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Erbe nur Schulden - Erbe antreten ?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Riedel
Stand: 19.02.2011

Frage:

Mein Vater ist im letzen April verstorben und läßt seinen 6 Kindern nur Schulden. Ich habe jetzt erst offiziell Kenntnis davon erhalten, als das Inkassobüro Geldforderungen an mich stellte. 
Ich wurde nie gefragt ob ich vom Vater, mit dem ich seit 30 Jahren keinen kontakt hatte, sein Erbe antreten will, noch hatte ich gelegenheit dazu bekommen, es abzulehnen, Was kann ich nun nun?

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

Grundsätzlich beträgt die Frist für die Ausschlagung des Erbes und damit die Sicherstellung, dass Sie nicht für Verbindlichkeiten in Anspruch genommen werden können, 6 Wochen nach Kenntnis vom Anfall der Erbschaft. Das bedeutet die Kenntnis vom Tod und dem Anfall der Erbschaft. Das setzt auch voraus, dass Sie soviel Kenntnis haben, dass Sie ernsthaft entscheiden können, ob Sie annahmen oder ausschlagen. Hier würde sich ggf. anbieten, die Ausschlagung noch zu erklären und zwar gegenüber dem örtlich zuständigen Nachlassgericht. Ob dies erfolgreich sein wird, müsste noch geprüft werden. Jedenfalls rate ich Ihnen an, dies unverzüglich beim Nachlassgericht zu tun.

Darüber hinaus besteht die weitere Möglichkeit der sogenannten Nachlassinsolvenz. Dieser Antrag muss unverzüglich beim Insolvenzgericht gestellt werden, sobald Sie als Erbe Kenntnis davon erlangen, dass der Nachlass überschuldet ist bzw. zahlungsunfähig ist. Wird die Pflicht zur unverzüglichen Eröffnung des Verfahrens § 1980 BGB verletzt, besteht eine Schadensersatzverpflichtung gegenüber den Gläubigern. Die Kenntnis von der Zahlungsunfähigkeit des Nachlasses dürfte spätestens jetzt, als die Inkassounternehmen Kontakt zu Ihnen aufgenommen haben, vorliegen. Daher würde ich empfehlen, rein vorsorglich auch diesen Antrag zu stellen. 

Der Antrag kann auch von Ihnen als eines von 6 Kindern und damit einem Miterben gestellt werden. Ein solches Verfahren ist mit hohen Kosten verbunden, weswegen das Gericht das Verfahren nur eröffnet, wenn die Verfahrenskosten getragen werden können. Ist dies nicht der Fall und liegt sogenannte Dürftigkeit des nachlasses vor, kann von Ihnen als Miterben die sogenannte Dürftigkeitseinrede § 1990 BGB geltend gemacht werden.

In jedem Fall ist schnelles Handeln angesagt.



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