Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Lärmbelästigung durch Kunstrasenplatzbau


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Gerd Finger
Stand: 01.03.2011

Frage:

In unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung befindet sich ein Tennisplatz. Nun wird ein Neubau eines Kunstrasenplatzes wieder in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung geplant. Nach einer "Schalltechnischen Analyse" werden sich die Lärmereignisse beider Anlagen überlagern.

In der 18. BImSchV gibt es einen sog. "Seltene Ereignisse".
Seltene Ereignisse Überschreitungen der Immissionsrichtwerte durch besondere Ereignisse und Veranstaltungen gelten als selten, wenn sie an höchstens 18 Kalendertagen eines Jahres in einer Beurteilungszeit
oder mehreren Beurteilungszeiten auftreten. Dies gilt unabhängig von der Zahl der einwirkenden Sportanlagen.

Wie ist dieser Passus zu interpretieren? Kumulieren sich die Ereignisse beider Sportanlagen oder gelten die 18 Ereignisse für jede Anlage separat?


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-32
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

mit Ihrer Frage sprechen sie ein Problem an ,das trotz aller staatlicher Reglementierung immer wieder die Gerichte beschäftigt.Geht es doch um den Schutz des Einzelnen vor zu großer Lärmbeeinträchtigung einerseits und dem Interesse
anderer - auch dem des Staates - an einer geregelten Sportausübung u.a. als Teil der Freizeitgestaltung,Gesundheitsvorsorge bis hin zur gesellschaftspolitischen
Bedeutung des Sports.

Um hier eine gerechte Interessenabwägung zu ermöglichen,hat der Gesetzgeber seit vielen Jahren das Bundes-Immissionsschutzgesetz ( BImSchG ) durch die Sportan-lagenlärmschutzverordnung, der 18. BImSchV , ergänzt.Diese gilt für alle Sportanlagen,die einer Genehmigung nach § 4 BImSchG nicht bedürfen.Für Tennisplätze und Rasen- oder Kunstrasenplätze gilt die Sportanlagenlärmschutzver-
ordnung, da sie nicht in § 4 BImSchG aufgeführt sind.

An welchen Tagen und zu welchen Tageszeiten welche Geräuschimmissionen dabei
zulässig sind ,ist in § 2, ergänzt durch § 3 der 18. BImSchV geregelt.Dabei dürfen einzelne kurzzeitige Geräuschsspitzen die Immissionsrichtwerte nach § 2 in bestimmten Umfang überschreiten,ohne dass der Nachbar sich dagegen wehren kann. Solche kurzzeitigen Geräusche sind zB. Schiedsrichterpfiffe,Torfreude etc.

Nach § 1 Abs. 1 werden dabei die Geräusche anderer Sportanlagen miteingerechnet,diese dürfen daher nur errichtet und betrieben werden,wenn dadurch
die Werte insgesamt ,also einschließlich der Werte der vorhandenen Tennisanlage,
nicht überschritten werden.

Allerdings gilt dies nur für Sportanlagen.
Sofern es sich bei dem geplanten Kunstrasenplatz um eine reine Freizeitanlage ,z.B. städtischer Bolzplatz etc. handelt,erfolgt keine Einrechnung nach § 1 Abs. 1 !!!

Zur Wahrnehmung der Nachbarschaftsrechte im Zusammenhang mit der notwendigen baurechtlichen Genehmigung ( nicht Genehmigung nach § 4 BImSchG ) - also vor Errichtung - ist entscheidend,ob der Kunstrasenplatz vom Tennisverein errichtet wird, dann sind Einsprüche gegen dessen Bauantrag und die
eventuelle Genehmigung durch die Stadt möglich, oder ob es sich um eine Maßnahme der Stadt handelt, dann ist ausschließlich diese Adressat eventueller Einsprüche.

Die Beurteilung der Rechtslage bei seltenen Ereignissen richtet sich nach § 5 der
Sportanlagenlärmschutzverordnung,wobei die seltenen Ereignisse in Ziff. 1.5
des Anhangs zu § 5 definiert sind.

Entscheidend sind hier § 5 Abs. 2 in Verbindung mit § 5 Abs. 5 der Sportanlagenlärmschutzverordnung.

Danach kann die Behörde zur Erfüllung der Verpflichtungen nach § 2 Abs.1 Betriebszeiten festsetzen.Da in § 2 Abs. 1 die Einrechnung festgeschrieben ist, sind die Ereignisse beider Sportanlagen zusammenzurechnen. ( Es sei denn, der Kunstrasenplatz ist eine Freizeitanlage, siehe oben )
Desweiteren ergibt sich die Einrechnung aus § 5 Abs.5, da hier von ein oder mehreren Sportanlagen gesprochen wird.

Im Ergebnis werden die seltenen Ereignisse von Tennisanlage und Kunstrasenplatz
zusammenaddiert.Dies ist auch sachgerecht, da der Nachbar nur so geschützt wird.

Wird der Kunstrasenplatz vom Tennisverein betrieben, ist die Rechtslage noch einfacher, da dann Tennisanlage und Kunstrasenplatz als eine Sportanlage gelten,
unabhängig davon, wie der Tennisverein den Kunstrasenplatz nutzt. 



Rechtsbeiträge über Baurecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Baurecht privat

Auswirkung der Führung der Mitarbeiterkapazität mit 0,25 | Stand: 12.07.2015

FRAGE: Sehr geehrte Rechtsanwälte,bitte senden Sie mir ein unverbindliches Preisangebot zur Beantwortung folgende(r) Rechtsfrage(n): Ich habe einen Schwerbehinderten-Status von 100%, aufgrund meiner Dialyse...

ANTWORT: Es kann je nach der konkreten privaten Situation, sein, daß Sie vom Arbeitgeber hier möglicherweise gegen Ihren Willen auf Abstellgleis geschoben werden sollen, was Sie nicht hinnehmen müssen ...weiter lesen

Anhörung zu Ordnungswidrigkeit | Stand: 29.08.2014

FRAGE: Ich habe heute (29.8.2014) ein Schreiben vom Bezirksamt erhalten: "Anhörung d. Betroffenen wegeneiner Ordnungswidrigkeit (§ 55 OWiG)Ordnungswidrig handelt, wer fahrlässig oder vorsätzlic...

ANTWORT: Zunächst einmal haben Sie als Beschuldigte ein Aussageverweigerungsrecht, Sie müssen also eigentlich gar keine Angaben machen, die Sie selbst belasten könnten. Eigentlich wird standardmäßi ...weiter lesen

Lärmbelästigung der Nachbarn durch einen Kindergarten | Stand: 29.06.2010

FRAGE: Wir haben zwei Probleme mit unserer Nachbarschaft:1. Direkt nebenan befindet sich ein Kindergarten. Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass man einen gewissen Geräuschpegel akzeptieren muss, Kinder sin...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Ihre Ausführungen machen deutlich, dass Sie sich durch die intensive Nutzung der angrenzenden Nachbargrundstücke nachhaltig gestört fühlen. Ich werde im folgende ...weiter lesen

Hat der Vermieter das Recht die Ersatzschlüssel zu behalten? | Stand: 22.04.2010

FRAGE: Darf ein Gewerbemieter von dem Vermieter die Schlüssel zu den angemieteten Räumen verlangen ohne dass der Vermieter dann noch Schlüssel für evtl. Notfälle behält ? Ich frag...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin, vielen Dank für Ihre Rechtsfrage, die ich Ihnen gerne auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:Die Rechtsprechung, z.B. das OLG Celle (Beschlus ...weiter lesen

Rückabwicklung des Kaufvertrages wegen nichtbehobener Mängel? | Stand: 10.03.2010

FRAGE: Ich habe letztes Jahr eine energiesparende Eigentumswohnung (sanierter Altbau mit Wärmedämmung, Wärmepumpe, Solar, Passivhaus) gekauft. Fertigstellungstermin Wohnung und Außenanlag...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant, gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt: 1. Bevor Sie irgendwelche rechtlichen Schritte unternehmen, würde ich Ihnen empfehlen, sich eingehend über den Bauträger ...weiter lesen

Dienstleistungsvertrag für die Errichtung einer Doppelhaushälfte | Stand: 18.02.2010

FRAGE: Überprüfung eines Dienstleistungsvertrages (1,5 Seiten Text) für die Errichtung einer Doppelhaushälfte, die dazugehörige Baubeschreibung (6 Seiten) sowie eines Bauleitervertrage...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Fragestellung: Überprüfung eines Dienstleistungsvertrages nebst Bauleitervertrag und Baubeschreibung für die Errichtung einer Doppelhaushälfte in Dortmund Zunächs ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-32
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.820 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 21.03.2017
Toll, dass es Sie gibt!!

   | Stand: 20.03.2017
Alles top! Habe zweimal angerufen, weil das Gespräch unterbrochen wurde. Beide Anwälte sagten das gleiche. Sehr professionell.

   | Stand: 19.03.2017
Freundlich, kompetent und ergebnisorientiert

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-32
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Baurecht | Architektenrecht | Baurecht (öffentliches) | Baurecht | Bauförderung | Baugenossenschaft | baurechtlich | Baurechtsache | Bauträger | Bauträgerverordnung | Bauverein | Bauversorgung | Bauwesen | Erbpachtrecht | Makler und Bauträgerverordnung | Mietwohnungsbau

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-32
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen