12.2010. Meine Schwester hat zusammen mit ihrem Sohn das Erbe ausgeschlagen.Meine Mutter hatte Nachlaß in Höhe von 4098,00 Euro plus 234,00 euro Sterbevers. . Für Kurzzeitpflege w. n.760,00 Euro v. ihrem Kto. abgezogen. Die Kosten für die Bestattung mit Grablegat (25 J.) und Grabsteingravierung beliefen sich auf ca 7800,00 Euro. Es fielen noch 2000,00 Euro an Miet und Nebenkosten an, da der ca 200 qm große Haushalt - 54 Jahre Wohnzeit - nicht so schnell aufgelöst werden konnte. Die Haushaltsauflösungskosten( Firma) beliefen sich auf plus minus null, aber nur, da ich im Vorwege schon ca 200 Arbeitsstunden investiert habe.
Frage: Muß sich meine Schwester trotz Erbausschlagung an den mir -wie dargestellt- zusätzlich entstandenen Kosten zur Hälfte beteiligen?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Grundsätzlich trägt der bzw. die Erbe(n) gem. § 1968 BGB die Kosten der Beerdigung des Erblassers. Derzeit ist leider nicht ersichtlich, ob auch Sie das Erbe ausgeschlagen haben. Wenn dem so wäre, würde es keine Erben geben, welche die Kosten der Beerdigung und Grabpflege usw. zahlen müssten.
Für diesen Falle würde § 1615 Absatz 2 BGB greifen.

§ 1615 BGB: Erlöschen des Unterhaltsanspruchs

(1) Der Unterhaltsanspruch erlischt mit dem Tode des Berechtigten oder des Verpflichteten, soweit er nicht auf Erfüllung oder Schadensersatz wegen Nichterfüllung für die Vergangenheit oder auf solche im Voraus zu bewirkende Leistungen gerichtet ist, die zur Zeit des Todes des Berechtigten oder des Verpflichteten fällig sind.

(2) Im Falle des Todes des Berechtigten hat der Verpflichtete die Kosten der Beerdigung zu tragen, soweit ihre Bezahlung nicht von dem Erben zu erlangen ist.

Dies bedeutet, dass im Falle der Ausschlagung aller Beteiligter die Verwandten/ sog.Abkömmlinge des Erblassers die entstandenen Kosten zu gleichen Teilen zu tragen haben.
Wäre dies in Ihrem Fall so, muss auch Ihre Schwester sich trotz Ausschlagung zur Hälfte an den Kosten beteiligen. Dies bereits aus der Tatsache, das Verwandte nach dem Gesetz sich gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet sind und nach § 1968 BGB keine Erben existieren.

Sollten Sie die Erbschaft jedoch nicht ausgeschlagen haben, dann sind Sie nach 6 Wchen rückwirkend automatisch Erbe geworden; und damit auch nach § 1968 BGB als Erbe dazu verpflichtet die Kosten der Beerdigung und Grabpflege usw. zu tragen.

Grundsätzlich haftet gegenüber dem Bestattungsunternehmen der, der dieses beauftragt hat. Dieser kann bei eigenem finanziellen Engpass zusätzlich noch versuchen, Geld vom Sozialamt des letzten Wohnsitzes der Erblasserin zu bekommen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte und stehe für Rückfragen gern zur Verfügung.

Sollten Sie ggf. bei der Geltendmachung Ihrer Ansprüche anwaltliche Hilfe benötigen, stehe Ich Ihnen gern zur Seite. Dafür kontaktieren Sie mich einfach per Email unter info@ra-turowski.de.

Mit freundlichen Grüßen

M.Turowski
Rechtsanwältin
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