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Mangelnde Beweise bei Fußraumverschmutzung eines PKWs


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Riedel
Stand: 17.01.2011

Frage:

Ein Arbeitskollege von mir behauptet, dass ich am 18.12.2010 sein Auto mit Kot oder Erbrochenem an meinem Schuh verdreckt hatte. Was mich aber stutzig macht ist dass er trotz meiner Telefonnummer und meiner Adresse sich bei mir nicht gemeldet hatte sondern erst 3 Wochen später am 10.01.11 zu mir meinte, wo ich rumgelaufen bin, ob ich mich übergeben hätte, weil wenn er die Heizung anmacht es nach Kot oder Erbrochenem aus dem Fußraum stinkt und ob ich eine Haftpflicht hätte. Da er das Auto bereits in die Werkstatt zur Reinigung brachte und jetzt irgend eine teure Ultraschallreinigung im wert von 1200€ die einzige Lösung wäre.

Kann er jetzt die 1200€ von mir einfach so verlangen da ich keine Haftpflicht besitze und in den 3 Wochen sonst was passiert sein könnte?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

vorweg muss ich klarstellen, dass ich nicht beurteilen kann, ob eine Ultraschallreinigung tatsächlich geeignet ist, das behauptete Geruchsproblem zu lösen. Unterstellen wir, das wäre jedenfalls technisch möglich.

Grundsätzlich wäre eine Beschädigung am Fahrzeug des Kollegen, sei es auch in der Weise, dass die Fußmatten oder die Innenraumverkleidung in einer Weise verschmutzt wurde, dass neben dem Schmutz auch noch eine Geruchsbelästigung zu vernehmen ist, eine Angelegenheit, die einen Anspruch auf Schadensersatz nach sich ziehen würde. Dies wäre allerdings nur dann der Fall, wenn die Verschmutzung über das übliche Maß dessen hinausgeht, wie der Fußraum üblicherweise bei Benutzung verschmutzt wird. Eine übliche Verschmutzung ist normal und durch die bestimmungsgemäße Benutzung verursacht und keinesfalls geeignet, Schadensersatzansprüche zu begründen.

Im vorliegenden Fall können Sie – jedenfalls nach Ihren Schilderungen – die Angelegenheit wohl ganz entspannt angehen und schlicht abwarten, was der Kollege tatsächlich tut. Unstreitig wird sein, dass Sie das Fahrzeug als Beifahrer benutzt haben. Die Tatsache, dass Ihre Schuhe ggf. so verschmutzt waren, dass sich tatsächlich Erbrochenes oder Kot daran befand, müsste Ihr Kollege, als derjenige, der einen Anspruch gegen Sie geltend machen möchte, beweisen. Dies wird ihm nicht gelingen. Insoweit würde auch eine Klage auf Schadensersatz mangels Beweises für das schadenbegründende Ereignis scheitern. Hinzu kommt natürlich auch die Zeitdifferenz von 3 Wochen.

Ich empfehle Ihnen, sich von dem Sachverhalt zu distanzieren und ihm mitzuteilen, dass nach Ihrer Kenntnis Ihre Schuhe nicht in der behaupteten Weise verschmutzt waren. Es gibt somit keinen Haftpflichtfall. Und dann lassen Sie die Angelegenheit dabei bewenden. Anders wäre es, wenn der Arbeitskollege einen Zeugen aufbieten kann, der den Sachverhalt bestätigen würde. Dann würde die Angelegenheit ggf. anders zu beurteilen sein.



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