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Erbt der Sohn des Erblassers offene Forderungen?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Andrea Fey
Stand: 03.01.2011

Frage:

Mitte August 2010 ist mein Vater gestorben, zu dem ich ca. 50 Jahre keinen Kontakt hatte und wollte. Die Beerdigung hatte ich bezahlt. Wohnung usw. wurde gekündigt. Der Vermieter fordert 3 Monate Miete + Nebenkosten.

Frage 1: bin ich automatisch Erbe, Ich wurde nicht vor die Entscheidung }Erbe annehmen oder ablehnen{ gestellt.
Frage 2: ich möchte keine weiteren Forderungen übernehmen; wie kann ich es umgehen a.) falls ich Erbe bin; b.) sollte ich es nicht sein.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Frage 1:bin ich automatisch Erbe, Ich wurde nicht vor die Entscheidung }Erbe annehmen oder ablehnen{ gestellt.

Ja. Sofern Sie die Erbschaft nicht förmlich gegenüber dem Nachlassgericht ausgeschlagen haben, und zwar gem. § 1944 BGB innerhalb von 6 Wochen ab Kenntniserlangung vom Tod Ihres Vaters, sind Sie automatisch Erbe geworden. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass Sie seit über 50 Jahren keinen Kontakt zu Ihrem Vater hatten und wollten.

Denn zur Vermeidung der Entstehung einer Erbenstellung hat das Gesetz in § 1944 BGB die Möglichkeit der Ausschlagung einer Erbschaft innerhalb von 6 Wochen ab Kenntniserlangung vom Tod des Erblassers geschaffen.

Ohne förmliche Ausschlagung sind Sie daher mit Ablauf dieser 6 Wochen automatisch gem. § 1924 BGB als Sohn Erbe geworden.

Frage 2:ich möchte keine weiteren Forderungen übernehmen; wie kann ich es umgehen

a.) falls ich Erbe bin: Damit ein Erbe nicht für etwaigen Verbindlichkeiten des Erblassers mit seinem Privatvermögen aufkommen muss/haftet, besteht für Erben die Möglichkeit der sog. Nachlassinsolvenz. Hierdurch wird erreicht, dass Sie als Erbe ausschließlich mit dem ererbten Vermögen haften und nicht selbst mit Ihrem eigenen Vermögen herangezogen werden. Vielmehr beschränkt sich Ihre Haftung nach Beantragung der Nachlassinsolvenz, welche beim Nachlassgericht zu beantragen ist, auf das ererbte Vermögen des Erblassers.

b.) sollte ich es nicht sein: Wenn Sie nicht Erbe geworden wären, also die Erbschaft rechtzeitig ausgeschlagen hätten, könnten Sie etwaige Forderungen mit dem Hinweis auf das Nichtbestehen einer Erbenstellung Ihrer Person zurückweisen.



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