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Entschädigungszahlung der Fluggesellschaft wegen Verspätung

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 06.02.2011

Frage:

Im Sommer 2010 haben wir eine Pauschalreise in die Türkei gebucht, die September 2010 durchgeführt wurde . Die Buchung umfasste Flug (Frankfurt-Dalaman, Türkei), Bustransfer, Hotel und retour. Auf der Hinreise verspätete sich der Flug um ca. 6Std. 45 min. Nach Aussage der Fluggesellschaft lag ein technischer Defekt vor, weswegen ein Ersatzflugzeug bereitgestellt werden musste. Über die Verspätung habe ich mir vom Personal der Fluggesellschaft eine Bestätigung geben lassen.
Nach Rückkehr von der Reise habe ich die Fluggesellschaft angeschrieben und aufgefordert eine Entschädigugnsleistung zu zahlen. Außer einer Eingangsquittung zu meinem Schreiben habe ich jedoch keine Reaktion erhalten.
1. Frage steht mir ein Enschädigungsanspruch (nach EU Richtlinie?) zu?
2. Frage: Falls ein rechtlicher Anspruch auf Entschädigung besteht, wie kann ich diesen Anspruch durchsetzen?
3. Frage: Wie hoch schätzen Sie meine Erfolgsaussichten auf den Erhzalt einer Entschädigungszahlung

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

nach der VO EG 261/2004 kann der Passagier bei einer Verspätung von mehr als 5 Stunden vom Vertrag zurücktreten und die Erstattung des Flugpreises verlangen. Verzichtet er auf sein Rücktrittsrecht und nimmt den verspäteten Flug wahr, stehen ihm Essen und Getränke, Telefonkarte und bei einer Weiterbeförderung erst am nächsten Tag eine Hotelunterbringung zzgl. Transfer zu. Sie können also bei der Flugesellschaft Kosten für Essen und Getränke sowie eine Telefonkarte geltend machen. Ob sich wegen dieses geringen Betrages ein Rechtsstreit lohnt, erscheint mir allerdings zweifelhaft.

Das Vorliegen eines technischen Defekts allein rechtfertigt im übrigen die Verspätung nicht und lässt nach der Rechtsprechung des BGH den Anspruch nicht entfallen.

Nennenswerte Zahlungen der Fluggesellschaften sind nach der EG-VO nur dann zu erwarten, wenn der Flug komplett ausfällt (auch eine Verschiebung um einen Tag ist ein Ausfall) oder wenn eine Überbuchung vorliegt.

Alternativ können Sie sich an Ihren Reiseveranstalter wenden. Die Verzögerung eines Fluges von mehr als 4 Stunden im Rahmen einer Pauschalreise stellt einen Reisemangel dar. Nach der Rechtsprechung ist bei einer Verzögerung von 6 - 7 Stunden eine Erstattung von 10% des Tagesreisepreises angemessen. Wenden Sie sich an Ihren Reiseveranstalter. Ich weise allerdings darauf hin, dass insoweit zwischenzeitlich die Meldefrist von 1 Monat verstrichen sein dürfte. Vielleicht ist der Veranstalter aber aus Kulanzgründen zur Zahlung bereit.



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